Unterlagen - Elmshorn

Rahmenbedingungen und Zielsetzungen zur Unterrichtsgestaltung in den IT-Klassen der Meinert-Johannsen-Schule in Elmshorn

Die Meinert-Johannsen-Schule in Elmshorn ist eine von zwei beruflichen Schulen des Kreises Pinnberg. Das Spektrum der Schulformen reicht vom Vollzeitbereich mit den Fachgymnasien, den Berufsfachschulen und den Fachoberschulen über einen Förderbereich für lernschwache Schüler und Schülerinnen bis hin zum Teilzeitbereich mit einer Vielzahl von gewerblichen Berufen. Die IT-Berufe sind diesem gewerblichen Bereich zuzuordnen. Der Unterricht findet, im Gegensatz zu vielen anderen Schulen nicht mit Blockunterricht sondern wöchentlich statt, wobei im Halbjahreswechsel an ein bzw. zwei Tagen die Berufsschule besucht wird.

Am Standort Elmshorn werden alle fünf neuen IT-Berufe beschult. Da bisher die Anmeldezahlen nicht hoch genug waren, um einzelne Klassen gemäß ihrer beruflichen Ausrichtung einzurichten, kam es zu einer berufsübergreifenden Klassenbildung. In Abhängigkeit von den Anmeldezahlen wurden Klasseneinteilungen vorgenommen, in denen eine Trennung in Kaufleute (Informatikkaufmann/ -frau und IT-Systemkaufmann/ -frau) und Informatiker / Techniker durchgeführt wurde oder alle fünf Berufe in einer Klasse zusammengefasst wurden. Die Anmeldezahlen scheinen sich jedoch jetzt (Schuljahr 2000 und 2001) zu stabilisieren, so dass zumindest eine Aufteilung der Kaufleute und der Informatiker / Techniker möglich wird. Bei den Informatikern / Technikern kommt es dann partiell zu Gruppendifferenzierungen, um den einzelnen Berufsbildern gerecht zu werden. Hier wird die Klasse geteilt und von zwei Lehrkräften fachspezifisch unterrichtet.

Ziel des Unterrichts in den IT-Berufen in Elmshorn ist es, die notwendigen Kompetenzen nicht nur im Fachunterricht, sondern auch in einem projektartigen Unterrichtsumfeld zu vermitteln. Das Projekt als methodische Großform des Unterrichts ist eine adäquate Lernform, um dem Anspruch an einen ganzheitlichen und selbstorganisierten Lernprozess gerecht zu werden. Neben einer starken intrinsischen Motivation der Auszubildenden bieten sich bei einer Öffnung des Projekts nach außen aus dem Unterricht heraus Möglichkeiten, Service- und Dienstleistungskompetenzen unter realen Bedingungen zu erwerben. Ein weiterer Vorteil eines Projekts ist die mögliche Bearbeitung eines komplexen Themenbereiches, der mehrere fachwissenschaftliche Gebiete abdecken kann und damit der Forderung nach einer integrativen Umsetzung der Inhalte der einzelnen Lernfelder nachkommt.

Bedingt durch den wöchentlichen Unterricht in berufsübergreifenden Klassen bzw. Differenzierung ist die Umsetzung von Projektunterricht didaktisch-methodisch und organisatorisch nicht einfach zu bewerkstelligen und stellt die Lehrkräfte vor eine Vielzahl von zu lösenden Problemen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass die Auszubildenden im halbjährlichen Wechsel einen bzw. zwei Berufsschultage haben und mit nur einem Berufsschultag pro Woche kein sinnvoller Projektunterricht stattfinden kann. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass nur bei zweitägigem Berufsschulunterricht, also einmal pro Ausbildungsjahr, projektorientiert gearbeitet werden kann.

Ein Ansatz für projektorientierten Unterricht wird im Folgenden vorgestellt und kritisch gewürdigt.