Unterlagen - Bremen

Die Unterlagen aus Bremen sind auf deren Server unter folgendem Link hinterlegt:
http://www.szut.uni-bremen.de/modellversuche/sediko/projekte/index.htm

 

Entwicklungen und Ergebnisse zur IT-Ausbildungs- und Unterrichtsgestaltung an der Modellversuchsschule im Land Bremen

Rahmenbedingungen und Zielsetzungen zur Unterrichtsgestaltung in den IT-Klassen des Schulzentrums SII Utbremen aus Bremen

Mit dem Beginn der IT-Ausbildung im Jahre 1997 wurde die IT-Ausbildung im Land Bremen am Schulzentrum des Sekundarbereichs II Utbremen konzentriert. Mit der Übernahme der IT-System-Elektroniker, fand diese Entwicklung ihren vorläufigen Abschluss. Mit den IT-Ausbildungsgängen im Bereich der Assistentenausbildung der Fachoberschule und den Doppel-qualifizierenden Bildungsgängen ist die Schule zu der IT-Schule für das Land Bremen und für das niedersächsische Umland geworden.

Entwicklung der schulischen Unterrichtsorganisation für die duale IT-Ausbildung

In engster Kooperation und Abstimmung mit den IT-Ausbildungsbetrieben wurde die schulische Unterrichtsorganisation für die duale IT-Ausbildung geplant. Dabei ergab sich nachfolgende Entwicklung.

Schuljahr 

Unterrichtsorganisation 

Stundenverteilung

1997 / 1998 Teilzeitbeschulung  2 * 6 Std.
1998 / 1999  Teilverblockung 4 Tage Unterricht (Di bis Fr)
6 Tage im Betrieb
1999 / 2000 Teilverblockung 4 Tage Unterricht (Di bis Fr)
6 Tage im Betrieb
2000 / 2001 Vollverblockung 1 Woche Berufsschulunterricht
2 Wochen im Betrieb

Tabelle 1: Entwicklung der schulischen Unterrichtsorganisation für die duale IT-Ausbildung in Utbremen

Die permanente organisatorische Umstellung erfolgte auf Wunsch der Betriebe und erforderte eine hohe Flexibilität der schulischen Organisation, da die duale Ausbildung nur ein Baustein der gesamten IT-Ausbildung der Schule ausmacht. Für die eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer stellt eine Anpassung an die betrieblichen Wünsche eine höhere organisatorische und stunden-planmäßige Belastung dar als herkömmliche Organisationsmodelle. Durch die Blockung ergibt sich für eine projektorientierte IT-Ausbildung andrerseits eine verbesserte Situation für die Durchführung geschäftsprozessorientierter Projektarbeiten über einen längeren Zeitraum.

Entwicklung der IT-Auszubildenden am SZ II Utbremen

Eine unterschiedliche Entwicklung kann für diesen Zeitraum in den einzelnen IT-Berufen festgestellt werden.

Abb. 1: Entwicklung der IT-Auszubildenden am SZ II Utbremen

Die einzelnen Berufe haben im Verlauf der letzten vier Jahre ein eigenständiges Profil erhalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Bereich der Ausbildungsbetriebe, welcher Beruf den eigenen Zielvorstellungen entspricht, haben sich in der Region fünf klar voneinander abzugrenzende Berufsprofile herausgebildet, was in der Entwicklung der Anzahl der Auszubildenden zum Ausdruck kommt.

Abb. 2: Entwicklung der Schülerzahlen im 1. Ausbildungsjahr in den einzelnen IT-Berufen am SZ II Utbremen

Zu der Profilierung haben dabei nicht zuletzt einige Großbetriebe beigetragen, die im Bereich IT-System-Elektroniker und Fachinformatiker komplette Klassen stellen. Durch die Konzentration der IT-Ausbildung auf einen Schulstandort war es beinah von Anfang an möglich, berufsspezifische Klassenverbände zu bilden.

Abb. 3: Entwicklung der Klassenanzahl am SZ SII Utbremen im Bereich der IT-Berufe

Die zukünftige Entwicklung hängt entscheidend davon ab, wie lange die bisherige Dynamik gehalten bzw. ausgebaut werden kann. Nach den politischen und wirtschaftlichen Rahmendaten kann mittelfristig von bis zu 1000 Auszubildenden im IT-Bereich an dieser Schule ausgegangen werden.

Damit die Durchführung von Projekten zu einem festen Bestandteil des Unterrichts wird, ist ein gemeinsam erarbeitetes Projektverständnis an der Schule im Sinne von Schulentwicklung eine notwendige Voraussetzung. Das hat Konsequenzen für die Organisation von Unterricht und für den Lehrereinsatz. Projektunterricht erfordert Teamstrukturen beim Einsatz von Lehrern in diesem Bereich, damit sie gemeinsam über einen längeren Zeitraum die fach- und lernfeldüber-greifenden Projekte konzipieren und durchführen können. Eine Orientierung der Projekte an berufsspezifischen Arbeits- und Geschäftsprozessen und die Integration von Projektmanagementmethoden im Unterricht erfordert bei den Lehrkräften nicht nur neue fachliche Qualifikationen sondern auch eine Neubestimmung der Lehrerrolle im Lernprozess.

Für den Unterricht in den neu gebildeten IT-Klassen wurden von Anfang an übergeordnete und gemeinsame Zielsetzungen von den beteiligten Lehrern entwickelt. Dabei sollten die folgenden Zielformulierungen keine Handlungsanweisungen für die konkrete Unterrichtsorganisation darstellen, sondern Anhaltspunkte für die permanente Veränderung von Lernprozessen über einen längeren Zeitraum bilden und damit eine Orientierungsfunktion erfüllen. Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen, Vorstellungen und Intentionen mit denen Lehrer in einem tradierten organisatorischen Umfeld diese Arbeit aufnehmen, wäre es vermessen, davon auszugehen, dass die Herstellung eines Unterrichts, der diesen Zielformulierungen entspricht, unmittelbar umzusetzen ist.

Die IT-Berufe sind nicht mehr den traditionellen Berufsfeldern des gewerblich-technischen und des kaufmännischen Bereichs zugeordnet. Daher ist eine Lernorganisation zu entwickeln, die die Verzahnung dieser beiden Bereiche in der Ausbildung voranbringt.

Die neu geschaffenen 11 Lernfelder dürfen dabei nicht als eine Form von Fachunterricht verstanden werden, die mit ihren spezifischen Inhalten getrennt voneinander zu behandeln sind. Vielmehr muss eine Lernumgebung geschaffen werden, die es ermöglicht, den Inhalt dieser Lernfelder geschäftsprozessorientierten Lernsequenzen zuordnen zu können.

Vor dem Hintergrund der organisatorischen Veränderungen, die diese neue Berufsstruktur mit sich bringt, muss die Lehrerrolle neu bestimmt werden. Die vorhandene Spezialisierung und Arbeitsteilung von Lehrern muss aufgebrochen werden. Die Fachkenntnisse, die im verstärkten Maße gefordert sind, müssen sich zukünftig als integrative Beiträge eines einheitlichen Unterrichtsprozesses verstehen und nicht mehr als in sich geschlossene Fachgebiete. Neben der fachlichen Qualifikation wird von den eingesetzten Lehrern eine neue Form von Kooperation gefordert.

Während im traditionellen Unterricht die Abfolge der Lerninhalte durch die innere Logik des Fachgebiets vorgegeben war, bestimmt jetzt das arbeitsprozessorientierte Lernen in Lernfeldern den Bedarf an Fachwissen. Dieses erfordert kooperatives Verhalten in allen Phasen während der Unterrichtsgestaltung und der Durchführung von Unterricht.

Vorher stand die Vermittlung von Grundlagen- und Strukturwissen im Vordergrund, während heute die starke Kundenorientierung dieser neuen Ausbildungsberufe der Präsentation von Arbeitsergebnissen größeres Gewicht verleiht und somit Service- und Dienstleistungskompetenzen gefördert werden.