Zündoszilloskop

Arbeitshinweise

SeitenanfangZündoszilloskop     Anschlusshinweise | Normaloszilloskop | Typische Fehler

 


 SeitenanfangAnschlusshinweise

Normale Zündanlage | Doppelfunkenspule | Einzelfunkenspule | Besondere Zündanlagen

 

Zu den AnschlusshinweisenNormale Zündanlage: Das Zündoszilloskop benötigt folgende Anschlüsse

Anschluss an eine Einfunkenanlage

Spannungsversorgung: Klemme 30:Batterie  und Klemme 31:Masse (rote und schwarze Klemme)
Messung des Primärspannungsverlaufs: Klemme 15 (gelbe oder rote Klemme) und Klemme 1 (grüne oder gelbe Klemme)
Messung des Sekundärspannungsverlaufs: Zange an Klemme 4: Hochspannungskabel
Triggerung: Triggerzange am Hochspannungskabel von Zylinder 1

 

Zu den AnschlusshinweisenAnschluss bei Doppelfunkenspulen:

Anschluss an Doppelfunken-Zündanlagen
  1. Spannungsversorgung
  2. Anschlüsse für Primärspannungsmessung (Klemme 1 und 15)
  3. Hochspannungsanschlüsse
  4. Triggerzange (Zylinder 1)

 

Zu den AnschlusshinweisenAnschluss bei Direktzündung (Einzelfunkenspule):

Die Sekundärspannung ist nicht direkt mesbar! Die Messung des Sekundärspannungsverlaufs ist (je nach Fahrzeughersteller und Motortester) auf zwei Weisen möglich.

Erste Möglichkeit: Der Sekundärspannungsverlauf wird aus dem Primärspannungsverlauf berechnet (z.B. SUN). Ein spezieller Adapter berechnet aus dem zwischen den Klemmen 1 und 15 gemessenen Primärspannungsverlauf den Sekundärspannungsverlauf.

Zweite Möglichkeit: Auf die Einzelfunkenspulen werden spezielle Sekundärspannungssensoren aufgesetzt. Diese bestehen aus Adapterblechen, die nur auf bestimmte Zündspulen passen. (z.B. BOSCH)
  1. Spannungsversorgung
  2. Anschlussklemmen Primärspannung. Die Zuordnung der Klemmen zu den einzelnen Zylindern muß beachtet werden.
  3. Anschluss Klemme 15
  4. Spezielle Triggerzange an Klemme 1 des 1.Zylinders
  5. Sekundärspannungssensoren (Adapterbleche)
    Adapterbleche (BOSCH)
  6. Prüfadapter
Anschluss bei Einzelfunken-Zündanlagen

 

Zu den AnschlusshinweisenBesonderheiten:

 


SeitenanfangNormaloszilloskop

Zündoszilloskop einer TZ-I Anlage

Oszilloskop-Bild eines Motors mit TZ-i Zündanlage (mit Schließwinkelregelung) im Leerlauf

Oben: Sekundärspannungsverlauf
Unten: Primärspannungsverlauf

Bezeichnungen und Deutung:

1 Öffnungsabschnitt. In diesem Abschnitt ist der Primärstrom  abgeschaltet.
Der Öffnungsabschnitt beginnt mit dem Zündzeitpunkt.
2 Schließabschnitt. In diesem Abschnitt ist der Primärstrom eingeschaltet. Der Primärstrom steigt an, bis die Primärstrombegrenzung ein weiteres Ansteigen verhindert.
Im Diagramm kann der Schließwinkel in Prozent abgelesen werden. (Im Beispiel beträgt er knapp 30%)
3 Brennabschnitt. In diesem Abschnitt ist an der Zündkerze ein Funke vorhanden.Typische Werte der Brennspannungsdauer: 1,5 bis 2ms.

 

a Zündspannungsnadel. Zum Zeitpunkt a wird der Primärstrom durch die Zündungsendstufe abgeschaltet. Der Zündfunke springt an der Zündkerze über (Zündzeitpunkt).
b Brennspannungslinie. Ist der Funke gezündet, ist nur noch die Brennspannung notwendig, um den Funken aufrecht zu erhalten.
c Einschalten des Primärstroms. Zum Zeitpunkt c schaltet die Zündungsendstufe den Primärstrom ein.
d Begrenzung des Primärstroms durch die Primärstrombegrenzung.
Prüfung der Schließwinkelregelung Im Leerlauf ist der Schließwinkel sehr klein (im Bild 30%, Abschnitt 2). Bei höheren Drehzahlen steigt der Schließwinkel stark an (bis zu 70%).

Steigt der Schließwinkel nicht bei höheren Drehzahlen an, ist das Steuergerät defekt. Bei höheren Drehzahlen kommt es zu Zündaussetzern.

Prüfung der Primärstrombegrenzung An dem Höcker d erkennt man, dass die Zündanlage mit einer Primärstrombegrenzung ausgerüstet ist. Bei kleinen Drehzahlen ist der Höcker deutlich zu erkennen. Bei hohen Drehzahlen verschwindet er.

Eine defekte Primärstrombegrenzung führt zur Überhitzung der Zündspule. Im Falle eines Defektes der Primärstrombegrenzung Steuergerät tauschen und Zündspule überprüfen.

Die Darstellung der Sekundärspannungsverläufe aller Zylinder hintereinander nennt man auch Parade. Diese Darstellung eignet sich vor allem zum Vergleich der Zündspannungshöhen der einzelnen Zylinder.

 

 


SeitenanfangTypische Fehler

Ausgeschlagene Verteilerwelle | Unterbrechung im Hochspannungskreis | Kompressions- und Elektrodenfehler | Verschmutzte Zündkerze | Zündspulendefekt

 

Zu den Oszilloskop-FehlernAusgeschlagene Verteilerwelle (Nockenversatz)

Ausgeschlagene Verteilerwelle


Bei ausgeschlagenen Verteilerwellen liegen die Zündspannungsnadeln nicht übereinander, sondern einige Grad versetzt. Beträgt der Versatz mehr als 3 °, muß der Verteiler gewechselt werden.
Zur Kontrolle des Nockenversatzes eignet sich vor allem die überlagerte Darstellung der Sekundär-Oszilloskopbilder.
 

Zu den Oszilloskop-FehlernUnterbrechung im Hochspannungskreis
Unterbrechung im Hochspannungskreis


Eine Unterbrechung im Hochspannungskreis bewirkt, dass es dort zur Funkenbildung kommt. Die Zündnadel im Sekundär-Oszillogramm ist dann sehr sprunghaft (fast gar nicht vorhanden oder sehr hoch)  und die Brennspannungslinie ist sehr zerrissen.

Das Fehlerbild ist typisch für gebrochene Kontakte an der Verteilerkappe oder am Zündkerzenstecker. Es kommt zu Zündaussetzern.

 
Zu den Oszilloskop-FehlernFehlende Kompression von Zylindern
Fehlende Kompression und Elektrodenfehler einer Zündkerze

Weist ein Zylinder eine zu geringe Kompression auf, so ist dies daran zu erkennen, dass die Zündnadel dieses Zylinders wesentlich kleiner ist, als die der anderen Zylinder (b). Das Diagramm sieht ansonsten aus wie ein normales Oszilloskopbild.
Es gilt folgende Faustregel:
Hohe Kompression --> Hohe Zündspannung / kurze Brenndauer
Niedrige Kompression --> Niedrige Zündspannung / lange Brenndauer

Ungewöhnlich hohe Zündspannungen weisen auf einen zu hohen Elektrodenabstand der Zündkerze hin (a).
Für die Zündkerzendiagnose gilt:
Elektrodenabstand groß --> hohe Zündspannung / kurze Brenndauer
Elektrodenabstand klein --> niedrige Zündspannung / lange Brenndauer

Unterschiedlich hohe Zündspannungen kann auch durch eine falsche Gemischzusammensetzung entstehen.

 
Zu den Oszilloskop-FehlernVerschmutzte Zündkerze/ Übergangswiderstand
Verschmutzte Zündkerze

Verschmutzte Zündkerzen erkennt man an einer schräg liegenden und springenden   Brennspannungslinie. (Im Bild ist das Oszillogramm einer Spulenzündanlage dargestellt. Dies erkennt man an dem stark ausgeprägtem Schwingungsabschnitt nach der Brennspannungslinie und nach dem Schliessen des Unterbrecherkontaktes)

Ist die schräg liegende Brennspannungslinie ruhig und springt nicht, so hat der Sekundärspannungskreis einen zu hohen Widerstand/Übergangswiderstand (defekter Entstörwiderstand, Zündkabel).

 
Zu den Oszilloskop-FehlernDefekte Primär- oder Sekundärwicklung
Zündspule-Windungsschluss

Defekte Zündspulen (Windungsschluß der Primär- oder Sekundärwicklung) erkennt man an den stark gedämpften Schwingungsvorgängen am Ende der Brennspannungslinie.

 

 

 

 


Stand: 07. Dezember 2011