Unterlagen - Bremen

Die Unterlagen aus Bremen sind auf deren Server unter folgendem Link hinterlegt:
http://www.szut.uni-bremen.de/modellversuche/sediko/projekte/index.htm

 

Gestaltung, Organisation, und Bewertung von Projekten in der IT-Ausbildung

Allgemeine Empfehlungen zur Gestaltung und Organisation von Projekten

Mit Hilfe der Projekte lässt sich nach der Vorstellung der am Modellversuch Beteiligten besonders gut das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung erreichen. Die Fachkonferenzen der Schulen sollten dabei ein Schulcurriculum erstellen, das den Umfang und die Einbindung der Projekte in den Unterricht festlegt. Die an dieser Stelle formulierten Empfehlungen zur Gestaltung und Organisation von Projekten in der IT-Ausbildung bilden das Ergebnis von Diskussionen, die im Rahmen der stattgefundenen Workshops erfolgten.

Danach:

Zu weiteren organisatorischen Voraussetzungen sei an dieser Stelle auf die Ergebnisse des 2. Zwischenberichts verwiesen, in dem bereits Aussagen über schulorganisatorische Rahmenbedingungen als Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten gemacht wurden.

Konkrete Umsetzung der Gestaltung und Organisation von Projekten in Bremen

In der IT-Ausbildung wird Projekten ein besonderer Stellenwert zugesprochen. Dabei ist zu beachten, dass sich deren Bedeutung gleich auf drei Ebenen begründet und diese drei Begründungszusammenhänge für den Unterricht ausreichend zu reflektieren sind:

Da Projekte in der Regel lernfeld- und fachübergreifend ausgelegt sind, bedarf es eines ent-sprechenden Schulcurriculums, welches den Umfang und die Einbindung der Projekte in den jeweiligen Unterricht festlegt. Hierfür wurde am Schulzentrum SII Utbremen ein System von Projekten erarbeitet und auf der entsprechenden Bildungsgangskonferenz zur Diskussion gestellt. Im Wesentlichen wird in diesem System festgelegt, in welchem Ausbildungsberuf und in welchem Ausbildungsjahr (fachübergreifende) Projekte stattfinden sollen. Außerdem wurde ein gemeinsames Projektverständnis erarbeitet.

Rahmenbedingungen / Anforderungen:

Aus diesem System von Projekten leiten sich weitere Empfehlungen für die Unterrichtsplanung und Gestaltung ab, denn es wird deutlich, dass Projektunterricht Teamstrukturen erfordert. Die Lehrerteams übernehmen die Verantwortung für die Unterrichtsdurchführung während der gesamten Ausbildungszeit und stellen sicher, dass sich die Projekte an berufsspezifischen Arbeits- und Geschäftsprozessen orientieren und dass Projektmanagementmethoden im Unterricht integriert werden. Grundlage hierfür ist ein gemeinsames zu entwickelndes Projektverständnis an der Schule im Sinne von Schulentwicklung.

In der nachfolgenden Tabelle wird das System von Projekten im Verhältnis der jeweiligen Unterrichtsstunden, wie es der Lehrplanentwurf des Landes Bremen von November 2000 vorsieht, zusammenhängend dargestellt. Dabei sind die 11 Lernfelder des Rahmenlehrplans drei berufsbezogenen Unterrichtsfächern zugeordnet: Geschäftsprozesse (GP), Informations- und Telekommunikationssysteme (ITSys) sowie Betreuung von IT-Anwendungssystemen (ASys). Außerdem ist zu beachten, dass das Lernfeld 5 "Fachliches Englisch" (E) sowie das Lernfeld 3 "Informationsquellen und Arbeitsmethoden" mit einem Kontingent von 20 Schulstunden (3b) aus stunden-plantechnischen Gründen unterschiedlichen berufsbezogenen Unterrichtsfächern zugewiesen wurde.

Ausbildungsberuf

IT-System-Elektroniker/-in

Fachinformatiker/-in Systemintegration

Fachinformatiker/-in Anw.-entwicklung

 IT-System-Kaufmann/-frau
Informatikkaufmann/-frau

Fach ITSys ASys GP ITSys ASys GP ITSys ASys GP ITSys ASys GP

1. Ausbildungsjahr

Stunden 180  60 80 140 100 80 140 100 80 120 80 120
Besonderheit E 3b   E+3b     E+3b     E+3b    

Projekt

IT-Systeme 

IT-Systeme 

IT-Anwendungssysteme 

Geschäftsprozesse

2. Ausbildungsjahr

Stunden 180   60 40 140 100 40 140 100 40 100 100 80
Besonderheit   E     E     E     E  

Projekt

IT-Systeme/
Geschäftsprozesse 

IT-Systeme/
Geschäftsprozesse

IT-Anwendungssysteme/
Geschäftsprozesse

Geschäftsprozesse/
IT-Systeme

3. Ausbildungsjahr

Stunden 180   60 80 140 100 80 140 100 80 120 80 120
Besonderheit E 3b   E+3b     E+3b     E+3b    

Projekt

IT-Systeme/
IT-Anwendungssysteme

IT-Systeme/
IT-Anwendungssysteme

IT-Anwendungssysteme/
IT-Systeme 

Geschäftsprozesse/
IT-Anwendungssysteme

Tabelle 1: System von Projekten am SZ Sek II Utbremen

Allgemeine Empfehlungen zur Bewertung von Projekten

Außer den ausgeführten ‚Empfehlungen zur Organisation und Gestaltung von Projekten in der IT-Ausbildung', haben sich die Beteiligten im Modellversuch auch auf ‚allgemeine' Empfehlungen zur Bewertung von Projekten verständigt.

Die Bewertungsgrundlagen sollten sich dabei auf die Bereiche personeller, sozialer, methodischer und fachlicher Kompetenz erstrecken. Dazu gehören vor allem:

Eine Leistungsbewertung der Projektarbeit lassen sich unserer Einschätzung nach durch die folgenden Bewertungsmethoden feststellen:

Eine ergänzende Rückmeldung zur Beurteilung könnte für den Lehrer das Beratungsgespräch sein, in dem zum Beispiel die Gruppenmitglieder nach der Hälfte der Projektarbeit ein detailliertes Pflichtenheft vorlegen und erläutern müssen. Der Vorteil eines solchen Beratungsgesprächs besteht auch darin, dass der Lehrer an dieser Stelle noch einmal Einfluss auf den Verlauf der Arbeit in den Projektgruppen nehmen kann.

Konkrete Umsetzung der Bewertung von Projekten in Bremen

Mit Beginn der Ausbildung im IT-Bereich an dem Schulzentrum Utbremen waren die in diesem Bereich tätigen Lehrer bemüht, Beurteilungskriterien für die Bewertung von Projektarbeiten zu erstellen.

Das erste Ergebnis dieses Prozesses stellte die Tabelle 2 dar:

 

Kriterien

Punkte

1. Projektdurchführung  
 

1.
2.
3.
4.
5.
6.

Flexibilität der Durchführung
Beachtung der Normen und Vorschriften
Einhaltung des Phasenkonzepts
Übereinstimmung von Planung und Durchführung
Eigene Ideen des Lösungsvorschlags (Kreativität)
Selbständige Arbeit
 
  Teilsumme:  (40)
2. Dokumentation  
 

1.
2.
3.
4.

Beschreibung der Projektaufgabe bzw. Teilaufgabe und der Durchführung
Aufbau und Gliederung
Form der Dokumentation
Angemessene Anwendung von Fachbegriffen
 
  Teilsumme:  (30)
3. Präsentation  
 

1.
2.
3.
4.
5.

Aufbau der Präsentation
Geeignete Medienauswahl
Persönliches Auftreten
Flexibilität in der Präsentation (z.B. Eingehen auf Wortbeiträge etc.)
Einbindung der Gruppenmitglieder in die Präsentation
 
  Teilsumme: (20)
4. Allgemeine Projektarbeit  
 

1.
2.

Einsatz in der gruppenübergreifenden Projektarbeit
Einhaltung des Projektzeitrahmens
 
  Teilsumme: (10)
  Summe: (100)

Tabelle 2: 1. Bewertungsschema von Projekten am Schulzentrum Utbremen

Die Überlegungen, die zu diesem Schema führten, basierten auf der Einschätzung, dass sich Projektdokumentationen in zwei Kategorien unterteilen lassen:

Dieses zuerst entwickelte Modell zur Beurteilung von Projektarbeiten ging davon aus, dass dem Projektprozess in der Bewertung eine starke Gewichtung (40 %) gegeben werden sollte. Dies entsprach dem Anliegen, personelle und soziale Kompetenz beurteilen zu wollen.

Der Schwerpunkt einer solchen Dokumentation sollte darauf liegen, den Verlauf eines Projektes transparent und nachvollziehbar zu machen. In eine solche prozessorientierte Dokumentation gehören unter anderem:

Parallel zu der Entwicklung des 1. Bewertungsschema liefen Bemühungen in der Handelskammer Bremen, für die IT-Berufe Beurteilungskriterien zu entwickeln. Da die im IT-Bereich tätigen Kollegen zum größten Teil auch als schulische Vertreter in den Prüfungsausschüssen tätig sind, waren sie auch an der Entwicklung der jetzt vorliegenden zwei Beurteilungsböigen beteiligt. Zur Zeit sind für die IT-Berufe im Handelskammerbezirk Bremen 11 Prüfungssausschüsse eingerichtet worden.

Die Vorstellungen in den Ausschüssen der Handelskammer entfernten sich im Laufe der Diskussion von einer prozessorientierten Projektbeurteilung hin zu einer ergebnisorientierten Beurteilung der Projektarbeiten. In deren Mittelpunkt steht nun, dass die Benutzung und innere Struktur eines Produktes anderen nachvollziehbar gemacht werden kann. Zu ihr gehören:

Die in der jetzigen Form vorliegenden Beurteilungsbögen kommen in den Kammerprüfungen für die IT-Berufe seit der Sommerprüfung 2000 zum Einsatz. Sie unterteilen die Prüfung der ‚betrieblichen Projektarbeit' in zwei Bereiche: der Dokumentation und Präsentation (siehe Bewertungsbogen A und B). Beide Anteile fließen je zu ¼ in die Gesamtnote ein.

Abb. 1: Bewertungsbogen A für die Projektarbeit

In dem Bewertungsbogen A (=Projektarbeit) wird von den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse nach den Aspekten der formalen und inhaltlichen Gestaltung bewertet. Das Gewicht der Bewertung liegt mit 80 % eindeutig auf der inhaltlichen Gestaltung der Projektarbeit. Innerhalb des Aspektes der inhaltlichen Gestaltung findet noch einmal eine leichte Gewichtung zu Gunsten des Dokumentationsaufbaus und der Vollständigkeit etc. statt.

Abb. 2: Bewertungsbogen B für die Präsentation

Die Präsentation der betrieblichen Projektarbeit und das anschließende Fachgespräch gehen gleichgewichtig in die Note der mündlichen Prüfung ein. Innerhalb des Aspektes der ‚Präsentation' findet eine leichte Gewichtung bezüglich

Bei dem anschließenden Fachgespräch findet ebenfalls eine Gewichtung statt. Die einzelnen Aspekte des Fachgesprächs erhalten die folgende Gewichtung:

Die in dieser Form vorliegenden Beurteilungsbögen (A und B) haben ihren Schwerpunkt - im Gegensatz zu dem zuerst entwickelten Modell - in einem produktorientierten Ansatz, denn "gute Ideen verkaufen sich in den seltensten Fällen von allein. Es ist heute mehr denn je notwendig, sich und seine Leistungen, Produkte etc. gut zu präsentieren ‚vorzuzeigen', anderen vor Augen zu führen'" (vgl. Seifert 1996, S.47).

Auszubildende in der IT-Branche sollten diese Fähigkeiten im Laufe ihrer Ausbildung erwerben und im Rahmen der Abschlussprüfung unter Beweis stellen.

Wir (die Kollegen am Schulzentrum Utbremen) waren daher der Meinung, dass es sinnvoll ist, die Schülerinnen und Schüler mit diesen Beurteilungsbögen rechtzeitig vertraut zu machen und sie auf die Schwerpunkte bei der Bewertung vorzubereiten. Daher nutzen wir diese Beurteilungsbögen bereits bei der Bewertung der schulischen Projekte.

Abweichend von der Situation in der Handelskammer, die eine individuelle Dokumentation und Präsentation zwingend vorschreibt, sollte bei der Dokumentation und Präsentation schulischer Projekte unbedingt die Gruppendokumentation bzw. -präsentation gewählt werden. Zu einer guten Teamarbeit gehört auch eine gute Teampräsentation! Bei der Darstellung der Projektergebnisse spielen die Zeitplanung, das einheitliche Layout und die eindeutige Zuständigkeitsverteilung eine bedeutende Rolle. Nach Möglichkeit sollten verschiedene Präsentationsmethoden zum Einsatz kommen.

Die Nutzung der Schulhomepage im Rahmen von Projekten

Allgemeine Empfehlung

Die Berufsschule stellt einen "virtuellen Ausbildungsverbund" zur Verfügung als Austauschplattform für Informationen über Ausbildungsinhalte, -organisation, -durchführung, -probleme etc. und stellt exemplarisch betriebliche Projektarbeiten vor.

Konkrete Umsetzung in Bremen

Wesentlicher Bestandteil eines Projektes ist seine Dokumentation und Präsentation. Dabei scheint es uns für eine Ausbildung im IT-Bereich nahezu selbstverständlich zu sein, dass neben den altbewährten Publikationsformen moderne Arten der Dokumentation und Präsentation genutzt werden. Dabei reicht die Palette der Möglichkeiten vom Einsatz von Präsentationsprogrammen bis hin zur Erstellung elektronischer Handbücher. Außerdem entsteht bei Schüler und Schülerinnen häufig der Wunsch, Projektergebnisse anderen Schülerinnen und Schülern, Lehrern oder sogar einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für derartige Aufgaben bietet sich die Schulhomepage als ein ideales Medium an.

Sämtliche Internetseiten können mit eigenen Mitteln erstellt werden. Alle benötigten Soft-ware- und Hardwarewerkzeuge (Digitalkamera, verscheiden HTML-Editoren, Bildbearbeitungssoftware) sind an der Schule vorhanden und ermöglichen die selbständige Erstellung von Internetauftritten durch die Lernenden. Alle Inhalte können problemlos auf dem Schulserver abgelegt werden und stehen danach sofort öffentlich zur Verfügung.
Die Struktur unserer Schulhomepage stellt für Schülerprojekte einen gesonderten Hyperlink auf der Startseite zur Verfügung. Dieser Bereich kann als eine Art "Proberaum" für vielerlei Arten von Internetauftritten genutzt werden.

Sich mit dem Thema Internet aus Anbietersicht zu beschäftigen, passt hervorragend in die IT-Ausbildung. Viele Auszubildende müssen häufig im Rahmen ihrer Ausbildung für ihre Ausbildungsbetriebe Internetinhalte erstellen. Dies führt dazu, dass viele Lernende ein fundiertes Wissen über diesen Bereich mit in die Schule bringen. Hier stellt die Schule ihre Kompetenz als Organisation von Wissenstransfer unter Beweis. Das vorhandene Wissen einiger Auszubildenden wird in den Lernprozess mit einbezogen, um allen die Möglichkeit zu geben, davon zu profitieren. Dabei wurden am Schulzentrum SII Utbremen verschiedene Lernorganisationsformen aus-probiert. Zum einen traten die Schüler und Schülerinnen mit fundierten HTML-Kenntnissen als Experten in ihren Projektgruppen auf und übernahmen diesen Teil der Präsentation der Projektergebnisse während die anderen Projektmitglieder sich um andere Aufgaben kümmerten (bspw. die Erstellung der Inhalte). Zum anderen wurden auch Projekte durchgeführt, bei denen inhaltliche Einschübe dazu beitrugen, allen Lernenden das entsprechende Wissen zu vermitteln. Dabei wurde sowohl auf das Wissen der Lehrer als auch auf das der Schüler und Schülerinnen zurück-gegriffen. Teamorganisation als auch HTML-Kenntnisse stellen berufsrelevante Inhalte dar.

Die oben genannten Punkte (Vorhandensein von Wissen und Infrastruktur) sorgen dafür, dass Schüler und Schülerinnen eher bereit sind, etwas zu publizieren. Die Publikationsschwelle ist als niedrig einzuschätzen. Dies ist gut, da Lernende zur aktiven Gestaltung von Inhalten für eine breite Öffentlichkeit angeregt werden. Dies birgt jedoch auch Probleme in sich, da häufig der Ernstcharakter und die damit notwendige Sorgfalt nicht immer durch die Schüler und Schülerinnen erkannt werden. Hier wird in der Zukunft sicherlich noch einiges an Zusammenarbeit mit den sprachlichen Fächern zu leisten sein. Als ein gutes Beispiel mit Nachahmungswert wäre hier sicherlich das Projekt "PC-Komponenten" zu nennen, in dem Schüler und Schülerinnen die Inhalte ihres Projektes als Internetauftritt aufgearbeitet haben. Diese Inhalte wurden dann im Englischunterricht übersetzt und ebenfalls veröffentlicht, so dass es eine zweisprachige Version dieses Auftritts gibt.

Stand am Anfang lediglich der Wunsch im Vordergrund, Projektinhalte zu publizieren, so zeigte sich schnell, dass durch die Nutzung des World-Wide-Web als Medium im Rahmen von Projekten wesentlich mehr Aufgaben abgedeckt werden können als dies von allen Beteiligten am Anfang vorhergesehen wurde. Es wurden mehrere Vorteile für Lehrende und Lernende erzielt, die sich mehr und mehr als wirksame Mittel zur Verbesserung der Unterrichtsqualität herausstellten. Wurde die Bedeutung des Internet als Publikationsmedium oben schon verdeutlicht, so seien hier noch vier weitere Vorteile genauer erläutert.

Dachten alle Beteiligten am Anfang daran, Homepages dazu zu nutzen, andere über die Ergebnisse zu informieren, so zeigt sich neuerdings, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ergebnisse auf den Schulseiten nachlesen. Sie nutzen die erstellten Seiten gern als Speicher für ihre eigenen Informationen. Da die hier gelagerten Inhalte häufig durch mehr oder weniger gründliche Recherche zustande gekommen sind, weisen sie eine gewisse Qualität auf. Sie sind darüber hinaus noch ordentlich strukturiert und lassen sich leicht wiederfinden.
Zusätzlich stellen andere Schüler und Schülerinnen ihre Inhalte "ins Schulnetz". Dies zwar nicht immer als HTML-Dokumente jedoch in allgemein lesbarer Form (PDF, DOC, JPG). Diese Dokumente werden auf dem FTP-Server der Schule organisiert gelagert, der sich mittlerweile zu einer wahren "Fundgrube" bei Recherchen, Referaten und Prüfungsvorbereitungen entwickelt hat.

Durch die am Schulzentrum SII Utbremen gewählte Unterrichtsorganisation kommt es bei der Organisation und Durchführung von Projekten häufig zu Problemen. Die langen Zeiten zwischen den Unterrichtsblöcken erschweren die kontinuierliche Arbeit. Schaffen es die einzelnen Gruppen noch durch Email und Telefon in Verbindung zu bleiben, so findet eine Kommunikation zwischen den Gruppen in der berufsschulfreien Zeit kaum statt. Diesem Problem kann auch mit Hilfe des Internets begegnet werden. So wurden in der Vergangenheit schon Projekte durchgeführt, bei denen externe Organisationsgruppen gebildet wurden. Diese überwachten den Ablauf des Projektes, erstellten Metadokumente (Vorlagen, Beschreibungen von Textschnittstellen) und sorgten durch die Pflege einer extra eingerichteten Web-Site für ständigen Informationsfluss. Einzelne Gruppen konnten mit Hilfe von Mailinglisten in Kontakt bleiben, Zwischenergebnisse wurden gespeichert und für jeden abrufbar gemacht und wichtige organisatorische Kenngrößen untereinander ausgetauscht (Termine, Meilensteine, ...). Die Erfahrungen mit dieser Art der Projektorganisation waren derart gut, dass zu überlegen ist, ob dies nicht als "Best Practise" zu betrachten ist und Einzug in sämtliche Projekte halten sollte.

Die Veröffentlichung der eigenen Seiten auf der Schulhomepage, die Nutzung der Schulhomepage als Informationsquelle und die Auseinandersetzung mit Inhalten anderer Gruppen an der Schule führen selbstverständlich zu einer stärkeren Identifikation mit dem Lernort Schule. Diese Identifikation soll in Zukunft weiter durch konsequente Nutzung des Wahlpflichtbereiches gestärkt werden. Hier sollen Schüler und Schülerinnen mit Lehrern zusammen Homepageinhalte erstellen und damit den Internetauftritt der Schule weiterentwickeln. Dies soll auch in Bereichen stattfinden, die sich traditionell eher weniger mit dem IT-Bereich identifizieren. Geeignete Fortbildungsmaßnahmen für Kolleginnen und Kollegen sind auf den Weg gebracht.

Ein Problem stellt sich bei der derzeitigen dynamischen Entwicklung der Web-Inhalte am Schulzentrum. Wie können Außenstehende die einzelnen Projekt noch überblicken und beurteilen? Wie schafft man Überblick in einer derartigen Vielfalt? Zu dieser Frage verfolgen wir folgendes Konzept:
In Zukunft soll jede Gruppe, die ein Projekt im Internet veröffentlicht, eine standardisierte Projektbeschreibung benutzen. Dies wird durch eine HTML-Dokument realisiert, das mit ent-sprechenden Inhalten zu füllen ist. In diesem Dokument werden die wesentlichen Merkmale des Projektes nämlich Projektziel, -zeitdauer, -ablauf und -ergebnis festgehalten. Diese Projektbeschreibung stellt in Zukunft bei jeder Internet-Veröffentlichung die erste Seite dar. Auf diese Weise ist ein Leser in der Lage, sich schnell einen Überblick über das Projekt zu verschaffen und zu entscheiden, ob sich das Weiterlesen für ihn lohnt. Wir betrachten dies als ersten Schritt zur Entwicklung weiterer Standards für Publikationen. Im idealen Fall kommen wir dabei zu einer Art Veröffentlichungspolitik mit genau festgelegten Spielräumen. Wie es etwa im Bereich professioneller Web-Sites schon lange Standard ist. Um nicht falsch verstanden zu werden - hier soll nicht das kreative Schaffen eingeschränkt werden - vielmehr geht es darum, kreative Ergebnisse in einem professionellerem Umfeld zu schaffen.

Die Nutzung der Schulhomepage bei der Organisation und Durchführung von Projekten hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Es ist dabei zu Entwicklungen gekommen, die alle Beteiligten am Anfang nicht absehen konnten. Neben der Funktion der Schulhomepage als Medium zur Veröffentlichung von Ergebnissen ist die Schulhomepage Quelle von Informationen, Identifikationsmittel und Organisationsinstrument geworden. Deswegen setzen wir am Schulzentrum weiterhin auf die konsequente Nutzung dieses Mediums und empfehlen auf grund der gemachten Erfahrungen, das World-Wide-Web als ein Hilfsmittel bei der Durchführung von Projekten verstärkt zu nutzen.