Lernortkooperation

Aufgrund der kaufmännisch-technischen Ausrichtung der IT-Berufe war und ist bisher keine eindeutige Zuordnung der Ausbildung zu den vorhandenen Berufsfeldern wie auch zu den Berufsschulen erfolgt. In der Schulpraxis ist damit je nach Zuordnung die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufsschulen wie auch der entsprechenden Lehrer, entweder zwischen den Schulen oder in einer Schule, gegeben. Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen bedarf es hierzu neuer Formen der schulischen Zusammenarbeit, da z.B. das "wandern" von Lehrern oder Klassen, um den entweder eher technischen oder kaufmännischen Lernfeld-Unterricht für die einzelnen IT-Berufe je komplementär zu gewährleisten, auf Dauer unbefriedigend ist. Insbesondere wird hierdurch auch ein integrativer Lernfeld-Unterricht eher verhindert. Von daher ist mittelfristig insgesamt eine Lösung anzustreben, die auf der Grundlage einer möglichen Neubestimmung der Berufsfelder die Zuordnung der Ausbildung in den IT-Berufen zu den Berufsfeldern und Berufsschulen besser regelt. Eine Voraussetzung hierzu ist allerdings, dass sich die Schulen den veränderten Berufsstrukturen öffnen und auch bereits die Lehrerausbildung fachrichtungsübergreifend erfolgt bzw. sich die universitären Beruflichen Fachrichtungen, wie z.B. die Elektrotechnik um die Informatik, erweitern.

Im Rahmen der IT-Ausbildung stellt ebenso die Lernortkooperation zwischen den Berufsschulen und Betrieben eine neue Herausforderung dar. Sie bedarf zur Stärkung der dualen Berufsausbildung wie auch konkret zur IT-Ausbildung neuer Organisationsformen, da insbesondere in dieser Ausbildung die klassische lernortbezogene Trennung von Theorie und Praxis ausbildungsdidaktisch nicht mehr tragfähig ist. Zudem ist wegen der hohen Entwicklungsdynamik im IT-Bereich wie auch dem Anspruch einer an den konkreten Arbeits- und Geschäftsprozessen orientierten Ausbildungsgestaltung eine enge Kooperation der Lernorte erforderlich. Dies bedingt eine Zusammenarbeit von Schule und Betrieb auf verschiedenen Ebenen, die z.B. bei der gemeinsamen Analyse und Auswertung authentischer Arbeits- und Geschäftsprozesse beginnt wie auch die unmittelbare Abstimmung und Verständigung zum Ausbildungsstand der Auszubildenden einschließt.

Die bisher praktizierte Zusammenarbeit und Lernortkooperation der Modellversuchsschulen gestaltet sich überwiegend auf der Ebene von Lehrer- und Ausbildergesprächen. So haben sich u.a. gemeinsame Arbeitsgruppen gebildet, in denen in regelmäßigen Abständen oder nach Bedarf zur IT-Ausbildung in Schule und Betrieb die folgenden Themen Gegenstand der Zusammenarbeit waren:

Für die Lernortkooperation und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit ist nicht unerheblich, wie der Berufsschulunterricht in den IT-Klassen innerhalb der dualen Berufsausbildung organisiert ist. An den verschiedenen Standorten der Modellversuchsschulen hat sich gezeigt, dass es hierzu sehr unterschiedliche Organisationsmodelle gibt. Diese reichen vom ein- bzw. zweitägigen Unterricht in der Woche bis zum Blockunterricht mit unterschiedlicher Länge und in verschiedenen Abständen. Neben den Formen der Lernortkooperation und der dualen Ausbildungsgestaltung werden durch die jeweilige Organisation des Berufsschulunterrichts ebenso die Möglichkeiten der schulischen Unterrichtsgestaltung selbst beeinflusst.