Unterrichtseinheit "Unternehmensgründung"
in der IT-Ausbildung im 2. Ausbildungshalbjahr der Klasse "IT81" an der Ludwig-Erhard-Schule in Kiel

Reflexion und Bewertung der Unterrichtseinheit 

Entwicklung und Erprobung der ausgewählten Unterrichtseinheit "Unternehmensgründung"

Die "Modellversuchsklasse" IT 81 befand sich während des im folgenden beschriebenen Unterrichtsprojekts "Unternehmensgründung" im 1. Block, der vom 24.08.1998 bis 25.09.1998 dauerte. Für die Schüler war es das erste Projekt ihrer Ausbildung, das in der Berufsschule durchgeführt wurde. Darüber hinaus waren die Schüler durch den frühen Einschulungstermin zum Teil ohne jede berufliche Praxis in den ersten Block gekommen. Eine Anbindung an die betriebliche Erfahrenswelt der Schüler war somit für die Modellversuchsklasse nicht möglich. Der erste Block lässt sich im Fach "Betriebswirtschaftliche Prozesse" grob in drei Schwerpunkte unterteilen Wirtschaftliche Grundlagen, Arbeitsmethoden und das anschließende Projekt "Unternehmensgründung". Vor dem Projekt wurden erste Grundlagen in den jeweiligen Unterrichtsfächern vermittelt, um den Schülern die fachlichen Voraussetzungen zu vermitteln. Im Unterricht vor Projektbeginn erhalten die Schüler eine Einführung in die Grundlagen des Wirtschaftens. Die Schüler sollen die Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns einsehen sowie die Beweggründe und Voraussetzungen wirtschaftlichen Handelns erfassen und bewerten. Aus dem Lernfeld 1 ergeben sich nachfolgende Inhalte:

  1. Stellung eines Betriebes in Wirtschaft und Gesellschaft
  1. Marktstrukturen und ihre Auswirkungen

Die Schüler erhalten eine Einführung in die Themengebiete: Visualisierung, Präsentation und Moderation. Dabei wird darauf geachtet, dass die Erarbeitung der Themen in Gruppen stattfindet. Die Schüler erhalten nach einem "Experiment", das die Behaltenswirksamkeit gehörter Informationen einerseits und gehörter und gesehener Informationen andererseits testet, eine Reihe von Arbeitsblättern zum Thema Visualisierung. Die Aufgabe besteht darin, die Informationstexte zum Thema Visualisierung zusammenzufassen und deren Inhalt zu visualisieren. Die Ergebnisse werden im Anschluss von den Schülern präsentiert.

Hierauf aufbauend bekommen die Schüler Informationsmaterial zu den Themen Präsentation und Moderation für die arbeitsteilige Gruppenarbeit. Auch hier erhalten die Schülergruppen die Aufgabe, die jeweiligen Texte zu sortieren, zusammenzufassen und der ganzen Klasse vorzustellen. Es ist wichtig, dass allen Schülern die Ergebnisse zugänglich gemacht werden. Daher sind alle Schülergruppen vor die Aufgabe gestellt, ihre Ergebnisse, die im Anschluss allen Schülern ausgeteilt werden, zu dokumentieren. Aus dem Lernfeld 3 ergeben sich die Inhalte:

Informationsquellen und Arbeitsmethoden:

Dabei werden hier nur die ersten Ansätze vermittelt. Die Inhalte des Lernfeldes 3 werden während der gesamten Ausbildung in allen Fächern durch Anwendung vertieft. Im Anschluss folgt das Projekt "Unternehmensgründung". Im Projekt sind zwei Präsentationen geplant, die im vorangegangenen Unterricht einführend vorbereitet wurden. Aus Lernfeld 6 (Fach: Anwendungsentwicklung) werden Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Standardsoftware benötigt und aus Lernfeld 11 (Fach: Rechnungswesen aus dem Bereich Betriebswirtschaftliche Prozesse) Begriffe und eine Einführung in das betriebliche Rechnungswesen. Welchen Beitrag die anderen Lernfelder leisten, hängt von den jeweils gewählten Unternehmensideen der Schülergruppen ab. Darauf aufbauend wurde für den Zeitraum des Projektes der herkömmliche Unterricht und somit der Stundenplan aufgehoben, so dass sich die Schüler ausschließlich mit dem Projekt "Unternehmensgründung" beschäftigen konnten.

Die Zielstellung war es, mit Hilfe eines schülerbezogenen Themas in Techniken des selbstständigen Arbeitens, der Visualisierung und Präsentation, des Team- und Projektmanagements, in wirtschaftliche Grundbegriffe und die Nutzung von Standardsoftware einzuführen. Hier eignet sich das Thema Unternehmensgründung, dass derzeit in allen Medien zu finden ist. Jeder Schüler kann sich unter dieser Thematik etwas vorstellen, ohne das vielfältige Hintergrundwissen zu kennen, dass im Laufe des Projekts erarbeitet werden muss.

Das Projekt Unternehmensgründung hat daneben den Vorteil, dass sich die Schüler die Unternehmensidee selbstständig suchen und verfolgen können. Es hat sich gezeigt, dass Schüler intrinsisch motiviert waren, weil sie mit dem Gedanken spielen, sich nach der Berufsausbildung tatsächlich selbständig zu machen.

Das Projekt fand in einem flexibel einsetzbar gestalteten Arbeitsraum statt, der allen Klassen der Ludwig-Erhard-Schule zur Verfügung steht. Es sind u.a. vier vernetzte Computerstationen mit Internetanschluss vorhanden. Dadurch konnten vielfältige Informationen aus dem Internet genutzt werden . Daneben gab es eine ausreichende Anzahl Pinwände und Moderationsmaterial. In der Abschlusspräsentation wurde eine Videokamera eingesetzt, um die Präsentation zu dokumentieren und anschließend zu besprechen.

Die Schüler hatten während des Projekts den Wunsch, ihre Präsentation mit Hilfe von Powerpoint und eines Beamers durchzuführen. Leider stand zu der Zeit noch kein Beamer zu Verfügung. Die Dokumentation der Plakate fand mit Hilfe von Fotos statt. Die Schule hat zwischen-zeitlich einen Beamer beschafft. Ebenso wurde ein digitaler Fotoapparat gekauft. Hiermit können die Präsentationen direkt erfasst und in die Dokumentation eingearbeitet werden.

Die Projekte im IT-Bereich sind so gestaltet, dass jeweils mindestens zwei Lehrer im Team zusammenarbeiten. An dem Projekt "Unternehmensgründung" arbeiteten Herr Böhm (im IT-Bereich zuständig für Anwendungsentwicklung), Herr Müller (zuständig für betriebswirtschaftliche Prozesse) schwerpunktmäßig mit. Unterstützt wurden sie durch Herrn Zapatka (zuständig für Rechnungswesen). Der Unterricht wurde in sehr enger Absprache geplant und durchgeführt. Es wurde versucht, auch die weiteren IT-Kollegen in das Projekt einzubeziehen, beispielsweise als unterstützende Aufsicht in Arbeitsphasen. Während der Präsentationen waren immer beide Projektleiter anwesend, um eine angemessene und objektivere Beurteilung der Gruppenergebnisse (siehe Beurteilung) vorzunehmen.

Beginn: Freitag, 04. September 1998
Ende: Freitag, 18. September 1998

Datum 

Zeit

Fr. 4. Sep. 1./2. Stunde
Mo. 7. Sep.  Ganzer Tag
Di. 8. Sep.  Ganzer Tag
Mi. 9. Sep. Ganzer Tag
Do. 10. Sep. Ganzer Tag
Fr. 11. Sep. Ganzer Tag
Mo. 14. Sep.  Ganzer Tag
Di. 15. Sep. Ganzer Tag
Fr. 18. Sep. 1. - 5. Std.

Die Schüler hatten während des Projekts "Unternehmensgründung" keinen "anderen, normalen" Unterricht. So hatten die Schüler Zeit, sich ausschließlich auf das Projekt zu konzentrieren.

Die in den Lernfeldern 1, 3, 6 und 8 formulierten Ziele fließen in dieses Projekt ein.

Neben der reinen kognitiven Wissensvermittlung in Bezug auf die Unternehmensgründung spiegeln sich auch affektive Lernziele wieder. Die Schüler müssen im Team zusammenarbeiten, um Ziele zu erreichen. Sie müssen unter anderem gemeinsam planen, organisieren, präsentieren und dokumentieren.

Auf die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts Unternehmensgründung kann im folgenden Unterricht immer wieder zurückgegriffen werden, da viele wirtschaftliche Problemfelder dabei angesprochen werden. Hierauf aufbauend können im Folgeunterricht vielfältige Themen und weitere Unterrichtsprojekte durchgeführt werden. Ausgehend von der Geschäftsidee, die die Schüler in der Gruppe selbständig entwickeln, geht es zunächst einmal um das Sammeln und die Auswertung von Informationen. Von den Schülern werden grundlegende betriebliche Bereiche, unter der Berücksichtigung einer Unternehmensgründung behandelt, wie z.B.: Organisation des Betriebes, Finanzierung, Kalkulation, Liquiditätsberechnung, Personalplanung, Absatzmöglichkeiten, Kundenanalyse und Informationsverarbeitung (siehe Projektleitfaden).

Neben vielfältigen Veröffentlichungen aus Zeitschriften und Zeitungen, die den Schülern zur Verfügung standen, wurden eine Reihe von Broschüren von unterschiedlichen Behörden, Banken und anderen Ansprechpartnern, die sich mit dem Thema Unternehmensgründung befassen, angefordert und bereitgelegt. Weitere Medien sind die gelben Seiten, das Schulbuch und elektronische Informationsquellen sowie auch unterschiedliche Programme zum Thema Unternehmensgründung, wie z.B. das Softwarepaket vom "BMWi für Gründer und junge Unternehmen" oder die Software "Wiso-Online" zum selben Thema. Ebenso bietet das Internet vielfältige Informationsmöglichkeiten. Eine für die Schüler weitere wichtige Informationsquelle bildeten die außerschulischen Ansprechpartner, die die Schüler direkt ansprechen, wie z.B. die IHK, verschiedene Versicherungen und Banken oder aber auch das Handelsregister im Amtsgericht. Hier sollte auch der Verein: "Senioren helfen jungen Unternehmern e. V." erwähnt werden.

Das Projekt wurde in mehreren Teilschritten durchgeführt:

1) Ausgabe des Projektleitfadens und Besprechung der Projektschritte

Da die Schüler keinerlei Erfahrungen mit der Projektarbeit mitbringen, wurde ein Projektleitfaden entwickelt, in dem die wesentlichen Schritte und Bearbeitungshinweise enthalten sind. Zunächst wird die Teambildung besprochen. Die Schüler äußerten den Wunsch, die Schüler in die einzelnen Gruppen zu losen. Die einzelnen Phasen, die die Schüler in ihren Gruppen analysieren, planen, durchführen, auswerten und dokumentieren sollen, werden besprochen. Dabei wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den Ablaufphasen des Projekts um kein starres Konzept handelt. Die angegebenen Tage sind Richtwerte, die in Absprache mit den Lehrern verändert werden können.

Es wird in dieser ersten Phase auf die Rollenverteilung/Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe hingewiesen. Als Hilfestellung für die Planung der Aufgabenverteilung in der Gruppe erhalten die Schüler ein Informationsblatt. Es hat sich als richtig erwiesen, dass sich die Schüler zu Beginn des Projekts die Projektaufgaben aufteilen, die natürlich auch während des Projekts wechseln können. Die möglichen Rollen wären: Gesprächsleiter, Protokollführer, Zeitnehmer, Dokumentar.

Eine wichtiger Punkt ist die Beurteilung des Projekts (siehe Präsentationskriterien), damit die Schüler Sicherheit und Maßstäbe in dieser für sie wichtigen Frage erhalten. Ebenso sind die Zielstellungen der 1. und 2. Präsentation sowie der Aufbau und der Inhalt der Abschlussdokumentation den Schülern bekannt zu geben, die in diesem ersten projektorientierten Unterricht als Orientierungshilfe dienen.

2) Die Geschäftsidee / Zukunftsaussichten

Da die Projektablaufbesprechung und die Gruppenzusammenstellung am Freitag stattgefunden hat, hatten die Schüler am Wochenende Zeit, sich mit dem ausgegebenen Projektleitfaden vertraut zu machen und sich erste Projektideen zu überlegen. Diese wurden in den Gruppen diskutiert, verworfen und abgeändert oder es wurden gemeinsam neue Ideen entwickelt.

Folgende Unternehmen wurden während des Projekts "gegründet":

I. Gruppe: Computer allround OHG
    Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das die Zielstellung Systembetreuung und Beratung im Bereich der Datenverarbeitung verfolgt.

II. Gruppe: Computer & Service OHG
    Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das als Zielstellung den Versand von Hard- und Software hat.

III. Gruppe: Slow down KG, Stressabbaucenter
    Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das sich mit dem Stressabbau für Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen beschäftigt.

3) Information der Gruppen über das vorhandene Kapital

Die Schüler erhalten, nachdem sie eine Unternehmensidee entwickelt haben, eine fiktive Kapitalausstattung. Das zur Verfügung stehende Kapital ist bewusst niedrig gehalten. Die Schüler stehen damit vor dem großen Problem der Kapitalbeschaffung, das zu einer genauen Kalkulation, Liquiditäts- und Finanzierungsplanung führen soll.

4) Informationsphase und Vorbereitungsphase der ersten Präsentation

Es folgt eine ausführliche, selbständige Informationsphase der Schüler. Dazu werden die beschriebenen vielfältigen Medien in der Schule, bestehend aus dem Informationsmaterial, den Computerprogrammen und dem Internet genutzt.

Im Anschluss an die Informationsphase bietet sich zur Unterstützung, Strukturierung und Systematisierung der zu beschaffenden Informationen eine Metaplanarbeit mit der gesamten Klasse (gruppenübergreifend) an. Da die unterschiedlichen Gruppen gemeinsame Fragen an externe Ansprechpartner, wie z.B. Versicherungsunternehmen, Banken und die IHK haben, können durch die Metaplanarbeit Schülergruppen gebildet werden, die zu den jeweiligen externen Stellen gehen und ihre Fragen stellen. In diesen Schülergruppen sind Vertreter der einzelnen "Unternehmen" vertreten. Damit soll vorgebeugt werden, dass die externen Stellen nicht von einer Vielzahl von Einzelgruppen angesprochen werden und so evtl. für folgende Jahrgänge nicht mehr als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es ist von Vorteil, wenn die Lehrer bereits Termine mit potentiellen, externen Ansprechpartnern abgesprochen haben, da die Wartezeiten auf einen Termin sonst den Rahmen des Projekts sprengen würden.

Parallel zur Informationsphase bereiten die Schüler ihre erste Präsentation vor.

1) Erste Präsentation

Die Schüler sollen in der ersten Präsentation ihre Gründungsidee darstellen. Sie sollen aufzeigen, welchen Nutzen, welche Leistungen und Attraktivität ihr Produkt für die Nachfrager und im Vergleich zur Konkurrenz besitzt. Dabei sollen auch evtl. Probleme, die die Gruppen bisher mit dem Projekt oder innerhalb der Gruppe gehabt haben, angesprochen werden.
Im zweiten Teil der Präsentation, die nicht länger als max. 30 Minuten dauern soll, steht die allgemeine Darstellung des aktuellen Informationsstandes.

2) Wahl einer Unternehmensform

Auf der Grundlage der bisherigen Informationen und der Kapitalausstattung findet die "eigentliche Unternehmensgründung" statt. Die Schüler entscheiden sich für eine Unternehmensform und sollen ihre Entscheidung unter der Abwägung von Alternativen anderen, z.B. Banken, begründen können.

3) Finanzierung, Kalkulation, Liquidität

In Zusammenarbeit mit dem Lehrer für das Rechnungswesen findet in jeder Gruppe eine ausführliche Planung des Investitionsbedarfs und der Finanzierungsplanung statt. Es hat sich gezeigt, dass die Schüler vielfältige Probleme mit der Liquiditätsberechnung haben. Diese liegen z.T. darin begründet, dass ihnen häufig Informationen über die anzusetzenden Kosten fehlen. Sie müssen sich beispielsweise einen Überblick über die Personalkosten, die Mietkosten, die Stromkosten, die Kosten für Werbung, Finanzierungskosten ... in der Stadt Kiel verschaffen.

4) Abschlusspräsentation

In der Abschlusspräsentation soll das gesamte Unternehmenskonzept dargestellt werden. Es beginnt mit der Gründungsidee über die begründeten Entscheidungen über die Unternehmensform, Standortentscheidung, Eigenkapital, Finanzierung u.a. Im zweiten Teil der Präsentation, die nicht länger als 45 Minuten dauern sollte, sollen die Probleme, die das Team gehabt hat, angesprochen werden. Diese Probleme können sich zum einen auf die Durchführung des Projekts beziehen, zum anderen sollen aber auch Probleme innerhalb der Gruppe, sofern sie aufgetreten sind und die Grenzen bzw. Alternativen angesprochen werden.

5) Dokumentation

Sämtliche Informationen, Abläufe, Probleme und Alternativen des Projekts Unternehmensgründung sind in einer Dokumentation festzuhalten, die zu einem vorgegebenen festen Zeitpunkt abgegeben werden muss.

6) Projektkritik

Es findet eine Abschlussbesprechung mit Hilfe der Metaplantechnik statt.

7) Abschlussklausur

Am Endes des Projekts Unternehmensgründung steht eine Klassenarbeit. Die Projektabschlussklausur zum Thema Unternehmensgründung besteht aus einer Ausgangssituation. In der Ausgangssituation wollen zwei Personen ein Unternehmen gründen. Den Schülern werden drei unterschiedliche Szenarien angeboten. Die Fallsituationen laufen auf unterschiedliche Personengesellschaften / Kapitalgesellschaften hin. Die Schüler sollen im ersten Teil alle drei möglichen Rechtsformen erkennen. Im zweiten Teil haben die Schüler die Wahlmöglichkeit sich mit einem Fall bzw. Unternehmensform ausführlich zu beschäftigen und die Fragen rund um diese Unternehmensform zu beantworten. Eine Abschlussfrage beschäftigt sich mit der Arbeit der Schüler innerhalb der Gruppe. Die Frage lautete:

"Sie haben mit Ihrer Gruppe eine Unternehmensgründung geplant. Hierbei haben Sie erkannt, dass verschiedene Schwierigkeiten bewältigt werden mussten. Beschreiben Sie eines der wesentlichen Probleme, das Sie bei der Gruppenarbeit gehabt haben (es darf in den bisherigen Aufgabenstellungen noch nicht behandelt worden sein). Was würden Sie beim "zweiten Mal" hinsichtlich der Problembewältigung ändern? Beschreiben Sie eine alternative Vorgehensweise! (Problem aufzeigen, analysieren und Lösungsansätze schildern)"

Es geht hierbei nicht primär um das kognitive Wissen bezüglich einer Unternehmensgründung sondern vielmehr um die individuellen, affektiven Probleme, die die Schüler während der Gruppenarbeit mit ihren Mitschülern gehabt haben. So erhalten die Lehrkräfte Informationen über individuelle Schwierigkeiten, wie sie die einzelnen Schüler erlebt haben (siehe Projektkritik der Schüler). Die Vorgabe dieser relativ engen Struktur soll den Schülern in diesen frühen Phase des Berufsschul- und projektorientierten Unterrichts als Leitfaden dienen. Zu Beginn des Projekts wird mit den Schülern darüber diskutiert. Die Struktur wird als Angebot dargestellt, von dem abgewichen werden kann, wenn sich eine angemessenere Vorgehensweise ergibt.

Die erste Präsentation findet vor allen Schülern der Klasse statt. Die anderen Schülergruppen können Fragen stellen und so evtl. eigene Wissenslücken auffüllen. Es wird Wert darauf gelegt, dass jeder Schüler aus einer Gruppe an mindestens einer Präsentation teilnimmt hat. Die jeweilige Form der Präsentation bleibt der Gruppe überlassen. Die zweite Präsentation, die Abschlusspräsentation, sollte möglichst vor "fremden" Personen durchgeführt werden. Hier bietet sich eine andere Klasse an, evtl. Ausbildungsbetriebe, die eingeladen werden können, oder interessierte Kollegen. Bei dieser Präsentation sind die Schüler aus anderen Gruppen nicht anwesend. Die Präsentationen werden auf Video aufgenommen und den anderen Schülern im Anschluss gezeigt. Dadurch bietet sich dann die Gelegenheit, mit der gesamten Gruppe über die Abschlusspräsentationen zu reden.

Es hat sich im Laufe des Projekts "Unternehmensgründung" gezeigt, dass zwei Präsentationen ausreichend sind, um die Schüler nicht gleich bei ihrem ersten Projekt zu überfordern.

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