Prüfungen im IT-Bereich

Blaue Änderungen Ulrich Kleinknecht [ukk@ukleinknecht.de]
Rote Änderungen Kieler Kollegen axel.boehm@t-online.de

1. Prüfungsvorgaben

1.1 Zwischenprüfung:

Der Prüfling soll in einer schriftlichen Prüfung vier Aufgaben bearbeiten, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen. Dabei ist auch die Befähigung zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren sowie das handeln im betrieblichen Gesamtzusammenhang einschließt, nachzuweisen.

Zu prüfende Themen:

SE FI SK IK
  • Betriebliche Leistungsprozesse und Arbeitsorganisation
  • Informations- und telekommunikations-
    technische Systeme
  • Montagetechnik
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Betriebliche Leistungsprozesse und Arbeitsorganisation
  • Informations- und telekommunikations-
    technische Systeme
  • Programmerstellung und -dokumentation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Betriebliche Leistungsprozesse und Arbeitsorganisation
  • Informations- und telekommunikations-
    technische Systeme
  •  Vertrieb
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Betriebliche Leistungsprozesse und Arbeitsorganisation
  • Informations- und telekommunikations-
    technische Systeme
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
1.2 Abschlussprüfung

In der Abschlussprüfung schlägt sich die Idee eines ganzheitlichen Ausbildungskonzeptes nieder; bereichsübergreifendes Denken und Handeln stehen im Vordergrund.

Die Prüfung gliedert sich in 2 Teile:

Beruf Ganzheitliche Aufgabe I Ganzheitliche Aufgabe II
SE Beschreiben der Vorgehensweise zur systematischen Eingrenzung eines Fehlers in einem System der Informations- und Kommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Leistungsmerkmale des Systems beurteilen, Signale an Schnittstellen prüfen, Protokolle interpretieren sowie Experten und Diagnosesysteme einsetzen kann.

Anfertigen eines Arbeitsplanes zur Installation und Inbetriebnahme eines Systems der Informations- und Telekommunikationstechnik nach vorgegebenen Anforderungen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die zur Installation und Inbetriebnahme des System notwendigen Geräte und Hilfsmittel einschließlich der Stromversorgung, unter Beachtung der technischen Regeln auswählen und den notwendigen Arbeitseinsatz sachgerecht planen kann.

Bewerten eines Systems der IT-Technik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Leistungsmerkmale, Benutzerfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Erweiterbarkeit des Systems hinsichtlich definierter Anforderungen beurteilen kann.

Entwerfen eines Datenmodells für ein Anwendungsbeispiel. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Kundenanforderungen in ein Datenmodell umsetzen kann.

Benutzergerechtes Aufbereiten technischer Unterlagen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die zur Anwendung IT-technischer Systeme notwendigen Inhalte fachsprachlicher, einschließlich englischsprachiger Bedienungsanleitung, Dokumentationen und Handbücher benutzergerecht aufbereiten kann.

Vorbereiten einer Benutzerberatung unter Berücksichtigung auftragsspezifischer Wünsche anhand eines praktischen Falles. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er ein Beratungskonzept entwickeln und kundenorientiert handeln kann.

FI Planen eines Softwareproduktes zur Lösung einer Fachaufgabe. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Softwarekomponenten auswählen, Programmspezifikationen anwendungsgerecht festlegen sowie Bedienoberflächen funktionsgerecht und ergonomisch konzipieren kann.

Grobplanung eines Projektes für ein zu realisierendes System der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er das System ent-sprechend den kundenspezifischen Anforderungen unter wirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Gesichtspunkten selbständig planen kann.

Entwickeln eines Benutzerschulungskonzeptes für ein beschriebenes informations- und telekommunikationstechnischen System. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er eine anwendungs- und benutzergerechte Schulungsmaßnahme entwickeln sowie den dafür erforderlichen Aufwand ermitteln kann. Entwickeln eines Sicherheits- oder Sicherungskonzeptes für ein gegebenes System der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er ein nach wirtschaftlichen, organisatorischen und technische Aspekten geeignetes Sicherheits- oder Sicherungskonzept planen und Maßnahmen für dessen Umsetzung erarbeiten kann.

Bewerten eines Systems der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Leistungsmerkmale, Benutzerfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Erweiterbarkeit des Systems hinsichtlich definierter Anforderungen beurteilen kann.

Entwerfen eines Datenmodells für ein Anwendungsbeispiel. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Kundenanforderungen in ein Datenmodell umsetzen kann.

Benutzergerechtes Aufbereiten technischer Unterlagen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die zur Anwendung Information- und telekommunikationstechnischer Systeme notwendigen Inhalte fachsprachlicher, einschließlich englischsprachiger Bedienungsanleitungen, Dokumentationen und Handbücher benutzergerecht aufbereiten kann.

Vorbereiten einer Benutzerberatung unter Berücksichtigung auftragsspezifischer Wünsche anhand eines praktischen Falles. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er ein Beratungskonzept entwickeln und kundenorientiert handeln kann.

SK Erstellen eines Angebotes für ein System der Informations- und Telekommunikationstechnik aufgrund vorgegebener fachlicher und technischer Spezifikationen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die erforderlichen Eigen- und Fremdleistungen ermitteln, Termine planen sowie Kosten und Preise kalkulieren kann.

Planen eines informations- und telekommunikationstechnischen Systems nach vorgegebenen Anforderungen eines Kunden. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Lösungskonzepte entsprechend den Kundenanforderungen entwickeln kann.

Bewerten eines Systems der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Leistungsmerkmale, Benutzerfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Erweiterbarkeit des Systems hinsichtlich definierter Anforderungen beurteilen kann.· Entwerfen eines Datenmodells für ein Anwendungsbeispiel. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Kundenanforderungen in ein Datenmodell umsetzen kann.· Benutzergerechtes Aufbereiten technischer Unterlagen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die zur Anwendung informations- und telekommunikationstechnischer Systeme notwendigen Inhalte fachsprachlicher, einschließlich englischsprachiger Bedienungsanleitungen, Dokumentationen und Handbücher benutzergerecht aufbereiten kann.· Vorbereiten einer Benutzerberatung unter Berücksichtigung auftragsspezifischer Wünsche anhand eines praktischen Falles. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er ein Beratungskonzept entwickeln und kundenorientiert handeln kann .
IK Durchführen eines Angebotsvergleichs auf der Grundlage vorgegebener fachlicher und technischer Spezifikationen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er unter Beachtung wirtschaftlicher, fachlicher und terminlicher Aspekte Angebote systematisch aufbereiten und auswerten sowie die getroffene Auswahl begründen kann.

Entwickeln eines Konzeptes zur Organisation des Datenschutzes, der Datensicherheit oder der Festlegung von Zugriffsrechten. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen, organisatorischen Abläufe und Zuständigkeiten betriebliche Standards zum Einsatz von Systemen der Informations- und Telekommunikationstechnik entwickeln kann.

Bewerten eines Systems der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Leistungsmerkmale, Benutzerfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Erweiterbarkeit des Systems hinsichtlich definierter Anforderungen beurteilen kann.

Entwerfen eines Datenmodells für ein Anwendungsbeispiel. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die zur Anwendung informations- und telekommunikationstechnischer Systeme notwendigen Inhalte fachsprachlicher, einschließlich englischsprachiger Bedienungsanleitungen, Dokumentationen und Handbücher benutzergerecht aufbereiten kann.

Vorbereiten einer Benutzerberatung unter Berücksichtigung auftragsspezifischer Wünsche anhand eines praktischen Falles. dabei soll der Prüfling zeigen, dass er ein Beratungskonzept entwickeln und kundenorientiert handeln kann.

2 Versuch einer Analyse der gegenwärtigen Prüfungen

2.1 Zwischenprüfungen

Die Zwischenprüfungen beinhalten fast ausschließlich gebundene Fragen. Die Zielstellung des selbständigen Planens kann mit solchen Aufgaben aus unserer Sicht nicht erreicht werden.
Hinzu kommt, dass die Teilnahme an der Zwischenprüfung noch immer nur eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung darstellt.

2.2 Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung 2000 wurde wie bekannt mit großer Kritik begleitet, die teilweise begründet erscheint.

Aus unserer Sicht scheinen zu den Überlegungen, die bereits seitens der Prüfungserstellungsausschüsse gibt, nachfolgende Punkte weiterer Diskussion:

3 Empfehlung

Um die oben geschilderten Mängel zu minimieren und gleichzeitig die Bedeutung des Stellenwerts der Zwischenprüfung zu erhöhen wird folgendes Prüfungsszenario vorgeschlagen:

3.1 Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfungen in der gegebenen Form sind ohne Aussagekraft. Ein Ersatz durch neue Zwischenprüfungen sollte lieber durch die Abschaffung des Kostenfaktors Zwischenprüfung ersetzt werden. Zeugnisse von Arbeitgeber und schulischer Seite könnten zum Zwischenprüfungszeitpunkt viel mehr aussagen. Gewicht: 25% Ein Kollegen formulierte auch folgenden, weitergehenden Gedanken: Ich bin insgesamt gegen die Absolvierung einer Zwischenprüfung. Meiner Meinung sollten die Berufsschulzeugnisse bis zum Zeitpunkt der bisherigen Zwischenprüfung die Zwischenprüfung ersetzen. Ebenso sollte bei einem zu schlechtem Notendurchschnitt die Zulassung zur Abschlussprüfung verweigert werden, so dass der Schüler ein Jahr wiederholen muss. Zur Abschlussprüfung kann ich mich dem Vorschlag, dass sich die Abschlusszeugnis der Berufsschule zu 25% in die Abschlussnote eingeht, anschließen. Um diesen Betrag sollte dann der Umfang der Abschlussprüfung reduziert werden. Ralf Meier, 28.11. 00

In der Zwischenprüfung wird eine ganzheitliche berufliche Aufgabe gestellt, die den Intentionen der Handlungs- und Geschäftsprozessorientierung entspricht. Mit der Prüfung müssen die Kompetenzbereiche

Die Ergebnisse gehen als "Ganzheitliche Aufgabe 1" mit einer Wertigkeit von 25 % in die Abschlussprüfung ein.

Bei der Zwischenprüfung erhält der Auszubildende die Möglichkeit aus einem Katalog von Aufgaben (zum Beispiel 4) eine Aufgabe auszuwählen, die er bearbeitet. Dieser entstehende Aufgabenpool sollte von Prüfungsausschuss vor Ort aufgestellt werden, um die territorialen Besonderheiten und die unterschiedlichen betrieblichen Ausbildungsbedingungen berücksichtigen zu können.

Bei der Bearbeitung der Aufgaben sind alle Hilfsmittel (auch Internet) außer Kommunikationsmitteln (Internet) erlaubt. Rechner mit Standardausrüstung (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank, Präsentation, Compiler) werden durch die prüfende Institution (oder Schule) gestellt.

Antwort von Uli Kleinknecht zum Kieler Vorschlag:
Ich habe die Kieler Änderungen des Erfurter Papier gelesen und finde sie, bis auf eine Ausnahme gut. damit das Papier nicht ständig durch die Welt geschickt wird hier nur eine Anmerkung. Die Kieler haben das Internet ganz aus dem Papier gestrichen. Das Argument (Prüfungschat) leuchtet mir zunächst ein. Allerdings denke ich wir können auf lange Sicht nicht Leute ausbilden die in diesem Bereich beruflich tätig sein müssen/können/wollen und Kompetenzen im Umgang mit dem Medium unter den Tisch fallen lassen. Wir sollen uns für den Abschlussbericht noch einmal mit diesem Thema auseinandersetzen, vielleicht finden wir gemeinsam eine Alternative. Die Idee des Kollegen Meier aus Kiel die Z-Prüfung ganz fallen zu lassen und dafür das Schulzeugnis in die Bewertung einzubeziehen finde ich ausgesprochen gut!!!.

Zu prüfen ist, ob für die Aufgabenbearbeitung Rechentechnik zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit dieser Variante wird einerseits erreicht, dass die Wertigkeit der Zwischenprüfung steigt. Die Wichtung von 25 % lässt noch alle Möglichkeiten der Verbesserung des Ergebnisses für den Auszubildenden und der Auszubildende lernt mit dem Prüfverfahren bereits die Anforderungen in der Abschlussprüfung kennen.
Es soll gerüchteweise sogar auf Kammerseite über die Abschaffung der Zwischenprüfung nachgedacht werden.

3.2 Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht aus der Bearbeitung der Ganzheitlichen Aufgabe 2, der Prüfung in Wirtschafts- und Sozialkunde und der betrieblichen Projektarbeit.

Das Abschlusszeugnis der Berufsschule wird mit 25% gewichtet, sodass mit Eintritt in die Abschlussprüfung 50% der Note feststehen.

Bei der Bearbeitung der Aufgaben sind alle Hilfsmittel (auch Internet) außer Kommunikationsmitteln (Internet) erlaubt. Rechner mit Standardausrüstung (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank, Präsentation, Compiler) werden durch die prüfende Institution gestellt.

3.2.1 Wirtschafts- und Sozialkunde

Bleibt in der bisherigen Form bestehen.

3.2.2 Ganzheitliche Aufgabe 2

Vorgehensweise wie bei der ganzheitlichen Aufgabe 1,
Allerdings umfasst der zu prüfende Stoff den gesamten Ausbildungsinhalt.

Die Aufgabe umfasst alle Kenntnisse, Fertigkeiten und Inhalte der gesamten Ausbildung des jeweiligen Ausbildungsberufes oder seiner Fachrichtung; keine Aufgaben mehr, die allen gerecht werden sollen.

3.2.3 Betriebliche Projektarbeit

Ich denke, der externe Gutachter wird sehr schwer zu finden sein und das Gutachten vom Betrieb erzeugt dort zum Teil ganz neue Ausbildungslasten, deren Wirkung noch nicht einzuschätzen sind.

Anlage: Berechnungsschema

  Punkte Prüfungsteil  
  25 Zwischenprüfung  
  75 Abschlussprüfung  
  100 Summe  
       
Zwischenprüfung Punkte Abschlussprüfung Punkte
50% 12,5 50% 37,5
67% 16,75 67% 50,25
81% 20,25 81% 60,75
92% 23 92% 69
Fall 1: Punkte jeweils an der Untergrenze
Zwischenprüfung Abschlussprüfung entspricht Note Punkte gesamt Gesamtzensur
12,5 60,75 " 4 + 2" 73,25 3
12,5 69 " 4 + 1" 81,5 2
16,75 69 " 3 + 1" 85,75 2
20,25 69 " 2 + 1" 89,25 2
Fall 2: Punkte Zwischenprüfung Untergrenze, Abschluss zwischen zwei Zensuren
Zwischenprüfung Abschlussprüfung entspricht Note Punkte gesamt Gesamtzensur
12,5 43,9 " 4 + 2" 56,4 3
12,5 72,0 " 4 + 1" 84,5 2
16,75 72,0 " 3 + 1" 88,8 2
20,25 72,0 " 2 + 1" 92,3 1
Fall 3: Punkte Zwischen- und Abschlussprüfung zwischen 2 Zensuren
Zwischenprüfung Abschlussprüfung entspricht Note Punkte gesamt Gesamtzensur
14,6 43,9 " 4 + 2" 58,5 3
14,6 72,0 " 4 + 1" 86,6 2
18,5 72,0 " 3 + 1" 90,5 2
24,0 72,0 " 2 + 1" 96,0 1