Unterrichtseinheit "Easy-IT" 
in der IT-Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr der Klasse "IT91"an der Ludwig-Erhard-Schule in Kiel

Reflexion und Bewertung der Unterrichtseinheit 

Vorbemerkung: Die Präsentation in einer Fremdsprache

Eine Präsentation sollte auch in einer Fremdsprache, selbst wenn die Fremdsprache nicht perfekt beherrscht wird, zu einem Erfolg führen. Die Durchführung einer Präsentation durch Nicht-Muttersprachler scheint ein vielleicht nicht gerade empfehlenswertes Unterfangen zu sein, doch tatsächlich kann sich daraus eine Chance und ein Pluspunkt ergeben. Es kann sogar einfacher sein, in einer Fremdsprache als in der Muttersprache zu referieren.

Zunächst sollte sich der Referent darüber bewusst sein, dass seine sprachliche Schwäche gleichzeitig eine Stärke beinhaltet. Er sollte niemals vergessen, dass seine mangelnde Perfektion, die kleinen Fehler und der Akzent dazu beitragen, ihn sympathisch, liebenswürdig und menschlich erscheinen zu lassen. Damit verschafft er sich einen Vorteil gegenüber dem fließend sprechenden und gebildeten Muttersprachler, welchem nämlich Mängel nachgetragen werden. Im Gegensatz dazu kann der Nicht-Muttersprachler das Publikum sogar um Hilfe bitten oder einen Fehler zugeben, ohne dafür bestraft zu werden. Darüber hinaus trägt der Gebrauch einfacherer Vokabeln und Satzkonstruktionen dazu bei, dass seine fremdsprachige Präsentation, insbesondere für andere Nicht-Muttersprachler, leichter als die eines Muttersprachlers zu verstehen ist.

Ein weiteres wesentliches Kriterium für eine fremdsprachige Präsentation lässt sich durch "Weniger ist Mehr" beschreiben und zielt auf den zeitlichen und visuellen Aspekt. Zuhörern missfällt es meistens, wenn ein Referent zeitlich überzieht. Dies ist ein häufiger Fehler von Muttersprachlern. Daher gilt: je kürzer die Präsentation, desto mehr Anerkennung wird dem Referenten zukommen. Ein anderer Pluspunkt kann erreicht werden, indem ein "Weniger" an sprachlichen Erläuterungen durch ein "Mehr" an eindrucksvollen Visualisierungen und Demonstrationen ausgeglichen wird. Insbesondere bei einer Präsentation vor einem internationalen Publikum ist es angebracht, das Publikum mehr in die Präsentation einzubeziehen. Gemäß der konfuzianischen Maxime: "I listen and I forget; I see and I remember; I do and I understand" sollte darauf geachtet werden, das Publikum weniger zuhören und dafür mehr tun zu lassen.

Um in der heutigen Zeit die Wirkung einer Botschaft zu erhöhen, ist es notwendig, die Informationen in unterhaltender Weise zu präsentieren. Im Englischen kam es daher zu der neuen Wortschöpfung "edutainment" (education & entertainment). Aufgrund des international eher als ernst eingeordneten Deutschen, bieten sich gerade einem deutschen Referenten Chancen, ein internationales Publikum mit behutsam eingesetztem Humor zu überraschen und zu unterhalten. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen fremdsprachigen und internationalen Präsentation liegt somit im Element der Überraschung.

Neben den allgemeinen Hinweisen zu Präsentationen, ergeben sich Pluspunkte bei fremdsprachigen Präsentationen, indem sprachliche Fehler nicht nachgetragen werden und der Referent durch mehr Visualisierungen zur Verdeutlichung glänzt und durch angemessenen Humor überraschen kann.

"Easy IT" 1st Kiel IT Crash Course Seminar:
Eine Unterrichtsreihe zu Hard- bzw. Softwarepräsentationen, durchgeführt im 1. Ausbildungsjahr der Klasse "IT 91"

Die heutige IT-Welt ist sehr durch Englisch als die international anerkannte Kommunikationssprache geprägt. Schüler der IT-Branche müssen in der Lage sein, englischsprachige Handbücher bzw. Anleitungen zu verstehen und gegebenenfalls auch Dritten verständlich zu erläutern. Zum Zeitpunkt der Durchführung dieses Projektes befanden sich die Schüler und Schülerinnen und Schüler der "IT 91" im dritten Block des ersten Ausbildungsjahres. Im ersten Block wurde das Thema "working place" und im zweiten Block das Thema "How is IT changing our life?" behandelt. Mit dem "Easy IT"-Projekt im dritten Block wurde nun versucht, die Erfahrungen der Schüler aus vorhergehenden deutschsprachigen Projektpräsentationen um englischsprachige Präsentationen zu erweitern. Des weiteren könnte sich ein Multiplikatoreffekt im IT-Wissensbereich ergeben, wenn die Gruppen nämlich unterschiedliche Hard- bzw. Software präsentieren, mit der sich andere Mitschüler bisher noch nicht so ausgiebig befasst hatten.

Das "Easy IT" Projekt ist so konzipiert, dass es das Lernen am Problem ermöglicht, das Vorwissen und die Interessen der Schüler mit einbeziehen kann, auf Eigenaktivitäten und -initiativen der Schüler setzt, individuelle Lösungswege zulässt, eigenständiges und selbstorganisiertes Lernen fördert und eine Bewertung der Gruppenleistung durch die Mitschüler einschließt. Die Durchführung von Hard- und Softwarepräsentationen sollte dazu führen, dass die Schüler neues Fachvokabular der IT-Branche erlernen und ihr englischsprachiges Hörverständnis weiter geschult wird. Während der Ausarbeitung und der abschließenden Präsentation wird von den Schülern jeder Gruppe erwartet, dass sie als Team gemeinschaftlich die Verantwortung für ihr Gruppenergebnis übernehmen.

Der zeitliche Ablauf des Projektes sah vor, dass die Schüler innerhalb von 4 Doppelstunden (4 Wochen) eine 10-15minütige Hard- bzw. Softwarepräsentation ihrer eigenen Wahl entwerfen. Die Gruppenstärke sollte 3 Schüler (in Ausnahmefällen 4 Schüler) betragen. Den Schülern wurde am ersten Projekttag (Mittwoch, den 14. Juni) ein Informationsblatt mit der Projektbeschreibung (siehe introduction), dem Hinweis auf eine anzufertigende Dokumentation und ein zu führendes Protokoll der Gruppensitzungen ausgehändigt. Nach der Besprechung der Kopie mit den noch zu zuordnenbaren Tipps für Präsentationen (siehe checklist) sowie der Bewertungsgrundlage (siehe evaluation)sind die Schüler zur Gruppenbildung übergegangen und haben über das Thema der Präsentation und das weitere Vorgehen ihrer Vorbereitung (z.B. Arbeitsteilung) beschlossen. Eine themengleiche Wahl mehrerer Gruppen wäre unerheblich gewesen, da erfahrungsgemäß die Gruppen selbst bei gleicher Themenstellung unterschiedliche Schwerpunkte legen. Es bildeten sich 6 Dreier- und 2 Vierergruppen mit folgenden Themen:

Die Aufgabe des Lehrers in den folgenden drei Doppelstunden erstreckte sich auf die Bereitstellung der technischen und medialen Arbeitsumgebung (insbesondere Zugang zum Internet zwecks Informationsbeschaffung) und auf Fragen im Zusammenhang mit der englischen Sprache.

Um eine Übersättigung an Präsentationen zu vermeiden wurden zwei Präsentationstage angesetzt (2 Doppelstunden), wobei jede Gruppe in der Lage sein sollte, am ersten Tag zu präsentieren. Die Durchführung der Präsentationen fand in einem geräumigen Arbeitsraum der Schule statt. Der schuleigene Laptop und Beamer wurden für die Präsentationen bereitgestellt. Vor der ersten Präsentation erhielten die Mitschüler die Kopien mit den Kriterien zur Gruppenbewertung, die anschließend wieder eingesammelt und vom Lehrer ausgewertet wurden. Eine individuelle Bewertung der Schüler aufgrund ihres englischsprachlichen Vortragstils wurde zusätzlich durch den Lehrer vorgenommen.

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