Lernfeldprojekt "Textverarbeitung Word-Dokumente"

Situationsanalyse: Anwendungssoftware

Zu Computer-Betriebssystemen existieren unterschiedliche Anwenderprogramme, die sowohl integrierte als auch spezielle Anwendungssoftware anbieten. Zu den bekanntesten und weitverbreitesten gehört das Microsoft Office Paket mit Tools für die Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbankprogramm, Präsentationsprogramm usw. Dieses Standard-Anwendungsprogramm wird eigenständig oder innerhalb entsprechender Branchensoftware-Produkte genutzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Standardanwendungsprogramme für betrieblichen Anforderungen anzupassen. Ebenso werden die Standardanwendungsprogramme im schulischen und im privaten Bereich vielfältig genutzt. Eine kurze Übersicht zu den derzeit existierenden Softwareprodukten stellt folgende Tabelle dar, die sich auf die drei Schwerpunkte Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbanken beziehen.

Auf der Basis unterschiedlicher Betriebssysteme:

  • Windows
  • Windows NT
  • Linux
  • Unix
  • OS/2
  • DOS
  • BeOs
  • Novell
  • Java
  • Mac

existieren entsprechende integrierte Anwendungssoftware

  • Microsoft Office
  • Claris
  • Lotus
  • Microsoft Works
  • Stardivision

mit  vielfältigen Softwareanwendungstools:

Textverarbeitung
  • Accent
  • Lotus Textverarbeitung
  • Microsoft Word
  • Softkey Word Tools
  • Starwriter
  • Word Perfect
Tabellenkalkulation
  • Lotus
  • Microsoft Excel
Datenbanken
  • Claris Filemaker
  • IBM DB2 Datenbank
  • IBM DB2 for OS/2
  • Informix
  • Microsoft Access
  • Object Database
  • Management Group
  • Oracle
  • Power Corner
  • Powersoft
  • Spider Technologie
  • SQL Standards
  • Sybase

 

Exemplarische Anwendungsbereiche von Textverarbeitungsprogrammen in der betrieblichen Praxis:

Für eine unterrichtliche Umsetzung bieten sich folgende Anwendungsmöglichkeiten   an:

  1. Erstellen von Dokumentvorlagen für ...
  1. Erstellung von Serienbriefen für ...

Geschäftsbriefe, Angebote, Rechnungen, Projektdokumentationen, Bestellungen, Fax-Vorlagen usw.

Beitragsrechnungen, Kundeninformationen und –anschreiben, Einladungen usw.

Je nach inhaltlicher Ausrichtung und Entscheidung durch den Lehrer sind nachfolgende Aufgabenstellungen zu konkretisieren. Der Entscheidungsprozess sollte sich an den Geschäftprozessen orientieren und nach Möglichkeit durch externe oder interne Kundenaufträge initiiert werden.

  1. Erstellen von betrieblichen Dokumentvorlagen wie z.B. Geschäftsbriefe, Fax-Vordrucke, Kundenanschreiben usw.
    Als Grundlage dient die DIN 50 08.

  1. Erstellen einer Word-Formatvorlage für eine technische Dokumentation.
    Die Vorgaben können aus vorliegenden technischen Dokumentationen, der entsprechenden Fachliteratur (Tabellenbuch), Beispiele aus den Ausbildungsbetrieben usw. herausgearbeitet  und aufgestellt werden.
  1. Erstellen einer Word-Formatvorlage für die Projektdokumentation der schriftlichen IT-Abschlussarbeit.
    Ausgangspunkt ist die im Internet zur Verfügung stehende Gliederung zur Erstellung der Projektdokumentation.
  1. Planung und Durchführung einer Software-Schulung in Word97.
    Ausgehend von einer Interessentenspezifikation (Anfänger/Fortgeschrittene) soll ein kompletter Schulungsordner für Word97 erstellt werden. Dazu gehört ebenso die Befragung und Analyse der Teilnehmerbedürfnisse, die Ausstattung der Schulungsräume mit Hard- und Software, Mobiliar und die grundsätzliche didaktisch-methodische Vorgehensweise einer Schulungsveranstaltung.
  1. Anfertigen eines Serienbriefes durch Nutzung einer vorhandenen Datenbank
    Diese Aufgabe soll vor allem im Zusammenhang mit Datenbanken umgesetzt werden und erfährt eine detaillierte Darstellung in dem entsprechendem Lernfeldprojekt.
Didaktisch-methodische Hinweise:

Sämtliche Lernaufgaben haben den Umgang mit Formatvorlagen von Word97 zum Inhalt. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Planung, die Präsentation und  Bewertung der einzelnen SchülerInnen-Handlungsprodukte. Daher sind die Lernaufgaben auf wesentlichen Vorgabe eines Kundenauftrages beschränkt und unterliegen in der detaillierten Umsetzung den Vorstellungen einzelner SchülerInnengruppen. Die Handlungsprodukte müssen in der Vorstellungsphase präsentiert und von SchülerInnen begründet werden. So werden mit diesem Lernfeldprojekt insbesondere die folgenden Kompetenzen gefördert:

  • Kritikfähigkeit und Qualitätsbewusstsein,
  • Teamfähigkeit,
  • Kommunikative und kooperative Fähigkeiten,
  • Selbständigkeit und Selbstorganisation.

Während der Einstiegsphase sind Regeln zur Kommunikation und Kooperation der SchülerInnen in der Arbeitsgruppe sowie zum selbständigen und -organisierten Arbeiten im Sinne einer zielorientierten Teamarbeit zu besprechen und festzulegen.

Das Lernfeldprojekt "Textverarbeitung" ist dem Lernfeld 3 "Informationsquellen und Arbeitsmethoden" und  dem Lernfeld 4 "Einfache IT-Systeme" (Anwendungssoftware) zuzuordnen. Als Zielgruppe gelten die SchülerInnen aller vier IT-Berufe im 1. Ausbildungsjahr.

Einstiegsphase:
Als Einstieg in die jeweilige Lernfeldaufgabe sind beispielsweise drei Varianten möglich:

  1. Die wesentlichen Vorgaben, Anforderungen und Kriterien zur Lernaufgabe werden als Muster vorgegeben.

  2. Eine unvollständige Mustervorlage wird anhand aufzustellender Kriterien modifiziert.

  3. Die SchülerInnen erstellen unter Beachtung eigenständig aufgestellter Kriterien eine auftragsgerechte Formatvorlage.

Planungsphase:
Je nach Einstieg und Bedarf erhalten die SchülerInnen eine Formatvorlage mit festgelegten Vorgaben, mit einen zu ergänzenden Formatkatalog oder einen frei zu gestaltenden Formatkatalog. In der gemeinsamen Auseinandersetzung über die weitere Vorgehensweise werden die Bewertungskriterien für die zu realisierende Formatvorlage festgelegt, an denen sich die einzelnen Handlungsprodukte orientieren müssen. Des weiteren sind die zeitliche Arbeitsorganisation, die inhaltliche Absprache und der personelle Einsatz festzulegen. In den einzelnen Schülerarbeitsgruppen sollten konkrete Entscheidungen und die Gestaltung der Formatvorlagen  selbständig und selbstorganisiert erfolgen. Daher sind das relevante Informationsmaterial, die entsprechenden Hard- und Softwarekomponenten und die räumlichen Möglichkeiten bereitzuhalten.

Entscheidungsphase:
Die SchülerInnen erstellen in den einzelnen Arbeitsgruppen spezifische Formatskizzen und kontrollieren sie an den vorgegeben Kriterien. Weiterhin wird durch eine Präsentation dieser Skizze das jeweilige Handlungsprodukt im Plenum vorgestellt und diskutiert. Kommunikative Fähigkeiten und Kritikfähigkeit werden geübt und der gemeinsame Entwicklungsstand der Klasse lässt sich darstellen.

Erarbeitungsphase:
In dieser Phase eignen sich die SchülerInnen die Inhalte der Formatvorlage und die Umsetzung der Anforderungen selbständig an. Dazu sind während des Unterrichts sogenannte Sammlungsphasen einzuhalten, die über den aktuellen Stand der Gruppenarbeit und der Vorstellung sowie Lösungen von eventuell aufgetretenen Probleme erörtert werden können. Die Erstellung eines Arbeitsprotokolls wäre abhängig von Planungsphase von Vorteil.

Auswertungsphase:
Die einzelnen Arbeitsgruppen stellen ihre Handlungsprodukte innerhalb des Plenums vor. Die Mitschüler treten in dieser Phase als Kunde auf und bewerten die vorgestellten Produkte und sind je nach Aufgabenstellung entweder Schulungsteilnehmer oder Abnehmer des Produktes.

Reflexionsphase:
In der abschließenden Unterrichtsphase ist vor allem die angelegte Intention zur Vermittlung der o.g. Kompetenzen von entscheidender Bedeutung. Anhand des Arbeitsprotokolls wird der Arbeitsablauf in den einzelnen Gruppen rekapituliert und interpretiert, um daraus Vorschläge zur Verbesserung der Vorbereitung und Durchführung abzuleiten.

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