Ludwig-Erhard-Schule in Kiel

Projektleitfaden: Unternehmensgründung                       © Böhm/Müller 29.08.1998

Ziel des Unterrichtsprojekts ist die Gründung eines (fiktiven) Unternehmens.

I.

Jeweils eine Schülergruppe (4-5 Schüler) bilden ein Team. Die Zusammensetzung der Gruppe wird durch Los entschieden.

Ein Projekt verläuft in verschiedenen Phasen, die Sie auch auf Ihre Unternehmensgründung anwenden können.

Projektauftrag:

  • Zielsetzung,

  • Aufgabenstellung.

Projektplanung:

  • Projektstrukturplanung, -netzplan,

  • Aufgabenplanung,

  • Personalplanung,

  • Terminplanung,

  • Kostenplanung,

  • Materialplanung,

  • Kapazitätsplanung.

Projektabschluss; Projektkontrolle:
  • Zielerreichung kontrollieren,
  • Ist-Soll-Vergleich,
  • Dokumentation,
  • Leistungsstörung beheben,
  • Abschlußbericht,
  • Nachkalkulation,
  • Qualitätssicherung.

Projektdurchführung; Projektsteuerung:

  • Arbeitsabläufe kontrollieren,

  • Fortschrittsbesprechungen durchführen,

  • Verhandlungen führen,

  • Konflikte lösen,

  • (bei anderen Projekten auch:
    Systemeinführung; Kundenübergabe,
    Kunden einweisen und evtl. schulen)

 

II.

Das Unterrichtsprojekt Unternehmensgründung besteht aus den folgenden Phasen, die Sie jeweils in Ihrer Gruppe analysieren, planen, durchführen und auswerten sollen. Die angegebenen Tage sind Richtwerte, die in Absprache mit den Lehrern verändert werden können. Dabei wird von Ihnen an einigen Stellen des Projektes verlangt, dass Sie Ihre Ergebnisse der Klasse darstellen sollen.

Ablaufplan:

Beginn: Freitag, 4. September 1998 (1/2 Stunde)

  1. Ziele der Unterrichtseinheit; Vorgehensweise;
    Bewertungsrichtlinien.

Klassengespräch

Gruppenbildung

Info: Beurteilung (Ausgabe Infoblatt Präsentationskriterien)

Hinweis:
- Gruppenbewertung 30%
- Einzelbewertung 30%
- Klausur 40%

Dokumentationspflicht:
- Ausführliche Darstellung der Fakten und Arbeitsweisen
  (Informationsbeschaffung, Entscheidungsfindung, soziale Probleme)

Montag, 7. September

  1. Geschäftsidee/Zukunftsaussichten

Gruppenarbeit

- Zeitschriften,
- gelbe Seiten,
- PC (Programm: Unternehmensgründung, Internet)
- Schulbücher
- Arbeitsblatt Nr. 1 mit Arbeitsauftrag
  1. Information der Schüler über das "eigene" Kapital

Gruppenarbeit

 
  1. Strukturierung der benötigten Informationen

Frontal

- Metaplan
- Arbeitsblatt Nr. 2: Aufgabenstellung
- Ordnung nach Dringlichkeit

Wichtig:
- Arbeitsaufteilungen
- Terminvereinbarungen
- Gruppenarbeitsaufteilung unter den Gruppen

  1. Gruppenarbeit mit Klärung der offenen Fragen

arbeitsteilige Gruppenarbeit

z.B.
- IHK
- Amtsgericht
- Stadt Kiel
- Finanzamt
- Sozialversicherung
- Gewerbeaufsichtsamt
- Präsentationsvorbereitung

Die Schüler bleiben in der Schule!

Hilfsmittel: PC-Programme, Internet, Literatur/Broschüren

Dienstag, 8. September

  1. Informationsbeschaffung, evtl. Stadtgang
    Nachmittag: Evtl. Termine mit Fachleuten.
 

Mittwoch, 9. September

  1. Verarbeitung der Informationen
  2. Präsentation der Teilergebnisse mit Infomaterial für die Mitschüler
 
Donnerstag, 10. September
  1. Unternehmensgründung auf der Grundlage der Datenkarten

Gruppenarbeit

Wahl und Begründung der geeigneten Unternehmensformen

Präsentationsvorbereitung

Materialien:
- Informationsblätter Unternehmensformen
- PC: Programm: Unternehmensgründung
- PC: Internet

Freitag, 11. September
  1. Finanzierung: Gründungsinvestition/Laufende Kosten

(durch REWE-Lehrer)
Gruppenarbeit

Ziel: Gründungsbilanz
AB: Checkliste mit Kapitalbedarf,
Eigenkapital

  1. Kalkulation/Liquiditätsberechnung 

(durch REWE-Lehrer)
Gruppenarbeit

Kalkulationsschema evtl. mit Excel
Montag, 14. September
  1. Gruppenarbeit zur Klärung offener Fragen sowie Vorbereitung der Abschlusspräsentation
 
Dienstag, 15. September
  1. Abschlusspräsentation
Abschlusspräsentation, wenn möglich zusätzlich vor "fremden Personen". Jede Gruppe präsentiert ohne die anderen Schüler. Die Präsentationen werden auf Video aufgezeichnet und im Anschluss ausführlich besprochen!
Freitag, 18. September
  1. Projektkritik
  2. Abschlussklausur
  

III.

Sie sollten die "Rollenverteilung/Aufgabenverteilung" innerhalb der Gruppe schriftlich festhalten. Es bietet sich an, die Rollen auch regelmäßig zu wechseln.

Beispiel für das Informationsblatt:

 

Gesprächsleiter

Protokollführer

Zeitnehmer

Dokumentation

Besondere Aufgaben

Montag

         

Dienstag

         

...

         

VI:

Behalten Sie bei der Bearbeitung der einzelnen Punkte die Projektphasen immer im Auge! Hier die Phasen eines Arbeitsauftrages:

 

1. Schritt: Informationsphase: Was soll getan werden?

Lesen Sie zunächst den Arbeitsauftrag genau durch. Stellen Sie Verständnisschwierigkeiten fest, notieren Sie diese, um sie später allein oder im Team (ggf. Lehrer) zu klären. Haben Sie keine weiteren Schwierigkeiten, so halten Sie alle Arbeiten und sonstige Aufgaben, die durch den Auftrag entstehen, in einer Liste fest. Dadurch erhalten Sie ein Hilfsmittel, auf das Sie immer wieder zurückgreifen können.

=> Arbeitstechnik: Kreativitätstechniken

Versuchen Sie, Informationen und Ideen zu sammeln, die für den Auftrag wichtig sind!

2. Schritt: Planungsphase "Wie geht man vor?

Die Arbeitsplanung erfordert, dass Sie die gesammelten Informationen in einem entsprechenden Ziel-, Arbeits- und Zeitplan einbringen. Bei jedem Arbeitsauftrag planen Sie , wann, wie und mit welchem Ziel Sie den Auftrag ausführen. Dabei können sie sich von folgenden drei Grundsätzen leiten lassen:

  • Erster Grundsatz: Kein Ergebnis ohne Planung!

Wenn es auch wenige Ausnahmen gibt, die ohne Planung zum Ziel führen, sollten Sie trotzdem diesen Grundsatz beherzigen.

  • Zweiter Grundsatz: Der Weg ist das Ziel, und er beginnt mit dem ersten Schritt!

Strukturieren Sie innerhalb einer komplexen Aufgabenstellung die Aufgabe nach dem Schwierigkeitsgrad in - gering, mittelschwer und sehr schwer bzw. komplex. Beginnen Sie mit leichten Teilaufgaben. Gehen Sie anschließend nach der "Schritt-für-Schritt-Technik" bei der Bearbeitung vor. Fügen Sie am Ende die Schritte zu einem Ganzen zusammen. Sie erhalten dann herausragende Leistungen, wenn Sie die einzelnen Teilleistungen in kreativer Weise gestalten und zusammensetzen.

  • Dritter Grundsatz: Vom Detail zum Ganzen!

Sie arbeiten dann erfolgreich, wenn Sie die gegebenen Arbeitsaufgaben in alle Detailaspekte aufgliedern, die Informationen sammeln, um jede einzelne Detailfrage zu lösen, Teilentwürfe für jeden einzelnen Problemkreis dokumentieren und am Ende die Gesamtplanung erstellen.

3. Schritt: Entscheidungsphase "Lösungsweg auswählen"

Bei der Planung der konkreten Arbeitsschritte werden Sie auf verschiedene Problem- bzw. Lösungsansätze kommen. Entscheidungen müssen getroffen werden, welcher Bearbeitungsweg- bzw. Lösungsweg gewählt werden soll. Im Team entscheiden Sie, ob die vorgesehenen Vorgehensweisen fachlich richtig und sinnvoll sind. Der Zeitpunkt, WANN Sie die Entscheidung treffen, hängt von dem Reifegrad Ihrer Ausarbeitung und der noch zur Verfügung stehenden Zeit ab. "Besser eine falsche Entscheidung treffen als gar keine", kann schon richtig sein, trifft aber nicht immer zu.

V.

Bewertung: Die Lehrer geben Ihnen zum Abschluss des Projekt eine Note. Diese Note setzt sich folgendermaßen zusammen: Es wird die Gruppenleistung (Inhalt der Präsentationen, Abschlussdokumentation) und die Einzelleistung (Individueller Einsatz während der Projektwochen, evtl. Präsentationen, Präsentationsbesprechung und Abschlussklausur).

VI.

Protokollieren Sie während des Projekts fortlaufend Ihre Vorgehensweise sowie Ergebnisse, Erfolgserlebnisse und Schwierigkeiten, die Sie in Ihrer Arbeitsgruppe erlebt haben. Am Ende des Projektes muss Ihre ein Abschlussdokumentation abgeben. Für diese Abschlussdokumentation erhält Ihre Gruppe, und damit Sie, eine Note, die in Ihre Betriebswirtschaftsnote mit eingeht!!

VII.

Haben Sie keine Hemmungen, den Kontakt zu anderen Gruppen und Ihrem Lehrer zu suchen.

VIII.

Die Arbeit darf und soll auch Spaß machen.

 

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