Unterlagen - Bremen

Die Unterlagen aus Bremen sind auf deren Server unter folgendem Link hinterlegt:
http://www.szut.uni-bremen.de/modellversuche/sediko/projekte/index.htm

 

Zusammenfassende Darstellung der Unterrichtsgestaltung für die gesamte IT-Ausbildung

Schwerpunkt der Arbeit am Schulzentrum SII Utbremen ist die Entwicklung verschiedener Formen der Projektarbeit für die neuen IT-Berufe. Projekte sollen konzipiert, erprobt und auf ihre Lerneffizienz hin untersucht werden. Dabei muss wie bei allen neuen Lernkonzepten die veränderte Schulwirklichkeit berücksichtigt werden, die durch die Integration der technisch und wirtschaftlich orientierten Berufsfelder und der neuen Unterrichtsstrukturierung in Lernfeldern gekennzeichnet ist. Neue Lernkonzeptionen müssen die vorhandenen Lernorganisationsformen hinterfragen und für die neugestalteten Lernprozesse flexiblere Organisationsformen bereitstellen. Das Hauptziel der Arbeit im Modellversuch besteht darin, ein System von Projekten zu entwickeln, das sich über die gesamte Ausbildung erstreckt und die vorgegebenen Ziele des Rahmenlehrplans abdeckt. Im folgenden wird der erreichte Stand dieser Arbeit festgehalten und der Rahmen für die weitere Arbeit abgesteckt. Dabei wird insbesondere auf den Zusammenhang einer dynamischen Lehrplangestaltung und dem Aufbau eines Systems von Projekten näher ein-gegangen, weil sich hier konkrete Wirkungen von Modellversuchsarbeit auf die Schulwirklichkeit aufzeigen lassen.

Projekte als Bestandteil des Rahmenplans des Landes Bremen

Das in den IT-Berufen auf Bundesebene eingeführte Lernfeldkonzept führte von Beginn an zu einem bewusst offen gestalteten Rahmenlehrplan, der auf Länderebene ebenso offen umgesetzt wurde. Der Fachrahmenplan IT-Berufe des Landes Bremen übernimmt dabei weitestgehend die Lernfeldstruktur des KMK-Rahmenlehrplans und gliedert den berufsbezogenen Lernbereich in didaktisch sinnvolle Einheiten, in denen Lernfelder des Rahmenlehrplans thematisch zusammen-gefasst werden (vgl. SfBW Bremen 2000). Notwendige Aktualisierungen, die sich aufgrund technologischer Entwicklungen oder veränderten didaktisch-methodischen Schwerpunktsetzungen ergeben, sollen im Land Bremen die Berufsschulen in der schulinternen Curriculumentwicklung vorgenommen werden.

Lernfeld 

Themenbereich / Thema

Zeitbedarf

Klasse / Jahrgang

6
Entwickeln und Bereitstellen Anwendungssystemen
1. Projektierung von Anwendungssystemen 20 Std. - 50 Std. 1. Ausbildungsjahr
... ... ... ...

  
   

Richtung der Behandlung / Lernziele

Themenabschnitte / Lerninhalte

Ergänzende Hinweise / Lernverfahren Schuleigene Umsetzung

Modell des Projektmanagements kennen Organisatorische Einordnung der IV-Ressourcen in die Aufbauorganisation von Unternehmen

Aufbau und Struktur von IV-Abteilungen

Projektplanung, Projektüberwachung, Projektsteuerung

...

Tabelle 1: Rahmenplan IT-Berufe (Land Bremen) im berufsbezogenen Teil, Lernfeld 6

Bindenden Charakter hat das Kriterium "Richtung der Behandlung / Lernziele". "Themenabschnitte / Lerninhalte" haben empfehlenden Charakter. Sie dienen der schuleigenen Umsetzung des Lehrplanes und sollen didaktisch methodische Entscheidungen ermöglichen, was im Bereich "Ergänzende Hinweise / Lernverfahren Schuleigene Umsetzung" erfolgen soll.

Der Rahmenlehrplan geht von der Leitidee der Handlungsorientierung aus und fordert vom Lehrer die Abkehr von der reinen "Funktion der Stoffvermittlung hin zur Aufgabe der Initiierung, Organisation und Begleitung von Lernprozessen im Sinne einer konsequenten zielbezogenen Gesamtkonzeption" (vgl. SfBW 2000, S. 5). Für den handlungsorientierten Unterricht werden folgende im Rahmenplan folgende Orientierungspunkte festgehalten:

Für die sich daraus ergebende Unterrichtsgestaltung, in der arbeitsprozessorientierte Inhalte vermittelt werden sollen, wird eine "bereichsübergreifende Zusammenarbeit von Lehrkräften und eine regelmäßige Abstimmung zwischen den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen" empfohlen und für die Umsetzung lernfeld- und lernortübergreifende Unterrichtsprojekte vorgeschlagen (vgl. SfBW 2000, S. 6).

Dieses Lernkonzept lässt sich ohne eine Veränderung der organisatorischen Unterrichtsgestaltung nicht umsetzen. Der Rahmenplan empfiehlt daher den Schulen, das starre 90-Minuten-Raster zugunsten zusammenhängender Unterrichtszeiten aufzulösen und in Absprache mit den Betrieben den Unterricht in Blockform zu erteilen. Dies konnte zum Teil umgesetzt werden. So wird in den drei Kernbereichen - Geschäftsprozesse, IT-Systeme und Anwendungsentwicklung - der Unterricht in mindestens einem 4-stündigen Block durchgeführt.

Projektunterricht wird nicht als Norm vorgegeben. Über die Anzahl sowie die inhaltliche und zeitliche Organisation von Projekten entscheidet im Land Bremen die jeweilige Fachkonferenz im Rahmen der Vorgaben des Rahmenplans und den konkreten unterrichtlichen Bedingungen.

Bei den Grundsätzen über Leistungen und ihrer Bewertung werden erstmals für die IT-Berufe Fähigkeiten wie Präsentationsfähigkeit, Teamfähigkeit und die Fähigkeit in der Entwicklung von Lösungsstrategien festgeschrieben und bei den Arten der Leistungsbewertungen Projektaufträge, Präsentationen, Arbeitsmappen und Medienproduktion ausgewiesen.

Die Vorgaben des Rahmenplans überlassen den Fachkonferenzen der jeweiligen Berufsschule einen großen Gestaltungsspielraum und bieten für ein System von Projekten, das die vorgegebenen Ziele des Rahmenlehrplans abdeckt, eine gute Ausgangsgangsbasis. Die im Rahmen des Modellversuchs erarbeiteten Projekte bzw. das System von Projekten konnten von Anfang an als konkrete Umsetzung von curricularer Arbeit angegangen werden und gerieten nicht in die Gefahr, zu einer Modellversuchsinsel - getrennt vom regulären Unterrichtsgeschehen - zu werden. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Fachkonferenz für die IT-Berufe, die die Entscheidungskompetenz über die Anzahl sowie die zeitliche und inhaltliche Dimension von Projekten hat, wurde versucht, die im Rahmen des Modellversuchs konzipierten und durchgeführten Projekte unmittelbar zu einem Bestandteil des Rahmenplans zu machen. Mit dem Landesinstitut für Schule (LIS) im Land Bremen wurde vereinbart, dass die durchgeführten Projekte als Schülerarbeiten und als konzeptionelle Arbeiten der Lehrer über Hyperlinks der Internetversion des Rahmenplans zugeordnet werden. So werden Ergebnisse des Modellversuchs unmittelbar zu einem Bestandteil des Rahmenplans und können von allen Lehrern in der IT-Ausbildung genutzt werden. Gleichzeitig soll durch diese Verzahnung die dynamische Anpassung des Rahmenplans an die sich verändernden IT-Welten unterstützt werden.

Der Rahmenplan und die Dokumentation von Projekten bilden einen zentralen Bestandteil der Internetplattform, auf der die vielfältigen Aktivitäten im Ausbildungsbereich der IT-Berufe im Lande Bremen zusammengeführt werden sollen. Damit wird eine zentrale Verknüpfungsstelle geschaffen, die allen Beteiligten der IT-Ausbildung einen umfassenden Einblick in diesen Bereich vermittelt und einen Transfer von Ausbildungsinhalten zwischen den Lernorten ermöglichen soll.

Bei der Erstellung eines Systems von Projekten, das über die drei Ausbildungsjahre verteilt wichtige Themen der Ausbildung abdecken soll und so gestaltet werden soll, dass über einen größeren Zeitraum ein verbindlicher Rahmen für den Unterricht in diesem Bereich vorhanden ist, sind bestimmte Setzungen erforderlich. Dazu ist im Abschnitt zuvor schon einiges ausgeführt worden. Damit dieses System von Projekten in allen IT-Berufen realisiert werden kann, haben wir uns entschlossen, Projekte so zu konzipieren, dass sie Gebiete, die in die Kern- und Fachqualifikationen fallen, abdecken. Bestimmte Lernfelder wie Informationsquellen und Arbeitsmethoden und das Lernfeld fachliches Englisch werden von allen Projekten berücksichtigt und zum Teil abgedeckt.

Die Anzahl der Projekte, die ein Auszubildender durchführen soll, war zu Beginn der Arbeit zwischen den beteiligten Lehrern sehr umstritten. Die gemeinsamen Erfahrungen in den ersten zwei Jahren führten zu einer Vereinheitlichung in dieser Frage. Bei der Durchführung von Projekten muss die Arbeitsbelastung der Auszubildenden berücksichtigt werden. Mehrere parallel laufende Schulprojekte sollten vermieden werden. Die gemachten Erfahrungen an unserer Schule sprechen dafür, dass 2 Projekte pro Ausbildungsjahr vertretbar sind. Im 3. Ausbildungsjahr schlagen wir ein abschließendes Projekt vor, das eine Vielzahl von Lernfeldern einschließen soll.