Projektleitung
Dr. Klaus Dänhardt, Andreas-Gordon-Schule Erfurt
Weidengasse 8, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-55807-0/-13  Fax: 0361-55807-39
e-mail  sediko@topmail.de
Projektbeteiligte
Gerd Haake, Andreas-Gordon-Schule Erfurt
Weidengasse 8, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-55807-26  Fax: 0361-55807-26
e-mail  GHaake@sbbs4-ags.ef.th.schule.de

Carsten Rathgeber, Andreas-Gordon-Schule Erfurt
Weidengasse 8, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-55807-26  Fax: 0361-55807-26
e-mail  CRathgeber@sbbs4-ags.ef.th.schule.de

Erika Stippa, Andreas-Gordon-Schule Erfurt
Weidengasse 8, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-55807-26  Fax: 0361-55807-26
e-mail  EStippa@sbbs4-ags.ef.th.schule.de

Rüdiger Wapsa, Andreas-Gordon-Schule Erfurt
Weidengasse 8, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-55807-26  Fax: 0361-55807-26
e-mail  RWapsa@sbbs4-ags.ef.th.schule.de

SEDIKO
Teilziele
(Thüringen)

Die neuen IT-Berufe stellen einen Service- und Dienstleistungsberuf neuen Typs dar. In den bisherigen Dienstleistungsberufen wurde in der Regel "nur" ein Produkt- oder Leistungsangebot kundenorientiert angeboten. Bei den neuen IT-Berufen steht hingegen zudem noch der Bezug zum Kunden und auch dessen unmittelbare Mitwirkung bereits in der Planung und Leistungserstellung wie auch im Implementierungsprozess im Mittelpunkt des Handelns. Neue Gestaltungs- und ganzheitliche berufliche Handlungsfähigkeiten sind gefordert, die ein Überdenken der bisherigen schulischen Lernkonzepte und Lernraumausstattungen nahe legen.

Auf der Grundlage neuer lernfeldbasierter Lernkonzepte sind Lernumgebungen und Lernräume zu schaffen, die sich von den gegenwärtigen Konzepten "Klassenraum" (mit Tafel und Kreide), "Fachraum" (mit spezifischer Technik) oder "PC-Raum" wesentlich unterscheiden müssen. Angelehnt an Konzepte des "Lernbüros" sind neue Lernraumkonzepte zu entwickeln, die auch die in den IT-Berufen enthaltene Offenheit berücksichtigen und zugleich die Grenzen zwischen technischer und kaufmännischer Qualifikationsvermittlung in Richtung berufsübergreifender Service- und Dienstleistungskompetenzen überwinden. Um auch die in den Berufen angelegten dynamischen Entwicklungsmöglichkeiten nicht zu verhindern, sind Lernprozesse in experimentellen Lernumgebungen zu ermöglichen, was u.a. auch migrationsfähige Ausstattungen in den Lernräumen voraussetzt.

Ist Multimedia einerseits selbst Lern- und Ausbildungsgegenstand, so ist der Einsatz multimedialer Lernsysteme andererseits im Rahmen der Lernkonzepte und zur Unterstützung der Lernprozesse zu erproben. Hierzu gehört auch die Einbindung und die Nutzung z.B. des INTERNET oder von Telelearning, dessen zunehmende Möglichkeiten in beruflichen Lernprozessen bisher kaum untersucht und didaktisch-methodisch in die Lernkonzepte integriert wurden. Selbständiges und selbstorganisiertes Lernen wird somit auch bestimmt von den je vorhandenen Lernraumausstattungen und Lernsystemen.

Die Vermittlung von Gestaltungs- und ganzheitlichen beruflichen Handlungsfähigkeiten ist im Rahmen der Ausbildung auch Gegenstand entsprechend neu gestalteter Prüfungen und Prüfungsanforderungen. Die Zusammenhänge von Unterrichts- und Prüfungsgestaltung war lange Zeit ein Problem, da Ausbildungsziele nicht selten im Widerspruch zu den Prüfungsanforderungen standen. Ob und wie die neuen Formen der schulischen Kompetenzvermittlung mit den Konzepten und neuen Prüfungsverfahren besser aufeinander abzustimmen sind bzw. welche Wechselwirkungen hier bestehen und den Berufsschulunterricht beeinflussen, ist im Zusammenhang mit den neuen Lernfeld- und Lernraumgestaltungen zu untersuchen.

Nicht unbedeutend und für die gesamte Ausbildung von hoher Relevanz ist, dass die Rahmenvorgaben der Leitidee einer arbeitsprozessorientierten Curriculumentwicklung folgen. Als Grundlage für die gesamten Lernfeld- und Lernraumgestaltungen ist daher bei einer Weiterentwicklung der Rahmenvorgaben zu beachten, dass das berufliche Arbeitsprozesswissen umfassend und je berufsspezifisch zum Gegenstand der schulischen und in der Abstimmung auch der betrieblichen Ausbildung wird. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass die Tätigkeitsfelder in Deutschland bisher in zwei unterschiedlichen Berufsgruppen (Arbeiter und Angestellte) organisiert waren. Die IT-Berufe stehen damit quer zu den bisherigen Aufteilungen in gewerblich-technische und kaufmännische Berufe. Die Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung stellt nun in den Planungen und Ausführungen das Bindeglied dar. Die unterschiedlichen Ausprägungen und Gestaltungen der betrieblichen Prozesse sind hier curricular auch vielfach bestimmt durch die Betriebsstruktur, die vom Großbetrieb über das mittelständische Unternehmen bis zu Kleinstbetrieben und Verwaltungseinrichtungen reicht. Ebenso gilt, dass die Ausbildung in den IT-Berufen curricular auf zwei scheinbar gegensätzlich wirkende Tendenzen reagieren muss. Einerseits verlangt das Entwicklungstempo der IT-Welt eine inhaltliche Generalisierung, um Ausbildung nicht nach kurzer Zeit wertlos zu machen, anderseits sind in den Arbeitsprozessen hochgradige Spezialisten gefragt, die in "Nischen" den betriebswirtschaftlichen Erfolg eines Service- und Dienstleistungsbetriebes sichern.

Arbeits-
schwerpunkte
(Thüringen)

Fragestellungen

  • Wie sind auf der Basis lernfeldbasierter Lernkonzepte Lernräume für die Ausbildung in den IT-Berufen zu gestalten und auszustatten, um die arbeitsorientierten Lernprozesse, die sich aus den differenzierten Anforderungen in den Einzelberufen ergeben, optimal und effizient zu unterstützen?
  • Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der didaktisch-methodischen Lernfeldumsetzung und der Ausgestaltung der Lernumgebungen; wie experimentell und migrationsfähig müssen z.B. Rechner- und Netzausstattungen sein, um die Lernfeldvorgaben zu erfüllen und die Entwicklungsdynamik im IT-Bereich angemessen zu berücksichtigen?
  • Welche Anforderungen sind aus didaktisch-methodischer Sicht an multimediale Lernsysteme zu stellen? Welche multimedialen Lernsysteme unterstützen das berufliche Lernen und wie verändern sich durch deren Einsatz Lernkonzepte?
  • Wie kann der Grad der Erreichbarkeit einer Kompetenzvermittlung eingeschätzt, geprüft und gewertet werden und welche Wechselwirkungen bestehen zwischen den Konzepten der Kompetenzvermittlung und der neuen Prüfungsverfahren? Wie können diese Konzepte besser aufeinander abgestimmt werden, so dass die didaktisch-methodische Unterrichtsgestaltung nicht erschwert, sondern unterstützt werden?
  • Welches berufliche Arbeitsprozesswissen ist bestimmend für die Service- und Dienstleistungskompetenzen und wie ist dieses curricular in den Lernfeldvorgaben im Sinne der Gestaltung arbeitsorientierter Curricula für die einzelnen Berufe zu berücksichtigen?
  • Wie sind in der Differenzierung von Kern- und Fachqualifikationen und der einzelnen Berufe arbeitsprozessorientierte Curricula zu entwickeln, um auf dieser Grundlage die Konzepte einer differenzierten Lernfeld- und Lernraumgestaltung optimal abzustimmen?
  • Durch welche Maßnahmen und Formen sind die Lehrerinnen und Lehrer so fortzubilden und auf die neuen berufsübergreifenden Herausforderungen vorzubereiten, dass beruflich-fachliche, didaktisch-methodische und mediendidaktische Kompetenzen integrativ weiterentwickelt und durch Teamarbeit gefördert werden?
Modellversuchs-
klassen

SE: IT-Systemelektroniker/-in, FIS: Fachinformatiker/-in Systemintegration, FIA: Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung, SK: Systemkaufmann / Systemkauffrau, IK: Informatikkaufmann / Informatikkauffrau

  • IT-Klassen Ausbildungsbeginn 1997 und 1998 (Übersicht)

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): SE 98A

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): SE 98B

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): FIS 98

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): FIA 98

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): SK 98

  • IT-Klasse (Ausbildungsbeginn 1998): IK 98

 

IT-Klassen Ausbildungsbeginn 1997 bis 1999

Berufliche Zusammensetzung der Klassen: fast ausschließlich homogen

SE: IT-Systemelektroniker/-in, FIS: Fachinformatiker/-in Systemintegration, FIA: Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung, 
SK: Systemkaufmann / Systemkauffrau, IK: Informatikkaufmann / Informatikkauffrau

IT-
Klasse

Auszubildende

Vorbildung

Ausbildungsbetrieb

Anzahl davon
weiblich
Haupt-
schul-
abschluss
Mittlerer
Schul-
abschluss
Fachhoch-
u. Hoch-
schulreife
sonstige Klein-
betrieb
Mittel-
betrieb
Groß-
betrieb
Verwal-
tung
SE 97 25 0 0 14 11 0 17 0 6 2
FIS 97 21 3 0 12 9 0 0 4 15 2
FIA 97 23 5 0 3 20 0 3 11 9 0
SK 97/IK97 17 7 0 12 5 0 5 3 9 0
Summe 86 15 0 41 45 0 25 18 39 4

Modellversuchsklassen

SE 98A 20 0 0 11 9 0 20 0 0 0
SE 98B 24 0 0 12 12 0 3 0 19 2
FIS 98 18 3 0 7 11 0 0 0 14 4
FIA 98 20 2 0 6 13 1 0 6 10 4
SK 98 19 8 1 9 9 0 8 10 1 0
IK 98 22 9 0 15 7 0 10 3 8 1
Summe 123 22 1 60 61 1 41 19 52 11
            
SE 99A 27 2 0 5 22 0 3 0 22 2
SE 99B 24 0 0 8 16 0 20 0 0 4
FIS 99 16 0 0 4 12 0 0 8 5 3
FIA 99 15 1 0 5 10 0 15 0 0 0
SK 99 28 7 0 9 19 0 23 0 5 0
IK 99A 25 8 0 20 5 0 25 0 0 0
IK 99B 17 10 0 5 12 0 17 0 0 0
Summe 152 28 0 56 96 0 103 8 32 9
            
Gesamt 361 65 1 157 202 1 169 45 123 24
Anteil in % 100% 18,01% 0,28% 43,49% 55,96% 0,28% 46,81% 12,47% 34,07% 6,65%