Unterlagen - Bremen

Die Unterlagen aus Bremen sind auf deren Server unter folgendem Link hinterlegt:
http://www.szut.uni-bremen.de/modellversuche/sediko/projekte/index.htm

 

 

Rahmenbedingungen und Zielsetzungen zur Unterrichtsgestaltung in den IT-Klassen am Schulzentrum des Sekundarbereichs II Utbremen

Kurzbeschreibung zur Ausbildung in den IT-Modellversuchsklassen an der Schule

Seit 1997 werden im Schulzentrum Utbremen Sekundarstufe II bis auf den IT-System-Elektroniker, der in den nächsten Jahren ebenfalls an diese Schule kommen soll, alle IT-Berufe angeboten. Die Schule hat damit von Anfang an für das Land Bremen, aber auch für das niedersächsische Umland eine zentrale Funktion für die IT-Ausbildung übernommen. Zur Zeit gibt es ungefähr 240 Schüler in 3 Jahrgangsstufen mit 11 Klassen.

Am Modellversuch sind vier Klassen des zweiten Ausbildungsjahrgangs beteiligt. Die Klassen sind den einzelnen Berufen zugeordnet. Da im Schulzentrum seit Jahrzehnten im kaufmännischen und im naturwissenschaftlich-technischen Bereich jeweils mit dem Schwerpunkt Datenverarbeitung/Informatik ausgebildet wird, waren beim Lehrpersonal die erforderlichen Fachkenntnisse vorhanden. Die neuen Unterrichtsformen in einer lernfeldübergreifenden Unterrichtssituation mussten allerdings von allen Kollegen neu erarbeitet werden. Die technische Ausstattung der Schule ermöglicht es, den Fachunterricht größtenteils in Kombiräumen (PC-Labor und Unterrichtsraum) durchzuführen. Allerdings ist es zur Zeit nicht möglich, den gesamten Unterricht in einem speziell für die IT-Berufe konzipierten Gebäudesegment mit verzahnten Kombiräumen zu realisieren.

Nach längeren Gesprächen mit den Ausbildungsbetrieben über die Unterrichtsorganisation wurde ein Blockunterricht im 2 Wochenrhythmus vereinbart, der die Durchführung von Projektarbeit ermöglicht und gleichzeitig den betrieblichen Wünschen entgegenkommt.

Übersicht und Rahmenplanung zum Unterricht im 2. Ausbildungshalbjahr in den IT-Klassen

Für den Unterricht im 2. Ausbildungshalbjahr in den IT-Klassen stellt der Lehrplan des Landes Bremen einen Rahmen dar, der in seiner Struktur der Zuordnung von Fächern und Lernfeldern sowie deren Zeitrichtwerten bindenden Charakter besitzt. Dabei wird im Fachrahmenlehrplan ausdrücklich ein pragmatischer Ansatz für die Gestaltung eines handlungs-orientierten Unterrichts unterstützt und für dessen Realisierung Unterrichtsgestaltungen bzw. Unterrichtsorganisationen genannt, die einen fächerübergreifenden projektorientierten Unterricht zur Umsetzung der didaktischen Bezugspunkte als eine mögliche Unterrichtsform einschließen. Der Rahmenlehrplan gibt keine zwingende Reihenfolge in der Behandlung der Lernziele vor, um Varianten in der Tiefe und Breite der didaktisch-methodischen Entscheidungen zu ermöglichen.

Fach 

Lernfeld 

Std.

Jahresstd.

Geschäftsprozesse 
  1. Der Betrieb und sein Umfeld
  2. Geschäftsprozesse und betriebliche Organisation
  3. Informationsquellen und Arbeitsmethoden
20
80

20

120
IT-Systeme
  1. Informations- und Arbeitsmethoden
  2. Einfache IT-Systeme
  3. Fachliches Englisch
20

80
20

120
Entwicklung und Betreuung von IT Anwendungssystemen
  1. Entwickeln und Bereitstellen von Anwendungssystemen
80 80

Übergeordnete und gemeinsame Zielsetzungen zur Ausbildung in den IT-Klassen unter besonderer Berücksichtigung der länderspezifischen Modellversuchsziele

Für den Unterricht in den neu gebildeten IT-Klassen wurden von Anfang an übergeordnete und gemeinsame Zielsetzungen von den beteiligten Lehrern entwickelt. Dabei sollten die folgenden Zielformulierungen keine Handlungsanweisungen für die konkrete Unterrichtsorganisation darstellen, sondern Anhaltspunkte für die permanente Veränderung von Lernprozessen über einen längeren Zeitraum bilden und damit eine Orientierungsfunktion erfüllen. Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen, Vorstellungen und Intentionen, mit denen Lehrer in einem tradierten organisatorischen Umfeld diese Arbeit aufnehmen, wäre es vermessen, davon auszugehen, dass ein Unterricht, der diesen Zielformulierungen entspricht, unmittelbar umzusetzen ist.

Die IT-Berufe sind nicht mehr den traditionellen Berufsfeldern des gewerblich-technischen und des kaufmännischen Bereichs zugeordnet. Daher ist eine Lernorganisation zu entwickeln, die die Verzahnung dieser beiden Bereiche in der Ausbildung voranbringt.

Die neu geschaffenen 11 Lernfelder dürfen dabei nicht als eine Form von Fachunterricht verstanden werden, die mit ihren spezifischen Inhalten getrennt voneinander zu behandeln sind. Vielmehr muss eine Lernumgebung geschaffen werden, die es ermöglicht, den Inhalt dieser Lernfelder nach geschäftsprozessorientierten Lernsequenzen zu ordnen.

Vor dem Hintergrund der organisatorischen Veränderungen, die diese neue Berufsstruktur mit sich bringt, muss die Lehrerrolle neu bestimmt werden. Die vorhandene Spezialisierung und Arbeitsteilung von Lehrern muss aufgebrochen werden. Die Fachkenntnisse, die im verstärkten Maße gefordert sind, müssen sich zukünftig als integrative Beiträge eines einheitlichen Unterrichtsprozesses verstehen und nicht mehr als in sich geschlossene Fachgebiete. Neben der fachlichen Qualifikation wird von den eingesetzten Lehrern eine neue Form von Kooperation gefordert.

Während im traditionellen Unterricht die Abfolge der Lerninhalte durch die innere Logik des Fachgebiets vorgegeben war, bestimmt jetzt das arbeitsprozessorientierte Lernen in Lernfeldern den Bedarf an Fachwissen. Dieses erfordert kooperatives Verhalten in allen Phasen während der Unterrichtsgestaltung und der Durchführung von Unterricht.

Vorher stand die Vermittlung von Grundlagen- und Strukturwissen im Vordergrund, während heute die starke Kundenorientierung dieser neuen Ausbildungsberufe der Präsentation von Arbeitsergebnissen größeres Gewicht verleiht.

Begründung der Auswahl einer geeigneten Unterrichtseinheit aus der Halbjahres-Rahmenplanung einer IT-Klasse

Um das Ineinandergreifen kaufmännisch-technischer Inhalte in prozessorientierten Unterrichtsstrukturen für alle Beteiligten - und das schließt Schüler wie Lehrer ein - erfahrbar zu machen, wurde ein Projekt gewählt, das die Lernfelder Geschäftsprozesse und IT-Systeme integrieren sollte. In beiden Lernfeldern tauchen Sachgebiete der klassischen Fächer "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre" und "Einführung in die Informatik" auf. Daneben kann an diesem überschaubaren und von jedem Schüler leicht nachzuvollziehendem Vorgehen das Denken in Projekten erlernt werden.