Unterlagen - Elmshorn

Reflexion und Bewertung der durchgeführten Unterrichtseinheit "HTML-Programmierung"

Während der Einführungsphase wurde deutlich, dass die Voraussetzungen im Lernfeld Fachliches Englisch seitens der Lehrkraft überschätzt worden sind.

  1. Die meisten Schüler verfügten über nur geringe Vorkenntnisse im Fachvokabular und zeigten sich durch den in Englischer Sprache abgehaltenen Unterricht zunächst eher verunsichert als bestätigt und herausgefordert. Insofern dürften kleinere Arbeitsaufträge in Zukunft am Beginn der Projektphase stehen.
  2. Die Schüler des vorausgehenden Jahrgangs (der noch nicht in den Untersuchungszeitraum fällt) verfügten demgegenüber über einen ausgeprägten Pioniergeist, der in den hier untersuchten Klassen erst noch gewonnen und aufgebaut werden musste.
  3. Die Ergebnisse des HTML-Projektes sind vor dem Hintergrund zu verstehen, dass die Schüler sich abschnittsweise sehr stark auf Frontalunterricht einstellten, und Eigeninitiative nur in den wenigen Fällen vorlag, wo technische und sprachliche Fähigkeiten schon mitgebracht worden sind.
  4. Insbesondere die Gymnasiasten und an die internationale Sprache Englisch gewöhnten Ausländer/Schüler mit Auslandserfahrung bildeten zu Beginn des Unterrichts in den Untersuchungsklassen die Gruppe der Leistungsträger. Demgegenüber zeigten die unter dem "Gymnasial Englisch" allgemeingebildeten Schüler deutliche Zurückhaltung, die sicherlich auch als Umgehung/Vermeidung von "Fehlern" zu interpretieren ist. Dieses Vermeidungsverhalten drohte sich dann als Stil zu etablieren. An dieser Stelle konnte nur durch phasenweisen Frontalunterricht bzw. eine angeleitete Wiedereinbeziehung ein Bruch mit dem Projekt vermieden werden. Besonders hilfreich war es, Anleitungen in Kleingruppen zu vermitteln. Hierbei konnte die Initiative der Schüler neu gewonnen werden.
  5. Erstaunlich war, dass ein Themenwechsel im Anschluss an das Projekt sehr günstige Entwicklungen gebracht hat. Die Beschäftigung mit dem allgemeinen Berufsbild des IT-Berufes - anhand einer englischsprachigen Anzeige der Firma Henkel - wurde von (fast) allen Schülern mit großem Engagement betrieben. Hier zeigte sich, dass auch die Lehrkraft eine weniger zentrale Rolle von der Klasse zugewiesen erhielt. Die Arbeit in Kleingruppen brachte in dieser Phase mehrere Schüler in den Mittelpunkt, die ihre eigenen Arbeitsergebnisse im Schülerforum thematisieren konnten.

Im Verlauf des Unterrichts im Berichtszeitraum zeigte sich, dass sehr große Unterschiede in den Eingangsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler existierten, die nur zum Teil kompensiert werden konnten. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler verfügte bereits über sehr gute Kenntnisse im Bereich Internet und HTML-Programmierung, während andere Schülerinnen und Schüler über gar keine Kenntnisse verfügten. Insbesondere die fachlich versierten Schülerinnen und Schüler neigten in der zweiten Phase im Bereich der Programmierung dazu, sich diesem Bereich zu intensiv zuzuneigen. Hier musste von Seiten der Lehrkräfte gegengesteuert werden. Insgesamt lässt sich die Feststellung treffen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler mit einer hohen Motivation beteiligten und viele Ideen und Kreativität in den Unterricht einbrachten.

Insgesamt zeigte sich, dass der in Englischer Sprache abgehaltene Unterricht durch die fachliche Betonung für fast alle Schüler eine neue Erfahrung darstellte. Vorausgesetzte Kenntnisse konnten nur im Einzelfall bestätigt werden, etwa bei regelmäßigen Lesern englischer Fachliteratur.

Von daher wurde und wird wohl auch in Zukunft die Einführungsphase von einer Erstbegegnung mit dem IT-Inhalten überlagert. (Diese war bei den meist älteren Schülern des Vorlaufjahrgangs, der wohl eine Ausnahme darstellen dürfte, meist schon individuell bewältigt worden.)

Entsprechend ist in Zukunft zu berücksichtigen, die Schüler nicht schon in der Einführungsphase mit komplexen Inhalten und Leistungsvorgaben zu konfrontieren. Größtes Gewicht sollte dem Aufbau eines sprachlichen Selbstbewusstseins und der Herabsetzung von Schwellenängsten gegenüber dem fachlichen Englisch erhalten. Dazu bietet sich an, die Schüler in der Eingangsphase an allgemeinen Fragestellungen und Inhalten ihres Berufsbildes arbeiten zu lassen.

Insbesondere die Anfertigung von kleineren Fallstudien (Aufträgen) könnte die Lernfeldproblematik noch stärker unterstützen. Gegenwärtig diskutieren die beteiligten Lehrkräfte über Möglichkeiten, anhand der Auftragsorganisation den Schülern ein lernfeldübergreifendes Handlungsfeld aufzubauen.

Im Bereich des Erwerbs von Kompetenzen im Bereich von Service- und Dienstleistung ist für die Zukunft geplant, den Unterricht noch stärker zu öffnen, um diese Kompetenzen unter realeren und praxisnäheren Bedingungen zu entwickeln, auszuprobieren und zu evaluieren.