Perspektivensitzung im Projekt SEDIKO, Bremen vom 14.07.2000 im ITB, Programmträger im BLK-Programm

Anwesend: Brandt (SZ Utbremen), Busse (ISB), Deitmer (ITB), Kapelle (IPTS Kiel), Prof. Dr. Petersen (Uni Flensburg), Przygodda (ITB),

Zeit: 11:00 bis 14:00 Uhr

TOP 1: Anmerkungen/Hinweise zum Protokoll aus der ersten Evaluationssitzung vom 28.01.2000

TOP 2: Diskussion der Fragen des Programmträgers an das Projekt (Punkt 7 des Protokolls)

TOP 3: Analyse der Stärken und Besprechung der Optimierungsvorschläge

TOP 4: Verschiedenes

Diskussionsgrundlage: Evaluationsprotokoll, Analyse der Stärken und Optimierungshinweise aus der Sicht des Programmträgers

Ergebnisse:

Der Programmträger erläuterte das Ziel der Perspektivensitzung, welches vor allem in der Beratung der Ergebnisse der ersten Evaluationssitzung (Vorlage: Evaluationsprotokoll zum Modellversuch vom 28.01.2000) im SEDIKO-Projekt besteht. Die Perspektivensitzung soll einmünden in die Bestimmung des weiteren Projektvorgehens im Einvernehmen mit den Projektbeteiligten. Ziel ist die Vereinbarung von weiteren Optimierungsmaßnahmen zum Fortgang des Projektes.
Die Teilnehmer verständigen sich auf den in der Tagesordnung vorgeschlagenen Sitzungsverlauf.

TOP 1: Anmerkungen/Hinweise zum Protokoll aus der ersten Evaluationssitzung vom 28.01.2000

Das Protokoll über die Evaluationssitzung vom 28.01.2000 in Kassel wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit den Projektbeteiligten abgestimmt. Das Protokoll wird daher Punkt für Punkt mit den Sitzungsteilnehmern durchgegangen und besprochen.
Es wird vereinbart, dass das überarbeitete und abgestimmte Evaluationsprotokoll von Herrn Kapelle an Frau Busse per E-Mail zugehen wird.

TOP 2: Diskussion der Fragen des Programmträgers an das Projekt (Punkt 7 des Protokolls)

Die Fragen des Programmträgers an das Projekt werden zu drei Themenkomplexen zusammengefasst:

Inhaltliche Frage Nr. 2:
Die Frage nach einer praktikablen Abstimmung der Lernkonzepte mit dem Prüfungsverfahren wird weiter ausdifferenziert. Die Frage kann sich zum einen auf das Verfahren selbst und zum anderen auf die Inhalte der Prüfung beziehen.

Die Einflussmöglichkeiten des Modellversuchs (bzw. der Schulen insgesamt) auf das Prüfungskonzept, -verfahren und die -inhalte werden von den Projektbeteiligten derzeit als äußerst gering eingeschätzt, da dieser Bereich in der Zuständigkeit der Kammern liegt.
Das Prüfungskonzept wird von den Projektbeteiligten jedoch als solches akzeptiert. In dieser Hinsicht gibt es eine große Übereinstimmung mit den schulischen Lernkonzepten.

Als bislang ungelöste Probleme in Bezug auf das Prüfungsverfahren und die -inhalte werden gesehen:

Herr Prof. Dr. Petersen widmet sich derzeit zusammen mit Herrn Dr. Dänhardt (Erfurt) diesem Themenkomplex und erwartet demnächst konkrete Ergebnisse zu den genannten Problemen aus dem Projekt. Wünschenswert wäre die Möglichkeit einer stärkeren Mitbestimmung bei den Prüfungsinhalten für die Projektbeteiligten (bzw. Schulen allgemein), die aus den o.g. Gründen derzeit nicht gegeben ist.

Fragen, die sich auf den Transfer beziehen: Nr. 3, 4 und 6
Im Modellversuch SEDIKO werden derzeit drei verschiedene Modelle zur Umsetzung der Lernfelder erprobt. Ein Modell erprobt die Umsetzung innerhalb verschiedener Fächer (Bayern), ein Modell nur in Projektform (Hessen) und ein weiteres Modell in einer Mischform (Schleswig-Holstein).
Es ist beabsichtigt, Schülerbefragungen durchzuführen und in Arbeitskreisen die bisherigen Ergebnisse auszuwerten Aus der empirischen Erhebung werden demnächst Ergebnisse aus dem Projekt erwartet. Des Weiteren sollen Empfehlungen für die Lehrplanarbeit ausgesprochen werden.

Um den externen Transfer der Ergebnisse aus dem Vorhaben SEDIKO zu erhöhen, sind folgende Aktionen in Vorbereitung:

Durch Veröffentlichungen, Fachtagungen, Workshops und Foren sollen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich werden.

Beabsichtigt ist eine gemeinsame Veröffentlichung aller beteiligten Bundesländer, in der im Sinne von "best practice" die wichtigsten Erfahrungen zusammenfasst werden. Eventuell wird es diese Zusammenstellung auch auf CD geben sowie als Handreichung für den Unterricht.

Um den internen Transfer der Ergebnisse im Vorhaben SEDIKO zu erhöhen, werden von den Projektbeteiligten folgenden Maßnahmen vorgeschlagen:

Fragen, die die Kommunikation betreffen: Nr. 1, 5 und 7
Der zweite Teil der Frage 5 wird gestrichen; er wird durch die verallgemeinerte Formulierung "Wie kann es gelingen, die Ergebnisse in die zweite und dritte Phase der Lehrerbildung einzubringen?" ersetzt.

Diese Frage hängt unmittelbar mit dem Transfer zusammen, so dass die o.g. Vorschläge auch zur Optimierung der internen Kommunikation dienen und den Erfahrungsaustausch unter den beteiligten Ländern verstärken.

TOP 3: Analyse der Stärken und Besprechung der Optimierungsvorschläge

Am Vorschlag des Programmträgers werden einige Veränderungen und Ergänzungen vorgenommen. So sehen die Projektbeteiligten noch weitere Stärken ihres Projektes. "Die Verbundform hat sich bisher als sehr fruchtbar erwiesen." wird daher der Liste als weitere Stärke beigefügt.

Die meisten Optimierungsvorschläge werden vom Projekt als solche erkannt und angenommen, gleichzeitig aber bedingt durch die beschränkten finanziellen Mittel (insbesondere Reisekostenetat) im Modellversuch als nicht vollständig umsetzbar eingeschätzt (v. a. Punkt 5).
In der Diskussion kristallisieren sich zwei Optimierungsschwerpunkte heraus: Erstens ist es für den Verbundversuch wichtig, ein tragfähiges Kommunikationsnetz aufzubauen; dies wird durch die oben aufgeführten Maßnahmen aktiv ausgebaut.
Für das Vorhaben SEDIKO ist zweitens ein weiterer Optimierungsschwerpunkt darin zu sehen, die Transparenz und Disseminationen zu verstärken. Die Modellversuchsbeteiligten werden sich in Zukunft verstärkt um gemeinsame Veröffentlichungen und die Durchführung von Workshops und Projektpräsentationen bei verschiedenen Gelegenheiten (s.o.) anstreben. Der Austausch mit anderen Projekten im BLK-Programm zum gegenseitigen Ergebnistransfer ist auf Grund der begrenzten finanziellen Ressourcen im Vorhaben SEDIKO nur eingeschränkt möglich.

Einen vollständigen und zusammenfassenden Überblick liefert die Darstellung der Analyse der Stärken und Verbesserungshinweise, die nun in der mit dem Projekt vereinbarten Form vorliegt (vgl. Anhang)

TOP 4: Verschiedenes

Folgende Punkte werden besprochen:

gez. A. Busse (ISB), K. Przygodda (ITB)

Anhang:

Analyse der Stärken und Verbesserungshinweise

Stärken: Was wurde bereits erreicht?

Was kann noch verbessert werden?

  1. Modell für eine integrative Lehr- und Lernkonzeption für die Ausbildung in den IT-Berufen soll bestimmt werden.
  1. Austausch über gute Praxis
    Austausch unter den beteiligten Bundesländern an Hand von Beispiele guter Praxis als auch ggf. Hospitationen oder "benchmarks" verbessern. Die länderübergreifenden Treffen sollten häufiger stattfinden.
  1. Entwicklung und Erprobung neuer Lernkonzepte zur Förderung der sozialen und kommunikativen Kompetenz bei den Schülern werden vorangetrieben.
  1. Kommunikation über Internet
    Der Server in Flensburg könnte effektiver und intensiver genutzt werden. Gründe die einer Nutzung entgegenstehen, sind auszuräumen.
  1. Lehrer mit hoher curricularer Kompetenz, denen es offensichtlich gelingt, fächer- und berufsübergreifende Projekte zu entwickeln, in die Schulorganisation z. T. zu implementieren und durchzuführen.
  1. Informationsaustausch im Verbund verbessern
    Zwischenergebnisse der Versuchsschulen frühzeitig verbreitern. Dies kann durch Transfer-Workshops auf Länderebene geschehen (ggf. über Länderinstitute).
  1. Neue Prüfungskonzepte werden angestrebt. Hierzu bedarf es auch projektübergreifender Beschlüsse auf Länderebene. Für die Programmverantwortlichen (BLK-Lenkungsausschuss) ergibt sich Handlungsbedarf.
  1. Lernortkooperation an den Schulstandorten weiter ausbauen bzw. professionalisieren
    Kooperation mit den Betrieben weiterentwickeln. Gute Praxisbeispiele veröffentlichen. GGF. Vorgehensmodell auf Basis der gemachten Erfahrungen entwickeln.
  1. Bereitschaft der Beteiligten eine selbstkritische Bewertung der eigenen Aktivitäten vorzunehmen, d.h. hohes Maß an Reflexivität und Lernfähigkeit.
  1. Austausch mit Projekten verstärken
    Der Austausch mit Projekten zum Lernfeldthema: MELITA (Baden-Württemberg), NELE (Bayern, Hessen), SELUBA (NRW+S-A) und BS 2000 (Dresden) könnte durch gemeinsame Workshops und Lehrerfortbildung weiter ausgebaut werden (soweit die finanziellen Ressourcen das zulassen).
  1. Gelungene Integration der wissenschaftlichen Begleitung in die Modellversuchsarbeit.
  1. Dissemination verstärken
    Landesinterne Verbreitung und Diskussion der Zwischenergebnisse aus den Projekten
  1. Im Verbund sind eine Fülle von wichtigen und nützlichen Zwischenergebnissen bereits vorhanden deren Austausch dringend geboten scheint. Insgesamt scheint hier die Verbundkonstruktion wirksam zu werden.
  1. Schulentwicklung fortführen
    Überlegungen anstellen, wie die Schul- und Unterrichtsorganisation auf insbesondere das Prüfungsverfahren Einfluss nehmen kann (Änderung von störenden Rahmenbedingungen). Einbindung der Schulen in die Versuche intensivieren.
  1. Die Verbundform hat sich bisher als sehr fruchtbar erwiesen.