Unterlagen - Bremen

Entwicklung und Erprobung der ausgewählten Unterrichtseinheit "Beschaffung von PC-Systemen zur Neuorganisation der Textverarbeitung" in der IT-Ausbildung im 2. Ausbildungshalbjahr der Klasse ITU1

Kurzbeschreibung der konkreten Klassensituation und Einordnung der Unterrichtseinheit in die Halbjahresplanung

In der für den Modellversuch ausgesuchten Klasse ITU1 sind die IT-System-Kaufleute zusammengefasst. Die 21 Auszubildenden kommen etwa zur Hälfte aus Großbetrieben und zur anderen Hälfte aus kleineren- bzw. mittelständischen Betrieben und repräsentieren damit die vorhandene Unternehmensstruktur, die in Bremen und dem niedersächsischen Umfeld IT-Berufe ausbildet. Eine Besonderheit stellt der relativ hohe Anteil an Haupt- und Realschulabgängern im Bereich der IT-Berufe in Bremen dar, der mit 66,8% etwas über dem Durchschnitt der im Verbundprojekt beteiligten Schulen (45,2%) liegt.

Bei der Planung des 1. Ausbildungsjahres der am Modellversuch beteiligten Klassen entschlossen sich die Lehrer und Lehrerinnen für ein 2-Phasen-Modell, das in der 1. Phase, d.h. dem 1. Schulhalbjahr einen dem Kurssystem angelehnten Unterricht vorsah, während im 2. Halbjahr der projektorientierte Unterricht im Vordergrund stand. Im ersten Halbjahr wurden grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Geschäftsprozesse, IT-Systeme, Entwicklung und Betreuung von Anwendungssystemen und Arbeitstechniken lernfeldorientiert vermittelt, die die Auszubildenden in die Lage versetzten sollten, auf dieses Basiswissen aufbauend, neue Problemstellungen und Fachkenntnisse im 2. Schulhalbjahr selbständig in Projekten erarbeiten zu können.

Planung und didaktisch-methodisches Konzept der Unterrichtseinheit "Beschaffung von PC-Systemen zur Neuorganisation der Textverarbeitung" im Zusammenhang mit den Vorgaben und der Umsetzung zu den KMK-Lernfeldern

Mit dem Projekt sollten wesentliche Teile der Lernfelder Geschäftsprozesse und IT-Systeme abgedeckt werden. Das Projektziel war die selbständige Durchführung einer Beschaffung von PC-Systemen. Da es für die Auszubildenden das erste Projekt war, das sie in ihrer Ausbildung erarbeiten, stellte das Erlernen des Arbeitens in Projekten selbst ein eigenes Lernziel dieses Projektes dar. Dabei wurde insbesondere auf die Durchführung des Phasenkonzeptes geachtet (siehe Anhang A 1.1). Das Projektziel wurde von außen vorgegeben (Lehrer) und darauf aufbauend mit den Schülern das Vorgehen im Projekt erarbeitet. In dieser Phase der Ausbildung ist es unserer Meinung nach durchaus sinnvoll, wenn die beteiligten Lehrer die Struktur einer Projektplanung vorgeben, um den Schülern ein Gerüst für ihre weiteren Aktivitäten bereitzustellen. Im Einzelnen sollen folgende Teilziele aus den Lernfeldern 2 und 3 unter Berücksichtigung von einigen Teilzielen aus den Lernfeldern 5 und 6 erreicht werden. Das Lernfeld 3a (Arbeitstechniken) ist wie in allen anderen Projekten zu berücksichtigen, stellt bei diesem einführenden Projekt jedoch einen besonderen Schwerpunkt dar. Die Ziele im Einzelnen:

Besondere Planungs- und Umsetzungsaspekte zur Unterrichtseinheit unter Berücksichtigung der organisatorischen Rahmenbedingungen und vorhandenen Lernumgebung sowie der gemeinsamen und länderspezifischen Modellversuchsziele

Die im Projekt zu realisierenden Lernziele bauen auf ein Grundlagenwissen auf, dass den Schülern im 1.Halbjahr vermittelt wurde. Von daher war der Zeitraum, in dem das Projekt durchgeführt werden konnte, vorgegeben. Mit bestimmten Lerngruppen und bei sehr guten Rahmenbedingungen hinsichtlich der Raumkonzeption und dem organisatorischen Umfeld können viele der in diesem Projekt angestrebten Lernziele erreicht werden. Folgende inhaltliche Voraussetzungen waren bei der beschriebenen Projektdurchführung unterstellt:

Die organisatorischen Rahmenbedingungen sind gerade zu Beginn eines Modellversuchs vorgegebene Größen, die erst im Verlaufe des Modellversuchs zu veränderlichen Variablen werden können. Gleichwohl wurde das Projekt auf Grundlage idealtypischer, also selbst definierter organisatorischer Rahmenbedingungen konzipiert, um aufzeigen zu können, welche konkreten Veränderungen in diesem Bereich anzustreben sind. Dabei stellen die folgenden Punkte nur vorläufige Überlegungen dar, die im Verlauf des Modellversuchs einer Änderung unterworfen sein werden:

Didaktisch-methodische Beschreibung zur Umsetzung und Durchführung der dargestellten Unterrichtseinheit

Das Arbeiten in Projekten verlangt ein hohes Maß an Selbstorganisation von den Schülern. Sie müssen lernen mit den Zeiträumen, in denen sie die Arbeitsschritte planen und durchführen, so umzugehen, dass das geforderte Resultat auch zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden ist. Nur wenn zu Beginn eines Projektes das Ziel, der Zeitraum und die Zusammenarbeit in der jeweiligen Projektgruppe eindeutig festgelegt und für alle Beteiligten als für sie bindend anerkannt wird, kann ein Projekt erfolgreich abgeschlossen werden (siehe Anhang A 1.3 und A 1.4). Gerade bei Projekten zu Beginn der Ausbildung ist diese Phase der Festlegung von Zielen und Bewertungskriterien und die Selbstverpflichtung der Schüler auf ein gemeinsames Arbeitsresultat, an dem alle Beteiligten gemessen werden, ein Prozess, der auch in seiner zeitlichen Dimension nicht unterschätzt werden darf.

Dokumentation von Unterrichtsergebnissen

Da die Schüler, aber auch die beteiligten Lehrer ihre Dokumente im verstärkten Maße direkt als Internetseiten oder als Power-Point-Präsentationen aufbereiten, wird gerade im Bereich der neuen IT-Berufe dazu übergegangen, diese Ergebnisse sofort auf den Web-Server der Schule zu legen, um den Beteiligten am Projekt, aber auch der gesamten Schulöffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, diese Informationen abzurufen. Bestimmte Ergebnisse lassen sich daher nur noch mit Schwierigkeiten in der traditionellen Form darstellen.

Da es sich häufig um vorläufige Ergebnisse handelt, wird die Frage virulent, welche Information welcher Personengruppe zugänglich gemacht werden soll. Die Modellversuchsgruppe hat sich auf ein Informationssystem im Internet geeinigt, das für die Gruppenmitglieder ein Informationszentrum darstellt und das von jedem Gruppenmitglied anderen Personen zugänglich gemacht werden kann. Nach Abschluss eines Projektes werden bestimmte Ergebnisse ins allgemeine Netz gestellt und damit der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.