Unterlagen - Bremen

Die Unterlagen aus Bremen sind auf deren Server unter folgendem Link hinterlegt:
http://www.szut.uni-bremen.de/modellversuche/sediko/projekte/index.htm

 

Entwicklung und Erprobung der ausgewählten Unterrichtseinheit "Existenzgründung E-Commerce" in der IT-Ausbildung im 3. Ausbildungsjahr der Klassen "IK0"

Für den Unterricht im 3. Ausbildungshalbjahr in den IT-Klassen stellt der Lehrplan des Landes Bremen einen Rahmen dar, der in seiner Struktur der Zuordnung von Fächern und Lernfeldern sowie deren Zeitrichtwerte bindenden Charakter besitzt. Dabei wird im Rahmenplan ausdrücklich ein pragmatischer Ansatz für die Gestaltung eines handlungsorientierten Unterrichts unterstützt und für dessen Realisierung Unterrichtsgestaltungen bzw. Unterrichtsorganisationen angesprochen, die einen fächerübergreifenden projektorientierten Unterricht zur Umsetzung der darin angesprochenen didaktischen Bezugspunkte als eine mögliche Unterrichtsform einschließen. Der Rahmenlehrplan gibt keine zwingende Reihenfolge in der Behandlung der Lernziele vor, um Varianten in der Tiefe und Breite der didaktisch-methodischen Entscheidungen zu ermöglichen.

Fach 

Lernfeld 

Std.

Jahresstd.

Geschäftsprozesse  8 Markt- und Kundenbeziehungen

11 Rechnungswesen und Controlling

60

40

100
IT-Systeme  7 Vernetzte IT-Systeme

10 Betreuen von IT-Systemen

40

40 

80
Entwicklung und Betreuung von IT Anwendungssystemen 5 Fachliches Englisch

6 Entwickeln und Bereitstellen von Anwendungssystemen

20

80

100

Tabelle 1: Zuordnung von Fächern, Lernfeldern und Stundenanteilen im Land Bremen für den Informatikkaufmann im 3. Ausbildungsjahr

Das Projekt "Existenzgründung E-Commerce "

Als sinnvolle Schwerpunkte für ein abschließendes Projekt, das fach- und lernfeldübergreifend sein sollte, wurden schwerpunktmäßig die Bereiche

ausgewählt. Beteiligte Bereiche sind zudem die Lernfelder 7 (Vernetzte IT-Systeme), 10 (Betreuen von IT-Systemen) und 5 (Fachliches Englisch).

Im Vordergrund steht nicht, was software-technisch machbar ist, sondern was unter den gegebenen Bedingungen unter der besonderen Berücksichtigung von sehr heterogenen Benutzergruppen realisierbar ist.

Für eine Ausbildung, die kundenorientierte kaufmännische mit informationstechnologischen Ausbildungsinhalten zu integrieren versucht, sind Erfahrungen, die Schüler bei diesen fächer-übergreifenden Projekten machen, wichtige Bausteine für eine praxisorientierte Ausbildung, die auf die reale Berufswirklichkeit vorbereiten will. Die Übernahme bestimmter Service-Funktionen im IT-Bereich für bestimmte Bereiche des Lernortes Schule als Bestandteil einer dienstleistungsorientierten informations-technologischen Berufsausbildung ist für eine zukünftige projektorientierte Unterrichtsgestaltung durchaus vorstellbar. Dabei sollten Probleme, die sich aus realen Lernsituationen von Schülern ergeben, im Vordergrund stehen, um den beteiligten Schülern aufzeigen zu können, in welchem Maße für das Gelingen eines konkreten Arbeitsprozesses das Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten notwendig ist.

Die Lerngruppe

Die Klasse IKO (Informatikkaufmann/-frau) besteht aus 16 Schülerinnen und Schülern. Es handelt sich um Auszubildende aus vornehmlich kleinen Unternehmen. Dabei sind neben reinen Softwarehäusern und Hardwarehändlern auch Sparkassen und Unternehmen aus der Lebensmittelherstellung vertreten. Die Schwerpunktsetzung in der Ausbildung ist daher bei einigen Auszubildenden mehr kaufmännisch orientiert, bei anderen steht die Programmerstellung im Vordergrund. Diese Heterogenität lässt sich darauf zurückführen, dass im Jahr 1998, dem Ausbildungsbeginn der Schüler, viele Unternehmen den Informatikkaufmann noch mit dem alten Datenverarbeitungskaufmann gleichgesetzt haben. Die Mehrzahl der Schüler hat eine Hochschulreife.

Lehrerteam

Das Lehreteam beseht aus zwei Kollegen, die in den Bereichen Geschäftsprozesse und Bereitstellen von Anwendungssystemen eingesetzt sind.
Der Berufsschulunterricht ist geblockt und findet mit 36 Wochenstunden in einer Berufsschulwoche statt. Danach sind die Schüler 2 Wochen im Betrieb.
Für das Projekt stehen insgesamt 14 Stunden pro Berufsschulwoche zur Verfügung. Das Projekt ist über 6 Wochen geplant, das entspricht rund 80 Unterrichtsstunden.

Projektvoraussetzungen

Alle Schüler haben während ihrer Ausbildung schon mehrere Projekte durchgeführt und waren mit den Phasen eines DV-Projekts vertraut. Die Planung und Steuerung der Projekte wurde in diesen Projekten noch durch die beteiligten Lehrer mitgetragen. In diesem Projekt wird auf die eigenständige Lösung von Führungsaufgaben, die Organisation von Arbeitsteilung und Planung der Zeit besonders wert gelegt.

Schülerteams

Das Projekt wurde über den Bereich Geschäftsprozesse initiiert. Anhand einer Firmengründung im Bereich E-Commerce wird ein Rahmen geschaffen, indem eine Problemlösung angestrebt wird, die alle wichtigen Bereiche eines Unternehmens einschließt. Die Auswahl der erforderlichen Rechtsform, die Erstellung des Marketingkonzeptes, die Aufstellung des Finanzplans, die Umsetzung der Idee zu einem E-Commerce-Produkt und die Implementierung desselben in die betriebliche IT-Welt erfordern ein hohes Maß der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen betrieblichen Bereichen. Durch eine Spezialisierung der unterschiedlichen Projektgruppen auf bestimmte betriebliche Bereiche soll dieser Aspekt berücksichtigt werden.

Schwerpunkte der einzelnen Projektgruppen:

Projektplanung

Die Projektplanung lag in den Händen der einzelnen Projektteams.

Abb. 1: Schülerarbeiten aus dem Projekt "Existenzgründung E-Commerce"

Die Dokumentation des zeitlichen Rahmenplans des Projekts "Pizza-Service-Bremen.de" mit dem Schwerpunkt Marketing macht deutlich, dass sämtliche Arbeitschritte von den Projektmitgliedern selbst entwickelt wurden. Dabei wurden vorhandene Wissenslücken erkannt und beseitigt. Innerhalb der Gruppen erforderte dies einen großen Abstimmungsbedarf auch in zeitlicher Hinsicht.

Std.

Aufgaben

Arbeitsauftrag

2 Projektbekanntgabe / Aufgabenstellung www Suche
z.B. BIZZ.de. electronic-commerce.org
in Gruppen zusammen geschlossen
  www Suche z.B. BIZZ.de, electronic-commerce.org Recherche über E-Commerce im Internet und sammeln von Informationsmaterial
4 www Suche z.B. BIZZ.de, electronic-commerce.org Recherche über E-Commerce im Internet und sammeln von Informationsmaterial
4 Zeitplan für das weitere Vorgehen  Erstes Aufstellen eines zeitlichen Rahmenplans
2 Wissenssammlung aus Lehrbüchern  
4 Konzept neu entwickelt, neue Firmenstrategie  altes Firmenkonzept zu komplex; Idee, einen Pizzaservice online zu eröffnen
2 Auswerten der Stoffsammlung / IT Handbücher  
4 Firmengründung, Marketing, Rechtsform, Name  Was soll unsere Firma machen? Welche Rechtsform soll sie bekommen? Name der Firma.
2 Firmengründung, Marketing, Rechtsform, Name  Was soll unsere Firma machen? Welche Rechtsform soll sie bekommen? Name der Firma.
4 Marktanalyse  Yahoo als Suchmaschine genutzt für andere Pizzadienste online
4 Marktforschung im Internet  Yahoo als Suchmaschine genutzt für andere Pizzadienste online
4 Auftreten im Internet  Eigener Server / Eigene Programmierung / Eigene Webseltengestaltung?
2 Namensfindung (www.bremen-pizza.de; www.bremenpizza.de)  Suche nach schon vergebenen Namen im WWW
4 Kalkulation  Finanzierung des Internetauftritts
4 Gestaltung der Internetseite  Aufbau und Aussehen der eigenen Homepage
4 Markt- und Kundenbeziehungen  Zusammentragen der Markt- und Kundenbeziehungen aus dem IT-Handbuch
2 Erster Entwurf zur Präsentation im Internet  Nach identischen Seiten gesucht, um uns Ideen zu bieten
4 Dokumentation  Erstellung der Dokumentation
4 Dokumentation  Erstellung der Dokumentation
4 Dokumentation  Erstellung der Dokumentation
2 Dokumentation, Präsentation  
4 Dokumentation, Präsentation  
4 Dokumentation, Präsentation  
4 Dokumentation, Präsentation  

Tabelle 2: Arbeitsschritte des Projektes "Existenzgründung E-Commerce"

Die Umsetzung der Geschäftsidee zu einer Web-Site bereitete einigen Projektgruppen Schwierigkeiten. Dabei war die tatsächliche Implementierung der Web-Site auf einem Web-Server nicht Gegenstand dieses Projektes. Die Planung und der Aufbau der Web-Site stand im Vordergrund.

Abb. 2: Aufbau einer Web-Site aus dem Projekt "Existenzgründung E-Commerce"