Unterlagen - Elmshorn

Entwicklung und Erprobung der ausgewählten Unterrichtseinheit "Unternehmensgründung mit Auftragsabwicklung (Homepageerstellung)" in der IT-Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr des Schuljahrs 2000/2001

Aufbauend auf unseren positiven Erfahrungen aus dem letzten Schuljahr sollte das Projekt in seinen Grundzügen bestehen bleiben und nur in einigen Details, die Probleme bereiteten, modifiziert werden. Die Struktur der Klasse entsprach mit einer Mischung aus Informatikkaufleuten und IT-System-Kaufleuten im Wesentlichen der Vorgängerklasse aus dem Schuljahr 99/00. Die Projektdauer betrug vier Wochen von Mitte Mai bis Mitte Juni 2001.

In organisatorischer Hinsicht konnte eine bessere Abstimmung der in der Klasse tätigen Lehrer und Lehrerinnen vorgenommen werden, so dass alle Unterrichtsstunden in das Projekt integriert werden konnten. Hier ist speziell das Fach Kommunikation zu nennen, das von Anfang an in der Vorbereitungsphase Präsentations- und Kommunikationstechniken vermittelte und projektbegleitend den Auszubildenden Spielraum zur Projektdokumentation gewährte. Das Fach Englisch konnte aufgrund der Erkrankung bzw. Beurlaubung des Kollegen nicht integriert werden. Das Fach Wirtschaftspolitik ließ sich inhaltlich nicht adäquat einbinden, stellte jedoch einen Teil seiner Unterrichtszeit zur Verfügung.

Darüber hinaus konnte der Klasse ein EDV-Arbeitsraum zur Verfügung gestellt werden, der dauerhaft zur Verfügung stand und hinsichtlich der EDV-Infrastruktur flexibel zu gestalten war, weil keine INIS-Betreuungssoftware administriert werden musste bzw. hemmte.

Auf den letztjährigen Erfahrungen aufbauend, wollten wir die Projektdauer auf vier Wochen begrenzen, da nach dieser Zeit die Motivation der Auszubildenden stark absank. Dies wurde durch genaue Terminvorgaben seitens der "Auftraggeber" und durch eine inhaltliche Straffung des Projektumfangs erreicht. So wurden die Auszubildenden darauf hingewiesen, keine ausgefeilten E-Commerce-Lösungen zu entwickeln bzw. die Marketing-Strategie und die Kostenkalkulationen knapper zu fassen.

Eine gänzliche Änderung erfuhr das Projekt hinsichtlich der "Auftraggeber" der einzelnen Projektunternehmen. Es ist auf Dauer nicht zu bewerkstelligen, jedes Jahr einige neue reale Unternehmen zu finden, die sich Zeit für schulische Projekte nehmen können und wollen. Als adäquaten Ersatz fand sich das schulinterne Lernbüro, dass als Auftraggeber fungierte. Die Lernbürofirma, ein Großhandelsbetrieb für Bürobedarf, benötigte als ersten Schritt ins Internet eine einfache informative Präsenz.

Eine anfängliche Skepsis von Seiten der Lehrer und Lehrerinnen bezüglich der Ernsthaftigkeit der Auftragsbearbeitung durch die Auszubildenden stellte sich als unbegründet heraus. Die Vorbereitung der Kundengespräche, die Auftragsdurchführung und die Endprodukte belegten eindeutig, dass "fremde" Lehrer in Ausübung ihrer "Geschäftsführereigenschaft" für das Lernbüro genauso ernst genommen werden, wie reale Unternehmen. Ob die Kollegen aus dem Lernbüro auf Dauer diese "Mehrbelastung" verkraften können und wollen, muss sich zeigen. Auf jeden Fall wird das erstellte Produkt dem Lernbüro zur Verfügung gestellt, so dass auch eine Gegenleistung von unserer IT-Abteilung existiert.

Diese Inhouse-Lösung spart erheblich Zeit im Rahmen der Kundengespräche, für die die Aus-zubildenden sonst erheblichen Fahraufwand hätten investieren müssen. Daneben eröffnete sich die Möglichkeit, in den Geschäftsräumen der Lernbürofirma mit einer Video-Aufzeichnung das Gesprächsverhalten zu beobachten und zu analysieren. Die Analyse der ersten Kontaktaufnahme, eines Zwischengespräches sowie der Abschlusspräsentation beim Kunden wurde von den Aus-zubildenden als sehr lehrreich und äußerst notwendig empfunden, da in diesem Bereich noch viele Defizite zu erkennen waren.

Ein weiterer Vorteil dieser Inhouse-Lösung besteht darin, dass Auftraggeber und Projektunternehmen formell in Kontakt treten, ihn aufrecht halten und abschließen können (Rechnung für Homepageerstellung). Dieser Kontakt wurde über Geschäftsbriefe und E-Mails abgewickelt, wobei die Steuerung über die betreuenden Lehrer und Lehrerinnen stattfand, um die Kollegen im Lernbüro nicht über Gebühr zu belasten. In den Aufgabenbereich der betreuenden Lehrer und Lehrerinnen fiel hier zusätzlich, die Lernbürokollegen zu instruieren und in die Lage zu versetzen, die Gespräche führen zu können. Diese Intensität kann mit realen Unternehmen unserer Meinung nach nicht abgebildet werden, da nur wenige Unternehmen diesen Aufwand und diese Zeit investieren würden.