Kundenauftrag
Arztpraxis
Arnd und Zora M.

Situation:

Lage der Arztpraxis
Die Arztpraxis befindet sich in einem 1896 erbauten Mehrfamilienhaus mit exponierter Lage im Erdgeschoss. Auf dem gleichen Flur befindet sich eine Wohnung, die vom Hauseigentümer, dem Vater des A. bewohnt wird. In der 1. Etage liegen zwei Wohnungen. Die Wohnung über der Arztpraxis ist leerstehend. Sie soll vom Ehepaar Arnd und Zora M. bezogen werde. Die gegenüberliegende Wohnung wird von einer weiteren Mieterpartei bewohnt.

Aussage zu den Personen
Arnd M. ist Internist mit abgeschlossener Facharztausbildung. Er übernimmt zum 01.August des Folgejahres die gut eingeführte Arztpraxis seines Vaters. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen sind diesbezügliche Vereinbarungen schon geschlossen.

Zora M. ist Werbegrafikerin. Gegenwärtig widmet sie sich der Erziehung der beiden minderjährigen Kinder ( 6 und 2 Jahre).

Gegenwärtig befinden sich beide im Auslandseinsatz in Südamerika. Arnd. M ist dort über die Entwicklungshilfe als Arzt tätig. Der Einsatz läuft Ende Juni des Folgejahres aus.

Für Absprachen steht Telefon/FAX und e-mail zur Verfügung.

Grundriss_Arztpraxis-04.gif (24473 Byte)

Kundenauftrag:

Elektroinstallation

Ausgangslage:

Vor ca. 3 Jahren wurde nach einer Havarie (Kabelbrand durch Überlastung) eine neue Steigleitung vom Zählerschrank im Hauseingangsbereich zur Arztpraxis verlegt ( NYM 5* 6 mm5). Es wurde ein neuer Unterverteiler ( UP- 3 reihig) gesetzt. Alle abgehenden Leitungen wurden bis auf eine Steckdosenleitung (Absicherung 16 A), die in den Behandlungsraum 1 führen im alten Zustand belassen. Dieser Steckdosenkreis ist über einen FI-Schutzschalter ( 63 A, 30 mA) geführt. Die restlichen 2 Steckdosenkreise ( 16 A) und der Beleuchtungskreis (10 A) wird ausschließlich über Leitungsschutzschalter geführt.

Kundenwünsche:

  • 1 Beleuchtungskreis

  • Aufteilen der Steckdosenkreise

  • Es sollen alle Vorleistungen getroffen werden, um später eine Bus-Lösung für Beleuchtung, Jalousien und Einzelregelung der Heizkörper realisieren zu können.

  • Die Steckdosen sollen so angebracht werden, dass keine Unfallgefahren durch Verlängerungsleitungen auftreten können.

  • Brandschutzmeldeanlage

  • Einbruchmeldeanlage -Meldung direkt an Polizei

Telekommunikation

Ausgangslage:

vorhanden ist eine Telefonanlage ( Baujahr 1979). Folgende Geräte sind angeschlossen: 1 Kombigerät in der Aufnahme, je 1 Telefon in den Behandlungsräumen

Kundenwünsche:
preislich günstigste Möglichkeit um folgende Funktionen auszuführen:

  • Telefonanschluss in allen Funktionsräumen und der Patientenaufnahme mit Internverbindung zu allen Geräten, Anrufweiterschaltung intern und extern, Konferenzschaltung, Automatischer Rückruf bei besetzt, Speichermöglichkeit für häufig genutzte Telefonnummern ( ca. 150 ) Türfreisprecheinrichtung mit Türklingel und Türöffnerfunktion, Anzeige der Rufnummer

  • FAX-Betrieb über PC und Fax-Gerät (Normalpapier)

  • PC- unterstützendes Telefonieren

  • Internet-Zugang vom PC im Behandlungsraum 1

  • Fernwartung der Kommunikationsanlage

  • günstiger Anbieter, wenn in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr vorwiegend im Orts- und Nahbereich telefoniert wird.

PC-Technik

Ausgangslage:
vorhandene Technik

1 PC Intel 80386 Prozessor, 40 MHz, Festplatte 40MB, RAM 8 MB, Monitor monochrom 14" mit angeschlossenen Chipkartenlesegerät und Nadeldrucker

1 PC Pentium 75 MHz, 100 MHz, 300 MB Festplatte, 16 MB-RAM, Farbmonitor 14"

Kundenwünsche:

  • vorhandene Technik soll auf weitere Nutzbarkeit überprüft werden

  • es soll ein sicheres Netzwerk aufgebaut werden, das Zugangsmöglichkeiten in der Aufnahme, den Behandlungsräumen, der Verwaltung und dem Labor vorsieht. Notwendige Rechentechnik ist zu ergänzen. In der Annahme soll ein Netzwerkdrucker stehen, über den Behandlungsnachweise und ärztliche Verordnungen ( Rezepte) ausgedruckt werden können. Der Drucker in der Verwaltung soll als lokaler Drucker ausgelegt sein.

  • Die Zugriffsmöglichkeiten zu den Datensätzen der Patienten soll über Passwort und unterschiedliche Zugangsrechte gesichert sein:

    • Arzt:
      alle Rechte

    • Aufnahme:
      allgemeine Patientendaten wie Name, Vorname, Anschrift, Krankenkasse,
      früher verordnete Medikamente
      Mit den Rechten: Aufnahme und Änderung der Patientendaten
      Arzneimitteldatenbank verwalten

    • Labor:
      allgemeine Patientendaten mit dem Recht der Eingabe von Laborwerten

    • Verwaltung:
      allgemeine Patientendaten, ärztliche Leistungen gemäß der geltenden Gebührenordnung, Übersicht über die durchgeführten Laboranalysen und Gerätemedizin (ohne Werte) mit dem Ziel der Erfassung für die Abrechnung. Weitergabe der Daten an die Krankenkassen auf unterschiedlichen Medien (Papier, Diskette, ZIP-Diskette, CD, Band)
      Buchungsvorgänge (ON- und OFF-Line)
      Kontoführung

  • Es muß sichergestellt werden, dass die Patientendaten zu jeder Zeit zur Verfügung stehen

  • Lesen von Chipkarten durch Arzt und Aufnahme

  • Bei Hausbesuchen soll der Zugriff auf die Patientendaten über Chipkartenlesegerät, Handy und Laptop möglich sein

  • Notstromversorgung

Sonderwünsche/ Bedingungen

Arnd M möchte die bisherigen Sprechstundenhilfen seines Vaters ( Gerda B. 56 Jahre und Monika 43 Jahre) `übernehmen. Beide besitzen ein distanziertes Verhältnis zu moderner Technik.

Die Technik muß so einfach zu bedienen sein, dass `UngeübteA sich schnell einarbeiten können. Es wird eine Dokumentation gefordert, mit der "einfache" Fehler selbst behoben werden können.

Zora M. möchte spätestens in sechs Jahren wieder in ihrem Beruf arbeiten. Es ist geplant, bis dahin in der Wohnung für Zora und Arnd, der gegenwärtig an seiner Habilitation arbeitet, ein gemeinsames Büro einzurichten. Am Feierabend möchte Zora einige Projekte weiter bearbeiten. (Zora überlegt, ob sie durch die Einstellung einer Arbeitshilfe sogar früher wieder verstärkt in ihrem Beruf arbeiten kann. Die genauen finanziellen und gesetzIichen Regelungen sind ihr unbekannt.)

Arnd hat gehört, dass der Einsatz von Glasfasernetzen besonders effektiv sei.

Projektorientierte Ausbildung im Bereich der neuen IT-Berufe

Leitsätze
"Die Ausbildungsordnungen werden nicht mehr die Vermittlung einzelner Qualifikationen und bestimmter Techniken, Verfahren und Werkzeuge vorsehen. Vielmehr sollen die Kenntnisse und Fertigkeiten auf die Fähigkeit zur Ausführung praxisgerechter Aufträge ausgerichtet sein." (Kallendorf, D.: Neue Berufe im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik bei der Deutschen Telekom, S. 80; Hervorhebung von C. R.)

"Wurden bisher die Ausbildungsinhalte überwiegend aus den Anforderungen der Produktion abgeleitet, so sind die neuen Berufe konsequent auf Dienstleistungen in der Informations- und Kommunikationstechnik ausgerichtet. Kundenorientierung wird zum durchgängigen wichtigen Element der beruflichen Handlungskompetenz. Verkauf und Vertrieb gehören für alle vier Berufe zu den Kernqualifikationen." (Kallendorf, D.: Neue Berufe im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik bei der Deutschen Telekom, S. 80; Hervorhebungen von C. R. )

"Durch die Projektarbeit und deren Dokumentation soll der Prüfling belegen, daß er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und kundengerecht umsetzten kann sowie Dokumentationen kundengerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren kann." (Bundesinstitut für Berufsausbildung, Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, Artikel 2, § 6, Bonn: 25.02.1997)

Gestaltung des Kundenauftrags als eine umfassende Projektaufgabe

Die folgende Skizze ist nicht vollständig. Zum Teil kann sie auch nicht eindeutig aufgelöst werden. Insofern ist sie offen für Anregungen, Ergänzungen, Modifikationen: Entsprechend der Schüler-, Lehrer- und Betriebsbedürfnisse können Ideen, Fragen Interessen und Bedürfnisse eingebracht werden. Zum Teil sollen/müssen alternative Pfade bedacht und erkundet werden. Widersprüche zwischen verschiedenen Bezugsinteressen müssen deutlich herausgearbeitet, dargestellt, diskutiert, vermittelt und letztendlich wie im Leben entschieden werden.

Projekt_Arztpraxis.gif (6396 Byte)

Die einzelnen Moderatoren und Fachlehrer mögen orientiert an der Skizze ihre Fragen, Aufgaben, Interessen, Zeitpläne und Bearbeitungsaufträge entwickeln. Fehlende Informationen können Ihnen zum Teil – auf Nachfrage – von der Projektleitung zur Verfügung gestellt werden.

Die Auflösungen sollen allen Beteiligten immer wieder untereinander kurz vorstellt werden.

Hinweis: In der Projektentwicklung werden sich immer wieder Veränderungen ergeben. Die Projektleitung wird zu verschiedenen Zeiten (unerwartete) Ergebnisse persönlicher, ökonomischer, technischer .... Art "einspielen".

  

AGS-Projekt-Arztpraxis (wpd-Datei): Datei download

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