Unterlagen - Bremen

Entwicklung und Erprobung des ausgewählten Unterrichtseinheit 'TkNet' in der IT-Ausbildung im 2. Ausbildungsjahr der Klasse ITM1

Kurzbeschreibung der konkreten Klassensituation und Einordnung der Unterrichtseinheit in die Unterrichtsplanung

Die für das beschriebene Projekt ausgewählte Klasse entspricht der im ersten Zwischenbericht beschriebenen Klasse. Es handelt sich um eine Lerngruppe aus 22 Schüler und Schülerinnen und Schülern die den Beruf IT-Systemkaufmann / -kauffrau erlernen. Für eine vertiefende Beschreibung kann hier auf Kapitel 4.2 (S. 57) des ersten Zwischenberichts verwiesen werden.

Die Einordnung der Unterrichtseinheit kann relativ frei im zweiten Ausbildungsjahr erfolgen, da die Lernfelder nur bedingt auf bisheriges fachliches Basiswissen aufbauen.

Methodische und soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, selbständiges Erarbeiten von Wissen oder der Umgang mit Konflikten sind in vorhergehenden Einheiten trainiert worden und sollen hier Anwendung finden.

Didaktische Konzeption der Unterrichtseinheit 'TkNet'

Die IT-Systemkauffrau / der IT-Systemkaufmann wird im Dienstleistungsbereich neben der Abwicklung von Kundenaufträgen ständig auch mit marktbeeinflussenden Komponenten konfrontiert. Um ein berufsbezogenes Handlungsfeld für diesen Teilaspekt eines Geschäftsprozesses herzustellen ist es notwendig, den Projektauftrag so zu definieren, dass eine ganzheitliche Problemstellung gefunden wird, welche einen abgrenzbaren konkreten Technikbezug mit marktanalytischen Komponenten verbindet. Zur Entfaltung des ganzheitlichen Charakters bietet es sich an, das kaufmännisch orientierte Lernfeld "Markt- und Kundenbeziehung" (LF 8) mit dem technisch orientierten Lernfeld "Öffentliche Netze" (LF 9), welche sich als relativ abgeschlossene Lerneinheiten präsentieren, zu kombinieren. Neben der lernfeldübergreifenden Gestaltung des Projekts ergibt sich somit im Kontext zum Lehrplan des Landes Bremen auch ein fachübergreifendes Projekt, an dem die Fächer "Geschäftsprozesse" und "IT-Systeme" beteiligt sind. Eine solche Kombination erfordert eine intensive Zusammenarbeit von Kollegen, die aus grundverschiedenen fachlichen Disziplinen stammen. Im Lehrerteam wurden so zur Schaffung eines fachlich inhaltlichen Rahmens folgende Schwerpunkte für das Projekt entwickelt:

Markanalyse 

Welche Gegebenheiten sind am Markt bereits anzutreffen?
Wo gibt es Absatzmöglichkeiten?
Welche Positionen sind bereits belegt?
Wo liegen die Risiken?

Produktanalyse

Nach welchen Prinzipien arbeiten TK-Anlagen?
Welcher Stand der Technik ist zur Zeit aktuell?
Welche Produkte gibt es bereits auf dem Markt?
Welche Kenntnisse sind zur Beurteilung der Produkte erforderlich?

Absatzstrategie

Mit welcher Produktpalette und mit welchen Dienstleistungen geht das Unternehmen an den Markt?
Welches Image soll das Produkt haben?
Welche Kunden will das Unternehmen erreichen?
Wie erreicht es seine Kunden?
Wie können neue Kunden gewonnen werden?

Tabelle 1: Fachlich inhaltlicher Rahmen für das Projekt "TkNet"

Planungs- und Umsetzungsaspekte unter Berücksichtigung der organisatorischen Rahmenbedingungen und der länderspezifischen Modellversuchsziele

Um zunächst ein technisches Grundlagengerüst und damit ein einheitliches Basiswissen der Schüler zu erhalten ist es aus Sicht der beteiligten Kollegen notwendig, einige elementare Teile der zu behandelnden Inhalte zur Einführung im Plenum gemeinsam zu erarbeiten. Diese Vorgehensweise begründet sich durch folgende Punkte:

Eine Sammlung der möglichen technischen Inhalte ist im Anhang A 1.1 zusammengestellt.

Die ganzheitlich orientierte Perspektive des Projekts hingegen baut auf Grundlagenwissen des ersten Ausbildungsjahres auf. Insbesondere die Grundkenntnisse aus den Lernfeldern 1 und 2 sind eine wichtige Voraussetzung für dieses Projekt; den Schülern sollte bereits bekannt und bewusst sein, "dass in industrialisierten Volkswirtschaften Leistungen arbeitsteilig erbracht werden und dass die Leistungserstellung durch Marktstrukturen, durch das Verhalten der Marktteilnehmer und durch den Staat als Ordnungsfaktor beeinflusst werden." (Zielformulierung zum LF 1 im Rahmenlehrplan) Die Gestaltung des Projekts ist durch eine vom Lehrerteam vorbereitete Projektinitiative (siehe Anhang A 1.2) so ausgelegt, dass die Schüler und Schüler und Schülerinnen sich die neuen Inhalte im Team eigenständig erarbeiten können. Wichtiger Bestandteil der eigenständigen Arbeit war die eigenständige Planung des Projekts. Im Vorfeld sind grundlegende Projektplanungselemente durch den Lehrenden vorgestellt worden (siehe Anhang A 1.3). Die Arbeits- und Lernmethoden der Schüler und Schüler und Schülerinnen sind im Laufe ihrer schulischen Ausbildung durch Gruppenarbeiten und kleine gesteuerte Projekte auf das Arbeiten im Team und auf eigenständiges Erarbeiten von neuen Inhalten vorbereitet worden.

Methodische Beschreibung zur Umsetzung und Durchführung der dargestellten Unterrichtseinheit

Da in dieser Lerngruppe die nötigen Projektplanungs- und -strukturierungselemente noch nicht in einem ersten Projekt vermittelt wurden, erfolgte dies in einem ersten Schritt anhand von ein-führenden Folien und vertiefenden Arbeits- und Informationsblättern (siehe Anhang A 1.3).

Die Teambildung erfolgte überwiegend nach Neigung. Den Schüler und Schülerinnen und Schülern war relativ schnell klar, dass dieses Projekt auch eine Zusammenarbeit außerhalb der Schule erforderlich machen würde. Das liegt zum einen an der recht umfangreichen Aufgabenstellung, zum anderen aber auch an den nicht optimalen räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen in der Schule. Die Auswahl der Teampartner erfolgte also z. T. auch unter dem Gesichtspunkt der räumlichen Nähe der Wohnorte.

Der weitere Verlauf des Projekts ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Datum

Tag

Std.

Art

Thema

Bemerkungen

05.11. Freitag 4 PL Grundlagen der Telekommunikationstechnik, TK-Netz Strukturen, Ortsnetze und Organisation des Landesfernwahlnetzes Arbeitsblätter
16.11. Dienstag 2 PL Einführung in Projektmanagement Anlage 1.3
17.11. Mittwoch 2 PL Darstellung des Projektauftrags
Teambildung
19.11. Freitag 4 PL
GA
Grundlagen der digitalen Übertragungstechnik (PCM, Multiplex, ...) und der digitalen Vermittlungstechnik (Raumstufen, ...) Arbeitsblätter
30.11. Dienstag 2 GA Die Teams wählen ihren Namen, definieren ihr eigenes Projektziel und legen die Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe fest  
01.12. Mittwoch 2 GA Marktinformationsbeschaffung zur Einschätzung der Konkurrenzsituation am Telekommunikationsmarkt Bei der Erarbeitung einer Marktanalyse forderten nur einzelne Gruppen Hilfestellung durch die Lehrerin.
03.12. Freitag 4 GA Eigenständiges Erarbeiten technisch sinnvoller Kriterien und Daten zur Beurteilung konkreter TK-Anlagen.

Eigenständige Verteilung der Aufgaben für die Einzelarbeit außerhalb des Unterrichts durch die Gruppenmitglieder.

Die einzelnen Gruppen hatten die Aufgabe, die Unterrichtsstunde im wesentlichen für die Arbeiten zu nutzen, die nur gemeinsam durchgeführt werden können. Weiterführende Aufgaben mussten im Anbetracht der für das Projekt zur Verfügung stehenden Zeit auf die Zeit nach dem Unterricht verlegt werden.
14.12. Dienstag 2 GA Überlegungen zur Unternehmensform und zur Absatzstrategie  
15.12. Mittwoch 2 GA
17.12. Freitag 4 GA Zusammenstellen einer geeigneten Produktpalette zur Firmenstruktur.

Planungen zur Dokumentation der Gruppenergebnisse (inkl. eigenständige Vergabe von Aufgaben an die Gruppenmitglieder).

 
11.01. Dienstag 2 GA    
12.01. Mittwoch 2 GA Schlussredaktion  
14.01. Freitag 4   Abgabe der Dokumentation zum Projekt Planungen zur Präsentation der Gruppenergebnisse  
25.01. Dienstag 2 GA Besprechung der Projektmappen  
26.01. Mittwoch 2 PL Reflexion  
28.01. Freitag 4 PL Präsentation der Ergebnisse  

Tabelle 2: Projektverlauf "TkNet"

Die verwendeten Arbeits- und Informationsblätter, sowie einige Schülerdokumentationen und -präsentationen sind auf unserem ftp-Server zu finden unter:

ftp://ftp.szut.uni-bremen.de/itsys/it-o1-99/tknet