Reflexion und Bewertung der durchgeführten Unterrichtseinheit "Datenbanken"

Im Folgenden wird die Schüler- und Lehrersicht zu den Handlungsprodukten beschrieben gefolgt von Gesamtbeurteilungen des Projekts.

Aspekte zur Produktentwicklung aus Schülersicht

Aspekte zu den entwickelten Produkten aus Lehrersicht

Zusammenfassende Beurteilung des Gesamtprojekts

Aspekte zur Produktentwicklung aus Schülersicht

Die Schülersicht wird exemplarisch anhand von Auszügen aus der Dokumentation wiedergegeben.

Abweichungen

Gruppe V2. "... haben wir uns aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit einschränken müssen. Daher ersetzten wir die [geplanten] Statistiken durch eine Auswertung des Leihverhaltens der einzelnen Kunden. Die in der Zielsetzung erwähnte Suchfunktion nach einzelnen Liedern ist aufgrund unseres Datenmodells nicht möglich."

Gruppe CD: "Daher sei nur soviel gesagt, dass wir darauf angewiesen waren, ein paar Visual-Basic `Hilfszeilen´ in unseren Programmcode einzufügen. (...) Nicht möglich war es uns, die Funktionalität mit den CD-Covern zu realisieren"

Fazit

Gruppe CD:"... ist vieles von dem, was sich unsere Gruppe überlegt hatte Wirklichkeit geworden. ... Man muss bedenken, dass es nicht darum ging, eine Datenbank zu entwerfen, die nach ihrer Fertigstellung in Serie gehen konnte. Es ging im Gegenteil darum ... eine Datenbank zu schaffen, aus der deutlich wird, dass man die Möglichkeit zu nutzen wusste, im gegebenen Rahmen das Programm kennen zu lernen. Meiner Ansicht nach hat, wenn man die Aufgaben so betrachtet, das Projekt diesen Sinn erfüllt."

Gruppe V1:" Wenn man sich unser Kapitel Ausblick ansieht, dann erkennt man, dass wir noch so einiges an Ideen gehabt hätten, was diese Datenbank hätte können sollen. Wir haben ein Soll-Konzept erstellen müssen, ohne vorher eine Ahnung zu haben, wie Access arbeitet, was es kann und wie kompliziert das ist. ... Hinzu kommt noch, dass keiner von uns VBA programmieren kann und ... einige Dinge über SQL regeln zu wollen schlug ebenfalls aus dem Grund der Unkenntnis über diese Programmiersprache fehl. Dadurch ist die Datenbank natürlich nicht perfekt und weist noch einige Fehler auf und ist recht umständlich zu bedienen. ... Dennoch sind wir der Meinung unser Sollkonzept erfüllt zu haben. Die Datenbank ist in diesem Bereich funktionsfähig und weist auch noch einige Extras, wie z.B. das Rechnungsformular auf."

Aspekte zu den entwickelten Produkten aus Lehrersicht

Es zeigte sich, dass die in den ersten Stunden von den Schülern aufgestellten Ziele in dem vorgegebenen Zeitrahmen kaum alle zu realisieren sein würden. Das Gespräch mit der Lehrkraft über das Sollkonzept musste den Fokus auf Basisfunktionen lenken und gleichzeitig den Schülern Hinweise geben, inwiefern Vereinfachungen am Datenmodell sinnvoll sein können. Einige Gruppen bewiesen allerdings erst in der Realisierungsphase die Fähigkeit, aufgrund von auftretenden Problemen Abstriche an den ursprünglichen Zielen zu machen.

Was die Beurteilung der Access-Lösungen angeht, zeigt sich, dass insbesondere das Testen enorm zeitaufwendig war. Es bedurfte langwieriger Versuche, anhand von Beispieldaten die beschriebenen Funktionalitäten zu überprüfen. Es traten dabei jedoch nur wenige Fehler auf. Zum einen wurde eine ungünstige Schlüsselvergabe deutlich und zum anderen ist eine Beziehung ohne referentielle Integrität implementiert worden. Weitere Schwachpunkte waren meist eher in der Benutzerführung zu sehen, was jedoch für dieses Projekt als weniger relevant betrachtet wurde. Insgesamt sind während des Projektes 4 Produkte entstanden, die alle die selbstgesetzten Ziele im wesentlichen realisieren konnten. Darüber hinaus hatten alle Datenbanken entweder schon zusätzlich Funktionen implementiert oder entsprechende Vorüberlegungen dafür angestellt.

Was die Dokumentationen angeht, ist festzuhalten, dass diese teilweise unterschiedliche Schwerpunkte aufwiesen, weil die Ebenen von Projekt- und Produktdokumentation in ein Dokument zusammen eingegangen sind.

Zusammenfassende Beurteilung des Gesamtprojekts

Schülersicht (mit Metaplan-Punktfragen ermittelt)

Aus Schülersicht wurde der Block bezüglich Projektidee, Durchführung und Bewertung mehrheitlich mit mittleren bis guten Bewertungen versehen. Nach der Eigeneinschätzung ist mehrheitlich der Lernfortschritt positiv beurteilt worden:

wenig mittel viel "... gelernt"
4 4 7  

Dabei ist auch der Faktor Spaß nicht zu kurz gekommen:

wenig mittel viel "... Spaß  gehabt"
2 3 9  

Die Schüler äußerten was die Projektidee und Durchführung angeht zur Hälfte eine mittleres und zur Hälfte eine hohes Maß an Zufriedenheit (bei einer Ausnahme).

Auf die Frage "Wie zufrieden bin ich mit der Zusammenarbeit in der Gruppe?" wurde durchweg sehr große Zufriedenheit geäußert (ebenfalls eine Ausnahme: mittlere Zufriedenheit).

Lehrersicht

Gemessen an den Zielformulierungen des Lernfeld 6 kann das Konzept des Datenbankprojekts als erfolgreich bezeichnet werden. Insbesondere unter dem Aspekt des selbstständigen und selbstorganisierten Lernens erscheint die Anlage adäquat, den Schüler innerhalb eines grob gesteckten Rahmens ein eigenes Sollkonzept entwickeln zu lassen. Von den vier Gruppen haben zwei von sich aus die kommerzielle Verwertbarkeit in den Zielhorizont direkt mit aufgenommen (Verleih) und die anderen indirekt. Nebensächlich ist in diesem Zusammenhang, dass gerade zur Projektzeit der, laut eigenen Angaben, letzte CD-Verleih Deutschlands in Kiel sein Geschäft aufgrund von Urheberrechtsproblemen aufgeben musste.

Die Gruppen waren ohne äußeren Einfluss in der Lage, die Arbeit zu planen und aufzuteilen. Der Verantwortung für die Gruppenleistung konnte sich auch vor dem Hintergrund des Bewertungsdrucks kaum ein Mitglied entziehen. Für das Gelingen der internen Zusammenarbeit war die Gruppenbildung von wesentlicher Bedeutung. Die Basis bildeten Schülervorschläge, die dann durch den Lehrer ergänzt wurden. Da die Schülervorschläge auf persönlichen Aspekte beruhten, galt es auf der einen Seite die Minderheit der weiblichen Schüler sowie weniger gut in die Klassengemeinschaft integrierte Schüler in die Gruppenaufteilung mit aufzunehmen, wobei auf eine ausgeglichen Verteilung von Leistungsträgern zu achten war.

Was die Zusammenarbeit der Klasse mit der Lehrkraft angeht, so ist diese vor dem beschriebenen Hintergrund als befriedigend zu bezeichnen. Insbesondere bewährte sich die geschlossene Vereinbarung hinsichtlich der Akzeptanz veränderter Schüler- und Lehrerrollen. Es kam so nicht zu Missverständnissen bezüglich der Frage, was an inhaltlichen Input von der Lehrkraft zu erwarten ist und der Entwicklung eigener Problemlösungsstrategien wurde Vorschub geleistet. Insbesondere zeigte sich dies in einer regen Nutzung des Handapparats.

Eine datenbankspezifische Problematik ist darin zu sehen, dass ein Programm wie Access für Entwickler nur dann individuelle Lösungen ermöglicht, wenn VBA- und SQL-Kenntnisse vorhanden sind. Bezüglich SQL ist die Aufnahme in den Block auch schon in Planung gewesen, musste aus zeitlichen Gründen jedoch verschoben werden. In diesem Zusammenhang ist dann auch die Erweiterung des stand-alone-Horizontes in Richtung auf eine Client-Server-Umgebung mit SQL-Server 7 vorgesehen.

An diesem Punkt wird auch deutlich, dass bezüglich der curricularen Gestaltung zukünftig eine engere Verzahnung theoretischer und praktischer Unterrichtsphasen angebracht erscheint. Die lange Zeit zwischen den Blöcken und der Drang der Schüler praktisch zu arbeiten sind Gründe, die zukünftig frühzeitiges praktisches Arbeiten sinnvoll erscheinen lassen.

Die Schüler verfügen häufiger als in anderen Branchen über ausgezeichnete Vorkenntnisse, die sie oft im Rahmen von betrieblichen Schulungen oder auch im learning-by-doing-Verfahren erworben haben. Die Bereitschaft viele zusätzliche Stunden praktischer Arbeit am Rechner zu investieren ist bei den IT-Schülern weit verbreitet. Die günstigen motivationalen Bedingungen in handlungsorientierten praktisch-technischen Phasen machen die Integration von Reflexionsphasen zu einem generellen didaktischen Problem, für das zukünftig stets wieder neue Wege zu gehen sind.

Die hochgesteckten Ziele der Lernfelder in den IT-Berufen bedürfen einer kontinuierlichen Fortbildung, die nicht im Schneeballverfahren der herkömmlichen Organisation der Lehrerfortbildung leistbar ist. Darüber hinaus sollte erwogen werden, Lehrkräften im IT-Bereich einen leistungsstarken Rechner für Vorbereitungsarbeit sowie Software für Evaluationszwecke zuhause zur Verfügung zu stellen.

Abschließend ist noch zu bemerken, dass die Rahmenbedingungen hinsichtlich Klassengrößen und Doppelbesetzungen zu verbessern sind, damit adäquate Projektarbeit geleistet werden kann.

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